Gina Haspel - Neue CIA-Direktorin leitete Foltergefängnis Die designierte CIA-Direktorin Haspel soll für das Foltern von Terrorgefangenen verantwortlich gewesen sein. Sie gilt selbst bei einigen Republikanern als umstrittene Kandidatin. © Foto: AP/dpa

Nach dem personellen Umbau der US-Regierung durch Präsident Donald Trump könnte Gina Haspel bald als erste Frau die CIA leiten. Doch die 61-Jährige ist umstritten – sie soll an der Folter von Gefangenen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen sein. Nach Informationen von Geheimdienstmitarbeitern sind unter ihrer Leitung mindestens zwei Terrorverdächtige mit Waterboarding gefoltert worden. Außerdem soll sie bei der Zerstörung von Videos geholfen haben, die die Methoden festhielten.

Trumps Personalvorschlag für den CIA-Chefposten wird deshalb auch aus der eigenen Partei kritisiert. Der republikanische Senator John McCain forderte Haspel auf, den "Charakter und das Ausmaß" ihrer Beteiligung an dem Verhörprogramm der CIA zu erklären. Die Folter von Gefangenen in US-Gewahrsam gehöre zu den "dunkelsten Kapiteln in der amerikanischen Geschichte", schrieb er auf Twitter.

Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan lobte den Vorschlag dagegen. Haspel habe ihre Pflichten erfüllt, auch als sie "in schwierigen Zeiten schwierige Dinge" zu tun hatte. "Gina ist sehr kompetent und verdient den Posten", sagte Brennan. Ähnlich äußerte sich Senator Richard Burr, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im Senat. Er werde für sie stimmen, weil sie die richtigen Kompetenzen und die richtige Erfahrung habe.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass durch Haspels Nominierung die Folter durch US-Geheimdienste in Vergessenheit geraten könne. Schon nachdem Haspel den Posten als stellvertretende CIA-Direktorin übernommen hatte, beantragte die europäische Organisation ECCHR eine Prüfung durch den deutschen Generalbundesanwalt und strebte einen Haftbefehl an. Dazu war es jedoch nicht gekommen, weil eine Verbindung nach Deutschland fehlte.

Haspel ist bereits seit 30 Jahren für die CIA tätig. Im Februar 2017 wurde sie zur Vizedirektorin ernannt, nun soll sie die Leitung übernehmen. Die Chefposition des Geheimdiensts war zuvor frei geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Mike Pompeo auf Trumps Wunsch Rex Tillerson als Außenminister ersetzen soll. Die Personalie muss allerdings noch vom Senat bestätigt werden.