Wen wählen? Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009
Wen wählen? Beantworten Sie 38 Fragen, und der Wahl-O-Mat zeigt Ihnen, wo Sie politisch stehen. Doch auch für die Parteien ist das Online-Tool interessant.
© ZEIT Grafik
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009 ist online. Damit können die Wähler unkompliziert herausfinden, welches Wahlprogramm ihren politischen Überzeugungen am nächsten kommt.
Wie funktioniert der Wahl-O-Mat? Den Parteien, die zur Bundestagswahl antreten, wurden 38 politische Thesen zur Bewertung vorgelegt. 24 Parteien haben geantwortet und ihre politischen Ansichten dazu formuliert. Mit diesen Angaben wurde die Wahl-O-Mat-Datenbank schließlich gefüttert.
Der Wahl-O-Mat-"Spieler" muss nun nichts weiter tun, als ebenfalls zu den 38 Thesen seine Meinung abzugeben ("dafür", "dagegen" oder "neutral"). Daraus errechnet der Wahl-O-Mat, mit welcher Partei es die meisten Übereinstimmungen gibt. Wer das Online-Tool spielt, mag bisweilen überrascht sein, welche Parteipräferenzen ihm der Wahl-O-Mat ausspuckt.
Doch auch den einen oder anderen Parteipolitiker dürfte erstaunen, dass seine Partei und der vermeintliche politische Gegner durchaus zusammenpassen. Denn auch dafür kann man den Wahl-O-Mat nutzen: Man kann mit ihm herausfinden, in welchen Themenfelder bestimmte Parteien übereinstimmen und in welchen nicht.
Aus diesen Informationen kann man einen "Übereinstimmungsindex" für Parteipaare (*) generieren, wie es unser Wahlen-nach-Zahlen-Blogger Thorsten Faas getan hat. Hier sind seine Ergebnisse, die wir seinem Blog entnommen haben:
Die höchste Übereinstimmung mit einem Wert von über 84 Prozent resultiert demnach für Grüne und Linke; der niedrigste zwischen Union und Linke: 21 Prozent.
Was können wir über aktuell diskutierte Koalitionsmodelle lernen? Für Jamaika wird es schwer: Die Übereinstimmung zwischen Union und Grünen liegt nur bei 32 Prozent – während sie zwischen Grünen und der FDP bei immerhin 53 Prozent liegt. Das ist ein größeres Maß an Übereinstimmung, als für SPD und Union in der Großen Koalition zu beobachten ist (47 Prozent). Schwarz-Gelb kommt auf einen Übereinstimmungsgrad von 63 Prozent, SPD und Grüne von 76 Prozent (und SPD und Linke von 71 Prozent).
Würde es alleine nach inhaltlichen Aussagen gehen (und noch dazu nur nach denen, die als These in den Wahl-O-Mat eingeflossen sind), wäre das also die politische Landschaft in Deutschland. Seit den Landtagswahlen – vor allem in Thüringen und dem Saarland – wissen wir allerdings auch, dass Personen eine wichtige Rolle spielen: Bodo Ramelow möchte die SPD-Fraktion nicht wählen, im Saarland hakt es zwischen Mitgliedern der Grünen- und der Linken-Fraktion. Diesbezüglich hilft der Wahl-O-Mat allerdings nicht weiter – weder den Parteien noch den Wählern. Der Politiker-O-Mat muss erst noch erfunden werden.
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ist über diese Adresse erreichbar: http://www.zeit.de/wahlomat
(*) Der Index berechnet sich wie folgt: Für jedes Paar von Parteien wird über alle 38 Thesen hinweg gezählt, wie oft die Parteien übereinstimmen. Jede Übereinstimmung gibt einen Punkt, jede Kombination von "stimme zu" oder "stimme nicht zu" mit "neutral" einen halben Punkt. Addiert man diese Punkte zusammen und teilt die Summe durch 38 (die Zahl der Thesen), erhält man den Index. Die Annahme ist dabei natürlich, dass alle Thesen gleich wichtig sind.
- Datum 27.09.2009 - 00:59 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 15
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Dieser Wahlomat ist so unnütz wie ein Kropf. Keine der Parteien fühlt sich an die Wahlversprechen gehalten. Also macht es keinen Sinn diese aus Auswahlkriterium für eine zu wählende Partei zu verwenden.
Unnütz ist schon sehr übertrieben! Es geht darum dir Grundeinstellung der Parteien darzustellen. Dafür ist der Wahl-o-mat sehr gut. Er ist weder absolut noch perfekt aber hilfreich.
Dann frage ich mich, Herr/Frau Olequappa, was als Kriterium für die Wahl einer Partei herhalten soll, da Sie, wie ich annehme, nicht für eine generelle Nicht-Wahl sprechen wollen. Scheinbar gibt es neben den Wahlversprechen noch eine andere Ebene, auf deren Basis Wahlverhalten ordentlich stattfinden kann. Diese Ebene, Herr/Frau Olequappa, ist dann entweder die der Wahlversprechen und ihrer Einhaltungsquote, was den Wahlomat dazu machen würde, was er ist, nämlich einem bloßen Informationsportal für Interessierte mit wenig Zeit. Oder dem, was hinter den Wahlversprechen an tatsächlichen Aktionen durchgesetzt wird (was letztlich auch nichts anderes ist). Hier ließe sich dann mit Ihrer großen Erfahrung ablesen, dass Wahlversprechen mehr eine generelle Linie der zukünftigen Politik abgeben und genau das versucht man ja mit einem Wahlomat, Linien finden, die einigermaßen mit den eigenen Ansprüchen konform gehen. Dass die Politiker inkonsequent sind, ändert nichts an dem Anspruch des Wahlomat, ihre Richtlinien wiederzugeben. Deswegen wählen Sie, Herr / Frau Olequappa, auch kein Wahlprogramm, sondern einen Politiker.
Findet man auch Auswertungen darüber, wie die Parteiprogramme dann abgeschnitten haben bei den "Spielern"? Es wäre doch hochinteressant, wieviel Prozent der Spieler welche Partei als best-übereinstimmend mit ihrer persönlichen Meinung bekäme. Ich denke zum Beispiel, dass die Grünen sich hier deutlich öfter als am besten übereinstimmende Partei herausgestellen als es ihre Prozentzahl im Bund aussagt. Genauso interessant wäre auch eine Prozenverteilung über die am wenigsten übereinstimmenden Parteien...
Würde ich mich an den Wahl-O-Maten halten, müsste ich DKP wählen. Die Linke dagegen ist erst an 6. von 8 Stellen (vor Zentrum und CDU/CSU).
Eigentlich finde ich den Wahl-o-mat ne super Sache, kann er doch von der Grundidee her durchaus hilfreich bei der Wahlentscheidung sein.
Es scheint aber leider so, als ob die mit den Jahren stetig gewachsene Popularität des Wahl-o-mat dazu geführt hat, dass einflussreiche Leute Druck gemacht haben dass der Wahl-o-mat verändert wird und die grossen Parteien bevorzugt.
Letztlich ist es nämlich so: Wenn man alle Fragen beantwortet hat, so bekommt man nicht einfach angezeigt welche Partei denn nun am besten zu einem passt. Nein, ohne dass es einen guten Grund dafür gäbe, muss man die Parteien für die man Ergebnisse sehen möchte selbst auswählen - und darf nur maximal 8 Parteien auswählen! Die "grossen fünf" Parteien CDU/CSU, SPD, Linke, Grüne und FDP werden dabei ganz am Anfang aufgelistet und sind darüber hinaus noch durch einen Rahmen hervorgehoben. Fast jeder der zum Parteienauswahldialog kommt, wird daher als erstes diese fünf Parteien auswählen. Von den restlichen 19 kleineren Parteien kann er dann nur noch maximal 3 auswählen. Egal wie man es macht - Mindestens zwei Drittel aller Parteien werden auf der Ergebnisseite gar nicht angezeigt. Man kann zwar nochmal zurückgehen, andere Parteien auswählen und diese dann vergleichen, aber nur die Allerwenigsten dürften sich die Mühe machen das x-mal zu wiederholen, nur um für alle Parteien ein Ergebnis zu sehen.
Dabei ist es wirklich interessant, mal zu sehen was für interessante kleine Parteien es so gibt.
Ich mache den Wahl-O-Mat vor jeder Wahl (sofern es einen gibt) und finde die Ergebnisse auch immer interessant. Die Parteienreihenfolge, die am Ende herauskommt, ist ja nur ein Teil des Tools. Mindestens genauso wichtig finde ich die Vergleichsmöglichkeiten. Man findet doch immer mal Antworten von Parteien, die man anders erwartet hätte - in den Fällen kann man dann Genaueres nachlesen.
Dass Wahlentscheidungen nicht ausschließlich von Inhalten sondern auch von Personen, deren Glaubwürdigkeit etc abhängen ist ja bekannt. Und auch bei den Themen, die angeschnitten werden, ist der Wahl-O-Mat natürlich beschränkt. Nicht zu schweigen davon, dass einige Thesen unklar formuliert sind. Dennoch ist der Wahl-O-Mat eine gute, alternative Wahlhilfe. Er bleibt natürlich nur eine Möglichkeit und sollte nicht als alleiniges Informationsmedium dienen. Man muss die oben stehenden Parteien ja auch nicht wählen, man kann.
Ich fand die Thesen bei den letzten Ausgaben des Tools zwar besser formuliert und ausgewählt, aber eine Benachteiligung von Splitterparteien kann ich nicht erkennnen. Es ist doch normal, dass Parteien, die bereits im Parlament sind, bei der Auswahl oben stehen. Ich finde es lobenswert, dass alle Parteien, die wollen, teilnehmen können. In der Auswertung sieht man eine Tabelle ohne jegliche Präferierung irgendwelcher Parteien. In den übrigen Medien bekommen kleine Parteien nahezu gar keine Aufmerksamkeit. Und wenn, werden sie immer etwas ins Lächerliche gezogen.
@ Herr Vorragend:
Sie können das Wahl-o-Mat Ergebnis einfach als pdf Datei herunterladen, ausdrucken und dann direkt vergleichen. Das ist auch nicht sonderlich kompliziert
warum man trotz Allem wählen gehen sollte, bringt es der Kabarettist Wilfied Schmickler, von den "Mitternachstspitzen" des WDR in seinem Beitrag vom 05.09.2009:http://www.youtube.com/watch?v=HvUP6mj2q_8
warum man trotz Allem wählen gehen sollte, bringt es der Kabarettist Wilfied Schmickler, von den "Mitternachstspitzen" des WDR in seinem Beitrag vom 05.09.2009:http://www.youtube.com/watch?v=HvUP6mj2q_8
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