Nordkorea hat seine Botschaft in Berlin offenbar genutzt, um Bestandteile für das nationale Waffenprogramm zu beschaffen. Die Güter seien für das Raketen- und Nuklearprogramm Nordkoreas bestimmt gewesen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz mit. Dessen Präsident Hans-Georg Maaßen sagte dem NDR: "Wir mussten feststellen, dass von dort aus Beschaffungsaktivitäten gelaufen sind." Es habe sich dabei um sogenannte Dual-Use-Güter gehandelt, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. 

"Wenn wir Derartiges feststellen, unterbinden wir es", sagte Maaßen weiter. Man könne aber nicht gewährleisten, dass dies in allen Fällen erkannt und verhindert werden kann. Das Bundesamt müsse davon ausgehen, dass die Teile für Nordkoreas Trägerprogramm über andere Märkte organisiert wurden oder "Schattenkäufer sie in Deutschland erworben haben".

Dem NDR zufolge erhielt die Behörde zuletzt 2016 und 2017 Hinweise auf Produktbeschaffungen, die mutmaßlich Nordkoreas Raketenprogramm galten. Zudem soll ein nordkoreanischer Diplomat bis 2014 versucht haben, einen Multigasmonitor zu beschaffen, der Immissionen bei der Herstellung chemischer Kampfstoffe messen kann.

Die Vereinten Nationen haben wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests verhängt. Im Dezember 2017 verschärfte der UN-Sicherheitsrat die Maßnahmen weiter, nachdem die bisherigen nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hatten.