Die EU hat eine schnelle Aufklärung des Giftanschlags auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julija verlangt. Die EU-Außenminister versicherten Großbritannien ihre "uneingeschränkte Solidarität" in dem Fall. In einer gemeinsamen Erklärung der Minister heißt es, die EU nehme die britische Einschätzung "äußerst ernst, dass es höchstwahrscheinlich ist, dass die Russische Föderation verantwortlich ist".

Der "rücksichtslose und illegale" Angriff habe das Leben vieler Bürger bedroht, heißt es in der Erklärung. Die EU sei "schockiert" über den "ersten offensiven Einsatz" eines militärischem Nervengifts "auf europäischem Boden seit mehr als 70 Jahren". Auch wird darauf verwiesen, dass bei dem Anschlag ein Giftstoff zum Einsatz kam, der von Russland entwickelt wurde. Nach britischen Angaben handelt es sich dabei um ein Mittel aus der Gruppe der sogenannten Nowitschok-Nervengifte, die das sowjetische Militär in den Siebziger- und Achtzigerjahren entwickelt hatte. 

Die Minister begrüßten, dass die britische Regierung bei den Ermittlungen mit den Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zusammenarbeitet. Russland wurde aufgerufen, alle Fragen Großbritanniens und der internationalen Gemeinschaft zu dem Fall zu beantworten.

Der britische Außenminister Boris Johnson zeigte sich erfreut über die Unterstützung. Zugleich kritisierte er die russische Regierung, die bislang jegliche Verantwortung für den am 4. März im englischen Salisbury verübten Anschlag zurückweist. 

Russland verlangt Beweise für seine angebliche Verwicklung in den Giftanschlag – oder eine Entschuldigung von Großbritannien. Die Vorwürfe der Briten seien grundlos und verleumderisch, sagte ein Kreml-Sprecher. Der wiedergewählte Präsident Wladimir Putin hatte die Vorhaltungen zuvor als "Unsinn" bezeichnet.

Frankreich - Maas fordert Mitarbeit Russlands bei Aufklärung im Fall Skripal Der deutsche Außenminister Heiko Maas und sein französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian haben ihre Solidarität mit der britischen Regierung erklärt. Nach einem Giftgasangriff auf einen Ex-Agenten forderte Großbritannien Aufklärung von Russland. © Foto: Thibault Camus/AP/dpa