Das demokratische Lager in Hongkong hat bei der Nachwahl in der chinesischen Sonderverwaltungsregion nur zwei von vier Sitzen zurückgewinnen können. Bei dem Votum am Sonntag für das nur beschränkt frei gewählte Parlament der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole gingen zwei Sitze an Kandidaten aus dem Peking freundlich gesinnten Lager.

Die Beteiligung an der Nachwahl war mit 43 Prozent auffällig schlecht. Bei der Abstimmung ging es um vier von sechs Sitzen, die frei geworden waren, nachdem die demokratischen Abgeordneten bei ihrem Amtseid gegen Peking protestiert hatten und deswegen ausgeschlossen worden waren. Über die zwei weiteren Sitze wird später entschieden, weil noch gerichtliche Verfahren laufen.

Die Wahl musste ohne die demokratische Aktivistin Agnes Chow stattfinden, der eine Kandidatur im Vorfeld verweigert worden war. Als Grund wurde angeführt, dass sich ihre Partei Demosisto für die Selbstbestimmung Hongkongs ausspricht, was Peking als versteckten Ruf nach Unabhängigkeit ansieht.

China mischt sich stärker ein

Der Ausschluss von Kandidaten lässt Aktivisten befürchten, dass Chinas Regierung eine immer härtere Linie gegen Kritiker fährt. Unter der Vorgabe "ein Land, zwei Systeme" hatte China Hongkong nach der Übergabe durch Großbritannien Autonomie und Bürgerrechte versprochen.

China fährt aber einen härteren Kurs und mischt sich stärker ein. 2014 Proteste hatten Proteste der Regenschirmbewegung mit dem Ruf nach mehr Demokratie Teile der Sieben-millionen-Metropole über Wochen lahmgelegt.