Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die Regierungstruppen im umkämpften Ostghuta besucht. Auf den vom staatlichen Sender Al-Ichbarija gezeigten Bildern sowie auf der Facebook-Seite des Präsidenten ist Assad neben einem Panzer zu sehen, umringt wird der Präsident von Soldaten. Unter den Bildern steht geschrieben: "An der Front in Ostghuta ... Präsident Al-Assad mit den Helden der Arabischen Syrischen Armee". Zu welcher Zeit und wo genau der Besuch stattfand, wurde nicht genannt.

Ostghuta grenzt an die Hauptstadt Damaskus und ist seit 2013 unter der Kontrolle von Aufständischen. Assads Regierung startete vor einem Monat eine Offensive, um das Gebiet zurückzuerobern. Die Soldaten sind seitdem tief in das Rebellengebiet eingedrungen. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat die Regierung inzwischen mehr als 80 Prozent von Ostghuta unter ihrer Kontrolle. Die Angaben der Organisation können nicht unabhängig geprüft werden.

Syrische Staatsmedien berichteten am Sonntag, Regierungstruppen seien bei ihrem Vormarsch in die Stadt Sakba im Süden von Ostghuta eingedrungen. Bilder des Senders Al-Ichbarija sollten dies belegen. Sakba ist eine Stadt, die sich bislang unter der Kontrolle der Rebellengruppe Failak al-Rahman befand.

Syrien - Assad fährt nach Ostghuta Der syrische Staatspräsident hat sich bei einer Reise ins Kampfgebiet in Ostghuta filmen lassen. Das Staatsfernsehen strahlte die Aufnahmen aus. © Foto: Reuters TV

Verhandlungen über Waffenruhe

Nach Angaben des russischen Militärs sind allein an diesem Sonntag 25.000 Menschen aus Ostghuta geflohen. Sie hätten die Stadt Hamuria verlassen, sagte der russische Generalmajor Wladimir Solotuchin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien stelle den Geflüchteten laut Solotuchin Betten und Lebensmittel zur Verfügung.

Derzeit verhandelt eine syrische Rebellengruppe mit den Vereinten Nationen über eine Waffenruhe und Evakuierungen aus dem belagerten Gebiet Ostghuta nahe der Hauptstadt Damaskus. Verletzte und kranke Zivilisten sollten zur Versorgung aus dem Rebellengebiet gebracht werden, sagte ein Sprecher der Gruppe Failak al-Rahman. Die Gespräche zielten allerdings nicht darauf ab, unverletzte Zivilisten aus Ostghuta herauszuholen, da dies von der syrischen Opposition als gewaltsame Vertreibung betrachtet wird.

Schon in den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen aus Ostghuta geflohen. Das Gebiet wird seit Wochen von der syrischen Armee belagert und bombardiert. Unterstützung bekommt Assad dabei von Russland. Im Zuge der Offensive sind bislang rund 1.400 Zivilisten getötet und mehr als 5.000 verletzt worden, berichten Aktivisten und auch die Vereinten Nationen.