Simbabwes langjähriger Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ist tot. Das teilten Sprecher seiner Partei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) mit. "Es ist traurig für mich, mitzuteilen, dass wir unsere Ikone und unseren Kämpfer für die Demokratie verloren haben", schrieb Elias Mudzuri, einer der Vize-Chefs der MDC auf Twitter.

Manipulationsverdacht bei den Wahlen

Tsvangirai war jahrzehntelang politischer Rivale von Ex-Präsident Robert Mugabe. Er kam über die Gewerkschaften in die Politik und gründete Ende der 1990er-Jahre die MDC. Er trat mehrfach bei den Präsidentschaftswahlen gegen Mugabe an, konnte das Amt aber nie übernehmen.

Nach den erneut von Manipulationsvorwürfen betroffenen Wahlen im Jahr 2008 kam es zu einer Pattsituation zwischen der MDC und Mugabes Regierungspartei ZANU-PF. Schließlich wurde Tsvangirai Ministerpräsident in einer Einheitsregierung mit Mugabe. Später kam es zu Streitigkeiten innerhalb der MDC.

Friedlicher Widerstand

Tsvangirai musste in seiner politischen Karriere gegen viele Widerstände kämpfen und war auch körperlichen Angriffen ausgesetzt. Trotzdem hielt er stets an friedlichen Aktionen fest. Er verkörperte lange Zeit vor allem die Hoffnungen der gebildeten Mittelschicht des Landes, die meist städtisch, weltoffen und angesichts der Wirtschaftsmisere im Land oft arbeitslos ist.

Bei Tsvangirai war Darmkrebs diagnostiziert worden. Er wurde im Nachbarland Südafrika behandelt. Trotz seines Gesundheitszustands wollte er 2018 noch zur Präsidentschaftswahl in Simbabwe antreten. Nun erlag Tsvangirai im Alter von 65 Jahren seinem Krebsleiden.