Die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton erhielt beim Parteitag der Demokraten vom 25. bis 28. Juli in Philadelphia die absolute Mehrheit der Stimmen. Damit haben sich die Delegierten für Clinton als Präsidentschaftskandidatin entschieden. Am letzten Tag des Konvents nahm sie die Kandidatur persönlich an. Das Amt des US-Vizepräsidenten neben ihr soll der frühere Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Tim Kaine, übernehmen. Symbolischer Höhepunkt des Parteitags war Barack Obamas Rede, mit der er eindringlich für Clinton als seine Nachfolgerin warb. Zu Beginn des Parteitags hatten sich bereits First Lady Michelle Obama und Senator Bernie Sanders für Clinton als Präsidentschaftskandidatin ausgesprochen.   

Auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland eine Woche zuvor nahm auch der Milliardär Donald Trump die Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei an. Die Delegierten hatten auf ihrem Parteitag mit deutlicher Mehrheit für Trump als Kandidaten gestimmt. Er wolle seine Präsidentschaft unter den Leitsatz "Amerika zuerst" stellen, sollte er gewählt werden. Das sagte er in seiner Grundsatzrede. Bereits bei den letzten Vorwahlen der Republikaner am 7. Juni hatte sich Trump die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gesichert. Er war seit Wochen der letzte verbleibende Kandidat. Als seinen Vizepräsidenten hat er den Gouverneur von Indiana, Mike Pence, benannt. In den Wochen seit seiner Wahl brachte Trump zahlreiche einflussreiche Republikaner gegen sich auf, was sich in seinen fallenden Umfragewerten abzeichnete. In einer Rede stellte er sich deshalb kürzlich wieder hinter zwei seiner prominenten Parteikollegen, Paul Ryan und John McCain. Beide bewerben sich um ihre Wiederwahl in den US-Kongress und hatten sich zuerst nur zögerlich für Trump ausgesprochen.

Wer führt in den Umfragen?

Am 26. September stellen sich die Präsidentschaftskandidaten dem ersten TV-Duell. In Umfragen liegt Hillary Clinton momentan mit 48 Prozent der Stimmen vor Donald Trump mit 40 Prozent. Der offizielle Wahltag, an dem die US-Bürger für ihre Wahlmänner und Wahlfrauen stimmen, ist der 8. November. Diese wählen anschließend den neuen US-Präsidenten.

Fünf Monate Vorwahlen

Über die Vorwahlen werden in den USA Staat für Staat die Delegierten bestimmt, die anschließend den Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei wählen. Sie beginnen traditionell mit einem Caucus in Iowa, gefolgt von einer Primaryin New Hampshire. Während die Delegierten bei Primariesmit geheimen Wahlen auf Staatsebene direkt bestimmt werden, findet ein Caucus auf kommunaler Ebene statt. Die Vorwahlen beginnen immer zu Jahresbeginn und dauern bis Juni des Wahljahres an. Iowa und New Hampshire kommt dabei stets eine besondere Bedeutung zu: Die Ergebnisse der ersten beiden Staaten gelten als einflussreiches Stimmungsbarometer der Wähler und somit als mögliches Sprungbrett für Präsidentschaftsbewerber. 

Reuters
Wahl des US-Präsidenten

Wahl des US-Präsidenten

Wie kommt man eigentlich da rein?

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Zwischen der Entscheidung...

... zur Kandidatur und dem Amtsantritt können bis zu zwei Jahre liegen. Wer US-Präsident werden will, braucht also eine Menge Ausdauer.

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Foto: Reuters
1. Erfüllen Sie die Bedingungen...

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... und die sind:

1. Seien Sie mindestens 35 Jahre alt, von denen Sie 14 Jahre in den USA gelebt haben. 2. Seien Sie seit Geburt US-Bürger. 3. Registrieren Sie sich in jedem US-Staat 4. Melden Sie die Kandidatur bei der Bundeswahlbehörde 5. Sammeln Sie Unterschriften.

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Eigentlich ja:

George Washington, der erste Präsident, kam ohne Parteien-Unterstützung aus.

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Einige Bewerber zogen dieses Jahr bereits nach den ersten Vorwahlen ihre Kandidatur zurück, darunter die Republikaner Rand Paul, Senator aus Kentucky, der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, und Carly Fiorina, die einzige weibliche Bewerberin der Partei. Nach den Vorwahlen in South Carolina erklärte außerdem Jeb Bush, der Bruder von George W. Bush und früherer Gouverneur von Florida, seinen Rückzug. Ihm folgten Ben Carson, der nach dem Super Tuesday seinen Ausstieg bekannt gab, sowie zuletzt Ted Cruz und John Kasich

Im Vorwahlkampf der Demokraten traten deutlich weniger Bewerber an als in dem der Republikaner. Hier zog Martin O'Malley, der frühere Gouverneur von Maryland, seine Bewerbung relativ früh wieder zurück.