Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), hat gefordert, die deutsche Marine solle an keinen weiteren Einsätzen teilnehmen. Es sollte keine neue maritime Mission für Nato, EU oder die Vereinten Nationen mehr dazukommen, sagte Bartels der Zeitung Bild am Sonntag. "Der Marine gehen die einsatzfähigen Schiffe aus." Gründe seien ein Ersatzteilmangel, der zu längeren Werftaufenthalten führte, sowie Bürokratie. "Es gibt zu viele Zuständigkeiten auf der Ämterseite, Personalmangel und manchmal vielleicht auch Firmen, die sich gern so lange wie möglich an einen einmal erteilten Auftrag festhalten."

Eines der drei größten Marineschiffe, der Einsatzgruppenversorger Berlin, sollte seit März 2017 eigentlich für anderthalb Jahre in der Werft sein, hieß es. Nach einem internen Instandsetzungsbericht der Marine, der dem Blatt vorliegt, soll die Werftliegezeit aber deutlich länger dauern. Das gelte auch für den Einsatzversorger Bonn, der sich ebenfalls in einer Werft befinde. Selbst einfache Ersatzteile wie Einspritzpumpen oder Ölkühler habe die Marine nicht im Depot. Die Lieferzeiten betrügen bis zu sechs Monate.

Die Ausmusterung alter Schiffe funktioniere unterdessen gut, so Bartels. "Sechs alte von unseren 15 Fregatten wurden außer Dienst gestellt, aber von den neuen 125er Fregatten konnte noch immer keine einzige in die Marine übernommen werden."