UN-Generalsekretär António Guterres will gegen sexuelle Übergriffe innerhalb der Vereinten Nationen vorgehen. "Wir werden sexuelle Belästigung niemals hinnehmen, nirgendwo." Jeder Vorwurf werde ernst genommen, sagte Guterres. Die Führung der 193 Mitgliedstaaten zählenden Weltorganisation habe bei diesem Thema "null Toleranz".

Opfer sexueller Gewalt und auch diejenigen, die Hinweise zu sexuellen Übergriffen gäben, sollen künftig besser geschützt werden. Innerhalb des UN-Sekretariats werde in diesem Monat eine neue Telefonhotline eingerichtet, um mögliche Opfer vertraulich beraten zu können. Die UN-Spitze ist laut Guterres erstmals zu gleichen Teilen von Frauen und Männern besetzt – in den rund 50 UN-Führungspositionen arbeiteten heute sogar etwas mehr Frauen als Männer.

Zahlreiche Missbrauchsvorwürfe gegen Blauhelmsoldaten

Inwieweit sich die Ankündigung auf die rund 44.000 UN-Mitarbeiter weltweit auswirkt, ist unklar. Vor zwei Wochen hatten mehrere Mitarbeiterinnen der UN angegeben, sexuell missbraucht worden zu sein. Einige von ihnen hatten dem Guardian gesagt, dass sie die Vorwürfe zwar intern gemeldet haben. Allerdings herrscht in der internationalen Organisation laut der Berichte eine "Kultur des Schweigens" und der Straflosigkeit.

Seit 2014 hat es auch immer wieder Vorwürfe gegen Blauhelmsoldaten wegen sexuellen Missbrauchs gegeben, etwa in der Zentralafrikanischen Republik. Dort gaben mehr als hundert Frauen und Mädchen an, von ausländischen Soldaten vergewaltigt worden zu sein. Die UN-Friedensmission ist seit 2014 in der Zentralafrikanischen Republik aktiv.