US-Präsident Donald Trump hofft auf einen neuen Unterstützer im Senat: Sein enger Verbündeter Joe Arpaio, der als "härtester Sheriff in den USA" galt, will sich als Senator bewerben. Er war im vergangenen Jahr mit Trumps Hilfe knapp einer Haftstrafe entgangen, nachdem er wegen Diskriminierung von Einwanderern und der Missachtung einer Gerichtsanordnung verurteilt worden war. Trump hatte ihn begnadigt – und damit auch unter den Republikanern für massive Kritik gesorgt.

Der 85-jährige Republikaner kündigte auf Twitter an, er wolle US-Präsident Donald Trump "bei seiner Mission helfen, Amerika wieder großartig zu machen". In einem Spendenaufruf an Unterstützer schrieb er: "Präsident Trump braucht meine Hilfe im Senat." Daher habe er seine Unterlagen für die Bewerbung eingereicht.

Der frühere Sheriff ist für seine Fähigkeit zur Spendenbeschaffung bekannt: Im letztmaligen Wahlkampf um den Sheriff-Posten hatte er 12,6 Millionen Dollar eingesammelt, verglichen mit einer Million, die sein wenig bekannter Gegenkandidat erzielt hatte. Trotzdem hatte Arpaio das Amt 2016 nicht bekommen.

Zuvor hatte er 24 Jahre lang als Sheriff des Großbereiches Phoenix gedient. Dabei war er unter anderem für Gerichtskosten in Höhe von 141 Millionen Dollar in die Kritik geraten, die aus Klagen gegen seine umstrittene Einwanderungspolitik, den Tod von Gefängnisinsassen und einem Fall von sexuellem Kindesmissbrauch resultiert waren, bei dem Ermittler seiner Behörde Fehler begangen hatten.

Für Diskriminierung berüchtigt

Internationale Bekanntheit erlangte Arpaio unter anderem, indem er Gefängnisinsassen bei großer Hitze in Zelten im Freien unterbringen ließ oder sie dazu zwang, pinke Unterwäsche zu tragen. Auch sein Vorgehen gegen Einwanderer und seine Vergeltung gegen politische Gegner sind berüchtigt. Im Wahlkampf 2016 war er häufiger an Trumps Seite zu sehen.

Arpaio hat bereits fünfmal mit der Idee geliebäugelt, sich um das Amt des Gouverneurs von Arizona zu bewerben. Jedes Mal hatte er sich dann aber doch dagegen entschieden.

Im Falle eines Sieges würde er Nachfolger des Republikaners Jeff Flake werden, der nach einer Kritik an Trump angekündigt hatte, bei der Senatswahl im November 2018 nicht erneut anzutreten.

Um den Senatssitz will sich neben Arpaio auch die frühere staatliche Senatorin Kelli Ward bewerben – und möglicherweise auch die US-Repräsentantenhausabgeordnete Martha McSally. Sie sagte ihren Kollegen, dass sie eine Bewerbung um den Senatssitz von Flake ins Auge gefasst habe. Offiziell verkündet hat sie das aber noch nicht.