In der Nacht zu Dienstag hat ein Raketenalarm die syrische Flugabwehr in Alarmbereitschaft versetzt, mehrere Flugabwehrraketen wurden abgeschossen. Syrische Staatsmedien berichteten, dass israelische Kampfflugzeuge verschiedene Ziele im Land angegriffen hätten. Es habe sich um falschen Alarm gehandelt, hieß es von der Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf syrische Militärkreise.

Auch russische und israelische Medien berichteten über die vermeintlichen Angriffe, beriefen sich dabei aber auf Berichte der syrischen Staatsagentur Sana und des syrischen Staatsfernsehens. Demnach sollen Ziele in Vororten von Damaskus und bei Homs angegriffen worden sein. Mehrere Raketen seien von der Flugabwehr abgefangen worden, hieß es.  

Israel teilte mit, "keine Kenntnis" von dem Vorfall zu haben. Ein Pentagon-Sprecher sagte, in dem besagten Gebiet gebe es keine US-Militäreinsätze. 

Vor wenigen Tagen hatten die USA, Großbritannien und Frankreich Luftangriffe auf syrische Chemiewaffeneinrichtungen ausgeführt – als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma am 7. April, bei dem nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet wurden. Die westlichen Verbündeten machen Assad für den Angriff verantwortlich.

Syrien - Luftabwehr meldet Raketenangriffe Die syrische Flugabwehr hat staatlichen Medienberichten zufolge Raketen abgeschossen, die in den Luftraum über der Provinz Homs eingedrungen sind. Syrien sieht Israel in der Verantwortung – dort habe man jedoch "keine Kenntnis" von einem Angriff. © Foto: Bassam Khabieh/Reuters

Am Mittwoch sollen sich Ermittler der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) vor Ort ein Bild von der Lage machen. Ursprünglich sollten die neun Experten bereits am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, die aber wegen angeblicher Sicherheitsprobleme, die Russland und Syrien anführten, verschoben wurden. 

Am Montagabend wurde in der russischen Botschaft in Den Haag der Mittwoch als Zieltag genannt. Bis dahin sollten die Straßen nach Duma von Minen geräumt sein. Kritiker befürchten, dass bis dahin mögliche Spuren von Giftgas verschwunden sind.