Bundestagswahl in Bayern Debakel für die CSU
Absturz für die CSU: Die Partei strebte die 50-Prozent-Marke an, doch schneidet so schlecht ab wie noch nie bei einer Bundestagswahl seit mehr als 50 Jahren.
Ein Jahr nach dem Fiasko bei der bayerischen Landtagswahl muss die CSU bei der Bundestagswahl eine neue dramatische Niederlage hinnehmen. Laut einer Prognose des Bayerischen Fernsehens sank die Partei auf nur noch 41 Prozent der Stimmen ab. Damit liegt sie noch unter ihrem Ergebnis der Landtagswahl von 43,4 Prozent. Sie schneidet damit so schlecht ab wie noch nie in mehr als 50 Jahren bei einer Bundestagswahl. Vor vier Jahren, bei der Landestagswahl 2005, war die CSU noch auf 49,2 Prozent gekommen.
Aber auch die Bayern-SPD ist Verlierer dieser Bundestagswahl. Sie kam lediglich auf 16,5 Prozent. Das ist ebenfalls ihr schlechtestes Resultat bei einer Bundestagswahl in Bayern. Wahlgewinner sind dagegen die kleinen Parteien, allen voran die FDP, die laut Prognose massiv auf 15,5 Prozent zulegt. Die Grünen steigern sich auf 11,5 Prozent. Die Linke legt auf 6,5 Prozent zu und liegt damit erstmals bei einer Wahl in Bayern über fünf Prozent.
Horst Seehofer hat die drastischen Verluste seiner Partei bei der Bundestagswahl als enttäuschend bezeichnet. "Unser Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend", sagte der CSU-Chef. Seehofer wollte jedoch keine personellen Konsequenzen ziehen. "Ich bin jedenfalls fest entschlossen, alles zu tun, dass wir das verlorene Vertrauen der Bevölkerung hier in Bayern so schnell wie möglich mit einer neuen Regierung in Berlin zurückerobern." Er sagte Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel zu, "dass wir sie voll unterstützen werden".
CSU-Vize Peter Ramsauer zeigt sich trotz deutlicher Verluste für seine Partei bei der Bundestagswahl erfreut über die mögliche schwarz-gelbe Koalition. "Treue CSU-Wähler haben diesmal zuhauf FDP gewählt, um sicher zu gehen, dass es für Schwarz-Gelb reicht", sagte der CSU-Spitzenkandidat in der ARD. "Insofern zahlen wir da natürlich als CSU in Bayern einen gewissen Preis dafür, dass es auf Bundesebene für Schwarz-Gelb gut reicht." Es gebe für Union und FDP wohl eine "vernünftige Mehrheit". "Das war unser Hauptwahlziel."
Durch das Abstürzen bei der Landtagswahl im September 2008 hatte die CSU ihre absolute Mehrheit im Landtag eingebüßt. Damals hatten Ministerpräsident Günther Beckstein und Parteichef Erwin Huber ihre Ämter niederlegen müssen und waren vom damaligen Bundesagrarminister Horst Seehofer beerbt worden. Bei der Europawahl im Juni legte die CSU wieder auf 48,1 Prozent zu.
Die SPD setzte ihre langjährige Niederlagenserie in Bayern fort. Sie kommt zwar laut Prognose aus ihrem Tief bei der Europawahl heraus, als sie nur noch 12,9 Prozent erreicht hatte. Allerdings verfehlt sie ihr Bundestagswahl-Ergebnis von 2005 deutlich und schneidet nochmals schlechter ab als bei der Landtagswahl, als sie auf 18,6 Prozent gekommen war. Der neue Landeschef Florian Pronold ist damit mit seinem Wahlziel gescheitert, ein deutlich besseres Ergebnis zu holen als bei der Landtagswahl. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war die Bayern-SPD noch auf 25,5 Prozent gekommen.
- Datum 27.09.2009 - 19:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Bin wirklich gespannt wann die CSU endlich merkt, dass Horst Seehofer die schlechteste Wahl als CSU Vorsitzender war die man treffen konnte. Beckstein wäre ohne Huber mal eine ehrlich Alternative gewesen, um nach den Verbrechern Strauß und Streibl sowie dessen ungeeigneten Nachfolger Stoiber wieder etwas Ehrlichkeit in die Politik zu bringen.
Hier müssen Köpfe rollen und Platz geschaffen werden um die junge Generation der CSU ranzulassen....
Horo
Zu viele CSU-Wähler waren mit dem Oktoberfest beschäftigt, und bei den SPD-Wählern ist es wie überall im Land. Sie haben einerseits den Glauben an die frühere Arbeiter-Partei verloren, sind aber andererseits durch die jahrelang von den Medien und anderen Parteien betriebene Stigmatisierung der Linken noch zu verunsichert und schüchtern, um ihr Wahlverhalten den neuen Umständen anzupassen und bleiben dann lieber zuhause, oder gehen einfach auch auf die Wiesn.
... wenn in der neuen Bundesregierung so wenig CSU drin wäre wie möglich. Aber freuen wir uns mal nicht zu früh ...
... am Ende entscheiden nicht die Prozente, sondern die Mandate ... und weil die CSU wohl fast alle Kreise einsammeln und einen Haufen Überhangmandate mitnehmen dürfte, ist das Zweitstimmenergebnis in Bayern (leider) praktisch wurscht ... da kann man echt (Ram)sauer werden.
... und Bayern damit zu einem normalen Bundesland - Bayern kommt in Deutschland an, früher oder später!
Das schlechte Abschneiden der SPD ist dem schlechten Abschneiden der CSU sehr ähnlich: Beide verlieren ihre Basis, werden nervös und betreiben Haudrauf-Populismus. Mit Politik hat das nichts mehr zu tun.
Wohltuend stellen die GRÜNEN in Bayern eine echte alternative dar, sie ist keine rechte noch linke Partei, sie beschäftigt sich mit Landesthemen und stellt das Interesse der Menschen in den Vordergrund, und nicht eigene Parteiinteressen.
Wenn ich alleine die Hauruckreformen im manchen Verwaltungen und in der Schule (G8)und deren Auswirkungen auf viele Familien in Bayern sehe, wundert es mich nicht, wenn es mit der CSU bergab ging.
Die Schüler werden m.E in Bayern sehr stark gefordert, seit einigen Jahren habe ich manchmal fast den Eindruck einer Überforderung (und ich meine hier nicht nur die vielleicht weniger begabten und fleißigen Schüler).
Ich kenne viele Familien, wo die Schulsituation inzwischen fast tägliches Leidthema ist, und bei denen frustrierte und überforderte Schüler das Familienglück massiv beeinträchtigen. Nachdem ich seit ein bis zwei Jahren auch auf einigen Elternabenden im Gymnasium war, verstehe ich die allg. Unzufriedenheit besser. Denn bisher dachte ich immer, na ja so schlimm kann es auch nicht sein Leistung muss sein, bzw. früher war es auch nicht viel "besser". Aber einige Aussagen von Schulleitung und Lehrern sowie ein tieferer Einblick in den Lernumfang und die Aufgaben-Ansprüche bei meinen Kindern waren doch ziemlich ernüchternd. Nicht umsonst schicken viele Eltern in Grenzregionen ihre Kinder nach BA-Württ. und Hesen zur Schule, teils über 25km entfernt.
Der Anfang vom Ende war wie bereits oft festgestellt der große Wahlerfolg seinerzeit von MP Stoiber - ab da hob die CSU ab und zwar so hoch, dass sie ihre Bürger und ihre Anliegen & Sorgen nicht mehr sah.
Wenn ich alleine denke, was man mit den Milliardenverlusten der Landesbank finmanzieren könnte...zum heulen.
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