Am Abend des 19. Oktober trafen Donald Trump und Hillary Clinton in Las Vegas zum dritten und letzten TV-Duell aufeinander. Dabei ging es überraschend sachlich zu. Allerdings wich Trump der Frage aus, ob er das Wahlergebnis als Verlierer anerkennen würde. Einen Präsidentschaftskandidaten, der eine potenzielle Niederlage nicht akzeptieren will, hat es in der amerikanischen Politik noch nicht gegeben.

Donald Trump zeigte sich besser vorbereitet als in den vorherigen TV-Debatten. Bei den Themen Waffen, Abtreibung, Handel und Russland konnte er punkten. Laut einer CNN-Blitzumfrage erkannten die Zuschauer Hillary Clinton jedoch als Gewinnerin der letzten Debatte an. 52 Prozent der 547 befragten Zuschauer sahen sie vorn, 39 Prozent hielten Trump für überzeugender. Clinton appellierte an die Vernunft der Wähler und thematisierte viele Punkte ihres Wahlprogramms: Regulierung von Staatsschulden, Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, Umbau des Bildungssystems, Angleichung der Löhne für Frauen.

Die erste Debatte am 26. September gewann Clinton mit 57 Prozent der Stimmen, 34 Prozent sahen Trump vorn. Bei der zweiten Debatte erreichte Clinton 62 Prozent der Zuschauerstimmen, Trump 27 Prozent.

Wenige Tage vor dem letzten TV-Duell geriet Donald Turm wegen eines Videos aus dem Jahr 2005 in die Kritik, in dem er sich sexistisch gegenüber Frauen geäußert hatte. Mehrere Frauen warfen ihm daraufhin sexuelle Belästigung vor. In der TV-Debatte wies Trump die Vorwürfe als Verschwörung zurück.

Nominierung der Präsidentschaftskandidaten

Die Delegierten der Demokraten und Republikaner haben im Juli ihre Präsidentschaftskandidaten nominiert. Hillary Clinton erhielt auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia die absolute Mehrheit der Stimmen. Das Amt des US-Vizepräsidenten neben ihr soll der frühere Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Tim Kaine, übernehmen. Symbolischer Höhepunkt des Parteitags war Barack Obamas Rede, mit der er eindringlich für Clinton als seine Nachfolgerin warb.

Auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland eine Woche zuvor nahm der Milliardär Donald Trump die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei an. Auch er erhielt eine deutliche Mehrheit der Stimmen. Sollte er gewählt werden, wolle er seine Präsidentschaft unter den Leitsatz "Amerika zuerst" stellen, sagte er in seiner Grundsatzrede. Bereits bei den letzten Vorwahlen der Republikaner am 7. Juni hatte sich Trump die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gesichert. Er war seit Wochen der einzige verbleibende Kandidat. Als seinen Vizepräsidenten hat er den Gouverneur von Indiana, Mike Pence, benannt.

In fast allen Umfragen liegt Hillary Clinton nun mit einigen Prozentpunkten vor Donald Trump. Der offizielle Wahltag, an dem die US-Bürger für ihre Wahlmänner und Wahlfrauen stimmen, ist der 8. November. Diese wählen anschließend den neuen US-Präsidenten.

Wer führt in den Umfragen?


Fünf Monate Vorwahlen

Fünf Monate haben in diesem Jahr die Vorwahlen gedauert. Während dieser Zeit haben mehrere Bewerber ihre Kandidatur zurückgezogen, darunter die Republikaner Rand Paul, Senator aus Kentucky, der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, und Carly Fiorina, die einzige weibliche Bewerberin der Partei. Nach den Vorwahlen in South Carolina erklärte außerdem Jeb Bush, der Bruder von George W. Bush und früherer Gouverneur von Florida, seinen Rückzug. Ihm folgten Ben Carson, der nach dem Super Tuesday seinen Ausstieg bekannt gab, sowie zuletzt Ted Cruz und John Kasich.

Im Vorwahlkampf der Demokraten traten deutlich weniger Bewerber an als in dem der Republikaner. Hier zog Martin O'Malley, der frühere Gouverneur von Maryland, seine Bewerbung relativ früh wieder zurück.

Reuters
Wahl des US-Präsidenten

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Wie kommt man eigentlich da rein?

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Zwischen der Entscheidung...

... zur Kandidatur und dem Amtsantritt können bis zu zwei Jahre liegen. Wer US-Präsident werden will, braucht also eine Menge Ausdauer.

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Foto: Reuters
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... und die sind:

1. Seien Sie mindestens 35 Jahre alt, von denen Sie 14 Jahre in den USA gelebt haben. 2. Seien Sie seit Geburt US-Bürger. 3. Registrieren Sie sich in jedem US-Staat 4. Melden Sie die Kandidatur bei der Bundeswahlbehörde 5. Sammeln Sie Unterschriften.

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Eigentlich ja:

George Washington, der erste Präsident, kam ohne Parteien-Unterstützung aus.

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