US-Präsident Donald Trump hat einen Plan zur Sanierung der Infrastruktur vorgestellt. Das Programm sieht Investitionen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar für Straßen, Flughäfen, Brücken und Dämme vor. Das Weiße Haus übermittelte das Papier am Montag dem Kongress, der das Geld dafür bewilligen muss. Die US-Regierung soll davon jedoch nur 200 Milliarden Dollar selbst beisteuern. Den Rest sollen die Bundesstaaten, Gemeinden, vor allem aber private Unternehmen investieren.

In sogenannten Öffentlich-Privaten-Partnerschaften sollten Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen das Geld für die Projekte bereitstellen. "Allzu lange haben Parlamentarier ineffizient in die Infrastruktur investiert (...) und ihr erlaubt, zu verkommen", leitet Trump sein 55 Seiten starkes Papier ein. "Nachdem törichterweise sieben Billionen im Nahen Osten ausgegeben wurden, ist es jetzt an der Zeit, mit Investitionen in UNSER Land zu beginnen!", hatte er zuvor getwittert. 

Trump hat bereits mehrfach beklagt, die US-Wirtschaft könne aufgrund der schlechten Infrastruktur nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. In seiner Rede zur Lage der Nation Ende Januar hatte er gesagt, Republikaner und Demokraten müssten zusammenarbeiten und sicherstellen, dass es in den USA eine sichere, schnelle und moderne Infrastruktur gebe.

Infrastruktur beeinflusst Wirtschaftsleistung

Kritiker und Kritikerinnen beklagen, dass Trump schon zu Beginn seiner Amtszeit mehr Mittel für die Infrastruktur hätte bereitstellen sollen, um Republikaner und Demokraten gleichermaßen hinter seiner Agenda zu versammeln. Die Wirtschaftsleistung der USA könnte bis 2025 durch die marode Infrastruktur um bis zu vier Billionen Dollar zurückgehen. Im Wahlkampf hatte Trump daher eine Billion Dollar für eine Grundsanierung des Landes versprochen. Die oppositionellen Demokraten bezeichneten die Summe angesichts der maroden Infrastruktur in weiten Teilen der USA als völlig unzureichend.

Etwa 60.000 Brücken gelten als sanierungsbedürftig, Umspannwerke funktionieren nicht mehr richtig, Deiche werden überspült, das Trinkwasser ist wegen veralteter Leitungen vielerorts mit Schadstoffen belastet. Der Verband der amerikanischen Ingenieure bezifferte den Investitionsstau auf 3.600 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2020.