US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Siedlungsbau in den Palästinensergebieten als Hemmnis für den Frieden bezeichnet. In einem Interview mit der israelischen Zeitung Hajom sagte Trump, er sei sich "nicht unbedingt sicher, dass Israel daran interessiert ist, Frieden zu schließen". Die Siedlungen machten einen Friedensschluss sehr viel schwerer, sagte Trump. Das sei schon immer so gewesen. "Ich glaube, dass Israel sehr vorsichtig sein muss mit den Siedlungen", sagte der Präsident. Die Zeitung Hajom gehört dem amerikanischen Milliardär Sheldon Adelson, der sowohl Trump als auch Israel unterstützt.

Über die Palästinenser sagte Trump dem Blatt, er sei sich sicher, dass diese keinen Frieden wollten. Die Palästinenser seien "nicht auf Frieden aus", sagte er. Zum weiteren Vorgehen in dem Konflikt sagte Trump: "Offen gestanden weiß ich nicht, ob es überhaupt Gespräche geben wird." Es wäre allerdings "dumm" von Israelis wie Palästinensern, würden sie kein Friedensabkommen schließen. Dazu müssten jedoch beide Seiten "harte Kompromisse" machen, so Trump.

"Obama war schrecklich"

Der US-Präsident verteidigte in dem Interview erneut seine Entscheidung von Anfang Dezember, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen. Dies sei einer der Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit und für viele Menschen sehr wichtig gewesen, sagte Trump. Er habe damit ein großes Versprechen eingelöst.

Zugleich kritisierte Trump die Politik seines Vorgängers Barack Obama, insbesondere den Abschluss des Atomabkommens mit dem Iran. Der Atomdeal sei "katastrophal" für Israel, sagte Trump: "Obama war schrecklich." Die derzeitigen Beziehungen zwischen Israel und den USA seien sehr gut, sagte Trump. Im Falle eines Friedensabkommens würden sie jedoch noch "sehr viel besser" sein, so der Präsident.

Im Konflikt zwischen Israel, den Palästinensern und den arabischen Nachbarstaaten gilt der Streit um den Status Jerusalems als eine der heikelsten Fragen. Israel hatte den Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und später annektiert. Dies wurde von der internationalen Gemeinschaft nie anerkannt. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine Hauptstadt, die Palästinenser wollen den Ostteil der Stadt zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates machen. Trumps Entscheidung von Anfang Dezember war bei der palästinensischen Führung, aber auch international auf scharfe Kritik gestoßen und hatte weltweit Proteste ausgelöst.