Die US-Regierung wird Insidern zufolge bis zum Wochenende Zölle in Höhe von bis zu 60 Milliarden Dollar gegen China einführen. Zwei über den Vorgang unterrichtete Personen erklärten, die erwarteten Maßnahmen sollten die Bereiche Technologie, Telekommunikation und geistiges Eigentum umfassen.  

Möglicherweise wird es erst eine Frist für öffentliche Stellungnahmen geben, hieß es. Dann könnten Industrievertreter ihre Einwände geltend machen und die Zölle würden später in Kraft treten, sagte ein Wirtschaftsvertreter, der mit der US-Regierung über die Maßnahmen gesprochen hatte. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete bereits in der vergangenen Woche von Plänen Trumps, Importzölle im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar auf chinesische Waren zu verhängen. Das Ziel sei neben dem Technologie- und Telekommunikationssektor auch die chinesische Bekleidungsindustrie. Die Zölle beträfen rund 100 chinesische Produkte, von denen Trump glaube, sie seien vor allem mithilfe von Industriespionage entwickelt worden.

China ist wichtigster Handelspartner der USA

Chinas Regierungschef Li Keqiang sagte auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Tagung des Volkskongresses in Peking: "Wir glauben, dass ein Handelskrieg niemandem nutzt und niemand als Sieger aus einem Handelskrieg hervorgeht." Eine solche Auseinandersetzung widerspreche auch der Idee von Handel an sich, der durch Konsultationen, Verhandlungen und Dialog geführt werde. 

China war 2017 mit einem Volumen von 636 Milliarden Dollar der wichtigste Handelspartner der USA. Allerdings überstiegen die Einfuhren der USA aus China die Ausfuhren dorthin im vergangenen Jahr um 375 Milliarden Dollar, ein Defizit, an dem sich der US-Präsident stört.

Der chinesische Premier mahnte zur Vernunft und warnte vor emotionalen Reaktionen. "Wir wollen keinen Handelskrieg erleben", sagte Li Kequiang. China sei nicht daran interessiert, dass andere Länder ein großes Handelsdefizit mit China hinnehmen müssten, und strebe eine ausgeglichene Bilanz von Exporten und Importen an. Am Sonntag sprachen sich auch 45 US-Wirtschaftsverbände gegen die Pläne aus.