Ein Gericht hat eine Vertraute von Südkoreas ehemaliger Präsidentin Park Geun Hye zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Choi Soon Sil wurde des Machtmissbrauchs, der Korruption und der Einmischung in staatliche Angelegenheiten für schuldig befunden. Der Skandal hatte im März des vergangenen Jahres zur Amtsenthebung Parks geführt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine 25-jährige Haftstrafe gefordert. Das Gericht verhängte auch eine Geldstrafe von 18 Milliarden Won (14 Millionen Euro) gegen Choi. Zur Schwere der Schuld trage bei, dass ihretwegen Park wegen Amtsvergehen angeklagt worden sei, hieß es im Urteil. Die 61-jährige hatte in allen 18 Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. 

Choi soll südkoreanische Unternehmen wie Samsung genötigt haben, Bestechungsgelder an von ihr kontrollierte Stiftungen zu zahlen. Dabei soll sie mithilfe ihrer langjährigen Beziehungen zu Park insgesamt 77,4 Milliarden Won (rund 64 Millionen Euro) an Spendengeldern eingetrieben haben. Auch Park steht wegen Korruption, Nötigung, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe vor Gericht. Choi war bereits im vergangenen Jahr zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihrer Tochter über ihre Verbindung zu Park einen Platz an einer Eliteuniversität verschafft haben soll. 

Der Chef des Unternehmens Lotte, Shin Dong Bin, wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts bot er Park sieben Billionen Won (fünf Millionen Euro) im Gegenzug für Gefälligkeiten wie eine Lizenz für einen Duty-free-Shop an.