Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Angriffen gedroht, sollte der Einsatz von verbotenen Chemiewaffen in Syrien sicher nachgewiesen werden. Man werde an dem Ort zuschlagen, von dem solche Angriffe ausgegangen seien, teilte er in Paris mit.

Derzeit lägen den französischen Geheimdiensten keine gesicherten Beweise für Giftgasangriffe auf die Zivilbevölkerung in Syrien vor, sagte Macron: "Sobald diese erbracht werden, werde ich tun, was ich gesagt habe." Macron halte daran fest, dass mit chemischen Waffen eine rote Linie überschritten werde.

Anfang Februar hatten Rettungshelfer und Aktivsten der syrischen Regierung den erneuten Einsatz von Giftgas vorgeworfen. Laut ihren Berichten warf ein Hubschrauber einen Sprengsatz mit Chlorgas auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Sarakib ab. Dabei seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden.

Die syrische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Man habe die gesamten Chemiewaffenbestände der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) übergeben, teilte das syrische Außenministerium mit. Unterstützung erhielt Syrien dabei durch den Verbündeten Russland.

Nach Angaben der Vereinten Nationen setzten die syrischen Regierungstruppen bereits 2014 und 2015 Chlorgas ein und verwendeten 2016 in Idlib auch das Nervengas Sarin. Auch in Ostghuta gab es erst kürzlich Hinweise auf den Einsatz von Chlorgas. 

Frankreich engagiert sich seit Jahren militärisch in Syrien. Nach den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 bat das Land um Unterstützung im Kampf gegen den IS. Deutschland unterstützt die Mission in Syrien durch die Bereitstellung von Aufklärungsflugzeugen, Tankflugzeugen und mit Personal in Hauptquartieren der Nato.

Die Situation in Syrien

Die Situation in Syrien

Quelle: IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE