Paul Manafort, der angeklagte Ex-Wahlkampfmanger von US-Präsident Donald Trump, erhebt nun seinerseits Anklage: Am Mittwoch reichte er in Washington eine Klageschrift ein, die sich gegen den vom FBI in der Russland-Affäre eingesetzten Sonderermittler Robert Mueller und den stellvertretenden US-Justizminister Rod Rosenstein richtet.

Darin heißt es, Mueller habe seine Befugnisse überschritten: Er habe gegen Manafort Ermittlungen eingeleitet, die sich auch auf Vorgänge stützten, die in keiner Verbindung zur Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl ständen. Untersuchungen zu Geschäftsbeziehungen, die Jahrzehnte zurücklägen, seien "komplett unverankert" in Muellers Mandat, führte Manafort an: "Diese behaupteten Geschäfte haben keinerlei Verbindung zu der Präsidentschaftswahl von 2016 oder selbst zu Donald Trump." Mueller überschreite mit seiner Untersuchung seine Autorität und müsse in die Schranken gewiesen werden.

Manafort zielt neben Mueller auch auf den stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein. Er hatte Mueller im Mai ernannt und beaufsichtigt dessen Einsatz. Manafort wirft auch Rosenstein ein Überschreiten seiner Befugnisse vor, weil er Mueller eine Carte blanche für die Ermittlungen erteilt habe. Die Ernennung des Sonderermittlers sei willkürlich gewesen. Außerdem fordert der Ex-Wahlkampfmanager die Einstellung des Verfahrens gegen ihn selbst. Eine Sprecherin des Justizministeriums bezeichnete die Klage als albern.

Im Oktober vergangenen Jahres war Manafort wegen krimineller Verschwörung angeklagt worden. In der Anklage enthalten sind beispielsweise Verschwörung zur Geldwäsche und das Handeln als nicht registrierter ausländischer Agent. Diese Punkte beziehen sich auf eine Zeit, als Manafort in der Ukraine als Berater tätig war. Die Anschuldigungen stehen nicht in direktem Zusammenhang mit der Kampagne für Trumps Präsidentschaftskandidatur. Manafort weist sämtliche Vorwürfe zurück und plädiert auf nicht schuldig.

Der Sonderermittler Mueller wurde eingesetzt, um Kontakte des Wahlkampfteams von Donald Trump zur russischen Regierung und mögliche geheime Absprachen mit Moskau zu untersuchen.