Das polnische Justizministerium hat ein Register mit Namen und Fotos von Sexualstraftätern online gestellt. Die Datenbank ist laut der Behörde seit Jahresbeginn auf der Website des Ministeriums öffentlich zugänglich. Sie enthält Informationen wie Namen, Geburtsorte, Aufenthaltsorte und Bilder von etwa 800 verurteilten Tätern sowie Angaben zu ihren Taten.

Laut Justizministerium handelt es sich vor allem um Pädophile und besonders brutale Vergewaltiger. Das Register werde laufend aktualisiert. Dadurch sollen Kriminelle besser kontrolliert und Verbrechen soll vorgebeugt werden, hieß es. "Das Recht auf den Schutz unserer Kinder steht über der Anonymität von Verbrechern", sagte Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro.

Neben den öffentlich zugänglichen Daten existiert ein erweitertes Register mit rund 2.600 Sexualtätern, die unter anderem wegen Kinderpornografie verurteilt sind. Dieses ist nur für bestimmte Institutionen und Behörden einsehbar. So sollen beispielsweise  Schuldirektoren mithilfe der Datenbank Bewerber prüfen, bevor sie sie einstellen, fordert das Ministerium. Würden verurteilte Sexualverbrecher zur Arbeit mit Kindern eingestellt, drohten Geld- oder Haftstrafen. 

In den USA können Bürger bereits seit längerer Zeit Informationen über verurteilte Sexualstraftäter online ansehen. Über das zentrale Register des Justizministeriums können Fotos und Adressen der Täter abgefragt werden.