Die EU-Kommission stellt Griechenland weitere 180 Millionen Euro Soforthilfe zur Integration von Flüchtlingen zur Verfügung. Mit dem Geld soll unter anderem ein Programm aufgestockt werden, das die Unterbringung von Asylbewerbern in Städten fördert. Die Kommission verkündete den Beschluss nach einem Treffen des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras mit dem EU-Kommissar für Krisenschutz, Christos Stylianides.

"Wir werden weiterhin entschlossen dafür eintreten, den Flüchtlingen in Griechenland ein sicheres, normales und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und ihre Integration in die lokale Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern", sagte Stylianides. Über das Hilfsprogramm ist in griechischen Städten nach Angaben der Kommission bislang Wohnraum für gut 23.000 Menschen entstanden. Diese Zahl soll bis Jahresende um 4.000 steigen. Das Programm wurde 2017 in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen gestartet.

Unter außergewöhnlichen Umständen, wie dem gestiegenen Flüchtlingszuzug nach Europa, kann die Kommission seit März 2016 Soforthilfe auch innerhalb der EU leisten. Bislang habe Griechenland 605,3 Millionen Euro erhalten, hieß es. Insgesamt hat das Land zur Bewältigung des Zuzugs und zum Schutz der Außengrenzen über verschiedene Kanäle 1,5 Milliarden Euro von der EU-Kommission erhalten.

Griechenland trägt als Mittelmeeranrainer gemeinsam mit Italien seit Jahren die Hauptlast des Flüchtlingszuzugs. Entspannung sollte das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei bringen. Es sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die auf den Inseln der Ostägäis ankommen, von dort zurück in die Türkei gebracht werden müssen, wenn sie in Griechenland kein Asyl bekommen. Wegen Personalmangels laufen die Verfahren in Griechenland jedoch sehr langsam. Dadurch sind die großen Aufnahmelager auf den Inseln nach wie vor überfüllt. Im größten Lager Moria auf der Insel Lesbos halten sich derzeit laut griechischem Migrationsministerium rund 5.700 Menschen auf. Ausgelegt ist es für 3.000.