Bisher sind in Deutschland Fingerabdrücke als Merkmal zur Identifikation in Personalausweisen freiwillig. Das könnte sich nach dem Willen der Europäischen Kommission bald ändern: Sie schlägt vor, Personalausweise in allen 28 EU-Staaten mit mehr biometrischen Charakteristiken zu versehen. Dazu sollen auch digitale Fingerabdrücke gehören. 

So würde es für Terroristen und Kriminelle schwieriger, Dokumente zu fälschen, sagte Innenkommissar Dimitris Avramopoulos der Welt: "Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen. Das bedeutet, dass ihnen der Zugang zu Geld, gefälschten Dokumenten, Waffen und explosiven Stoffen versperrt werden muss und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren." Oberstes Ziel sei es, mögliche Täter frühzeitig zu identifizieren, um Anschläge zu verhindern.

Der Zeitung zufolge will die Kommission die Pläne am Dienstag offiziell vorstellen. Anschließend müssen die Mitgliedsstaaten dem Vorhaben aber noch zustimmen.

"Terroristen stehen nicht still", hatte jüngst auch EU-Sicherheitskommissar Julian King gesagt. Die EU-Kommission wolle sich verstärkt bemühen, terroristische Angriffe in Europa mit chemischen, biologischen, radiologischen und atomaren Materialien (ABC-Waffen) zu verhindern. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit eines solchen Angriffs gering, heißt es. Hätten die Terroristen aber Erfolg, wären die Auswirkungen immens.