China und Russland fordern einer Studie zufolge zunehmend die militärische Vormachtstellung der USA und seiner Verbündeten heraus. Insbesondere die Regierung in Peking verfolge sehr ehrgeizige Ziele, geht aus dem neuen Bericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) zum militärischen Gleichgewicht in der Welt hervor.

Vor dem Hintergrund der Streitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer rüstet China sein Militär seit Jahren auf. Zugleich will die Regierung in Peking ihren Anspruch als aufsteigende Großmacht hervorheben.

So hat China das Kampfflugzeug Chengdu J-20 entwickelt, eine Maschine mit Tarnkappeneigenschaften. Bislang haben nur die USA solche sogenannten Stealth-Flugzeuge gebaut und im Einsatz. Sie können mit normalem Radar nicht aufgespürt werden. Zudem verfüge China über eine neue Luft-Luft-Rakete (PL-15), sagte IISS-Generaldirektor John Chipman.

Auch im Marinebereich verfolge Peking ehrgeizige Ziele. Das Land habe seit dem Jahr 2000 mehr Korvetten, Zerstörer, Fregatten und U-Boote gebaut als Japan, Südkorea und Indien zusammen. Chinas erste Militärbasis im Ausland wird im ostafrikanischen Dschibuti aufgebaut.

Die mehrere Hundert Seiten umfassende Studie analysiert die militärische Stärke und Rüstungsindustrie von 171 Ländern. Der Report erscheint jedes Jahr. IISS ist – neben dem Stockholmer Sipri-Institut – die weltweit führende Einrichtung bei der Beurteilung internationaler Konflikte. Das Institut wurde 1958 in London gegründet und hat inzwischen auch Büros in Washington, Singapur und Bahrain.