Das venezolanische Militär ist mit einem großangelegten Einsatz gegen eine Gruppe Aufständischer vorgegangen. Dabei wurden sieben Aufständische getötet, darunter auch der Rebellenführer Óscar Pérez. Nach Informationen des Innenministeriums hielt sich die Gruppe im Wohnviertel El Junquito nahe der Hauptstadt Caracas versteckt. Das Gebiet wurde von Hunderten Soldaten und Polizisten umstellt.

Bei der Militäraktion kam es zu stundenlangen Feuergefechten, bei der auch zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet wurden. Während des Einsatzes veröffentlichte Pérez mehrere Videos aus seinem Versteck, die letzten zeigten ihn mit blutigem Gesicht. Seine Gruppe sei unter schwerem Beschuss, sagte er. "Sie wollen nicht, dass wir uns ergeben, sie wollen uns ermorden."

Staatspräsident Nicolás Maduro gratulierte den Sicherheitskräften und beschrieb Pérez als "fanatischen, extremistischen Terroristen". Das Militär habe erfolgreich eine Rebellengruppe zerschlagen, die eine Autobombe vor einer ausländischen Botschaft habe detonieren lassen wollen. "Wer den Weg des Terrorismus wählt und die Waffen gegen das Volk richtet, dem antworten die Streitkräfte. Habt daran keinen Zweifel", sagte Maduro vor der Verfassungsgebenden Versammlung. 

"Staatsfeind Nummer 1"

Pérez hatte wiederholt zum Sturz des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro aufgerufen und wurde als "Staatsfeind Nummer 1" gesucht. Im Juni 2017 hatte der Pilot einer Polizeieinheit einen Hubschrauber gekapert und das Innenministerium und den Obersten Gerichtshof mit Granaten beschossen. Die Gruppe um Pérez soll zudem Kasernen angegriffen und Waffen gestohlen haben. Maduro sprach von einem "Putschversuch und Terrorakt".

Venezuela befindet sich seit Monaten in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Kritiker des sozialistischen Präsidenten Maduro werfen ihm vor, das südamerikanische Land zu einer Diktatur umbauen zu wollen. Auslöser der Proteste war vor allem die Entmachtung des Parlaments durch Maduro. Dort hatte die Opposition eine Mehrheit.

In Venezuela gibt es derzeit die höchste Inflation weltweit, ein großer Teil der Bevölkerung kann sich kaum noch Lebensmittel leisten. Zuletzt nahmen landesweit Plünderungen zu. Seit Beginn der Wirtschafts- und Regierungskrise gab es zahlreiche Proteste, laut der Organisation Observatorio Venezolano de Conflictividad Social waren es knapp 9.800 im vergangenen Jahr. Allein im Frühjahr und Sommer 2017 wurden dabei nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 125 Menschen getötet und mehr als 200 Menschen festgenommen.