Die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hat neue Sanktionen ihres Landes gegen Russland angekündigt. Dabei werde es um Strafen gegen Unternehmen gehen, die Produkte herstellen, die in Verbindung mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad oder dem Einsatz von Chemiewaffen stehen, sagte Haley in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS.

Russland müsse die Konsequenzen für seinen Schutz des Assad-Regimes zu spüren bekommen, begründete die Politikerin die Maßnahme. Haley verwies darauf, dass Russland sechsmal sein Veto gegen Resolutionen des Weltsicherheitsrats bezüglich Chemiewaffen eingelegt habe. Die neuen Sanktionen sollen am Montag von US-Finanzminister Steven Mnuchin im Detail bekannt gegeben werden.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zu Samstag drei Ziele in Syrien angegriffen, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen. Der Militärschlag sollte eine Vergeltung sein für einen mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma am 7. April, für den die drei Staaten das Assad-Regime verantwortlich machen.

Gespräche in London

Die USA und ihre Verbündeten drohten mit weiteren Angriffen, sollte es erneut zu Giftgasangriffen kommen. Russlands Staatschef Wladimir Putin warnte daraufhin, damit würde "unweigerlich Chaos in den internationalen Beziehungen" verursacht. Putin und sein iranischer Amtskollege Hassan Ruhani verurteilten den westlichen Militärschlag als "illegale Aktion".

Derweil mehren sich die Stimmen, die wieder einen verstärkten Dialog im Syrien-Konflikt fordern. So rief der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz zur Wiederaufnahme der syrischen Friedensgespräche auf. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, sagte Kurz. Deshalb müssten alle verantwortlichen Akteure die Verhandlungen fortsetzen, die es 2015 in Wien gegeben habe. Damals waren 20 unterschiedliche Gruppen eingebunden.

Nach Angaben des deutschen Außenministers Heiko Maas (SPD) berieten in London hohe Beamte von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA miteinander. Am Montag sollen sich die Außenminister der Europäischen Union mit der Frage befassen, wie es weitergehen könnte in Syrien. "Und wir würden gern da auch ein paar Vorschläge zustande bringen", sagte Maas in der Sendung Bericht aus Berlin der ARD.

Die USA, Frankreich und Großbritannien legten zudem einen neuen Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat vor. Sie fordern darin unter anderem eine unabhängige Untersuchung der Giftgasvorwürfe und rufen die syrische Führung auf, sich konstruktiv an Friedensverhandlungen zu beteiligen. Auch Deutschland setzte sich für eine Stärkung der diplomatischen Bemühungen ein.