Kanada will wie die USA die Diplomatenfamilien aus Kuba abziehen. Die kanadische Regierung begründete den Schritt mit rätselhaften gesundheitlichen Problemen, die bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Angehörigen festgestellt worden seien. Die Ursachen der Symptome seien "unbekannt, sie könnten aber vom Menschen herrühren".

Kanada folgt damit den USA – die dortige Regierung hatte vor einem halben Jahr mehr als die Hälfte der Bediensteten abgezogen. Nach Angaben der US-Regierung hatten zuvor zwei Dutzend Botschaftsangehörige gesundheitliche Schäden erlitten, die auf "mysteriöse Attacken" zurückzuführen seien.

Nun seien auch zehn kanadische Botschaftsangehörige von derartigen Symptomen betroffen, teilte die Regierung in Ottawa mit. Dazu zählen unter anderem Gehörverlust, Sehprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeitsanfälle und Schlafstörungen. Kanada ließ daraufhin die Unterkünfte der Diplomatinnen und Diplomaten untersuchen – die Auslöser konnten bislang aber nicht bestimmt werden.

Die USA machen Kuba für die Angriffe verantwortlich, dort stritt man die Vorwürfe allerdings ab. Die US-Behörden hatten zunächst gemutmaßt, dass Kuba eine Art Akustik- oder Schallwaffe auf die Diplomatinnen und Diplomaten gerichtet haben könnte. In jüngsten Stellungnahmen war nur noch in allgemeiner Form von "Gesundheitsattacken" die Rede.