Tanklaster-Bombardement Isaf-Bericht kritisiert Bundeswehr-Oberst Klein

Der Befehl hätte nicht erteilt werden dürfen: Laut Nato hat der deutsche Oberst vor dem Angriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan seine Kompetenzen überschritten

Die Nato erhebt schwere Vorwürfe gegen den deutschen Oberst Georg Klein, der am vergangenen Freitag das Bombardement auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster befohlen hat. Dieser hat nach Ansicht der Nato seine Kompetenzen überschritten und die Lage falsch eingeschätzt. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf hochrangige Bündnis-Kreise, die sich ihrerseits auf einen vorläufigen Bericht der Internationalen Schutztruppe (Isaf) beziehen.

Die Zeitung zitiert einen führenden Nato-Offizier, wonach es "sonnenklar" sei, dass Klein den vorgeschriebenen Befehlsweg nicht eingehalten habe. Zu einer Entscheidung von solcher Tragweite sei der Kommandeur des zivil-militärischen Wiederaufbauteams in Kundus ohne Rücksprache mit dem Isaf-Hauptquartier nicht befugt gewesen.

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Zudem, so berichtet die Süddeutsche weiter, habe es keine unmittelbare Bedrohung für Isaf-Truppen gegeben. Die beiden Tanklaster, die nach Darstellung der Bundeswehr als rollende Bomben hätten eingesetzt werden können, hätten auf einer Sandbank im Fluss Kundus festgesteckt.

Darüber hinaus sei die Lage über Stunden hinweg beobachtet worden, eine schnelle Entscheidung sei nicht erforderlich gewesen. Laut dem Nato-Offizier hätte man noch bis Tagesanbruch warten können, um zu versuchen, die mutmaßlichen Taliban zu fassen oder zu vertreiben. Auch die Anforderung von Luftunterstützung durch zwei US-Kampfjets, die schließlich die beiden Bomben auf die Tanker abwarfen, sei nicht zu erklären. Der sogenannte "Close Air Support" dürfe nur angefordert werden, wenn Soldaten am Boden in Gefechte verwickelt seien.

Das Blatt zitiert auch einen Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Dieser nannte das Papier einen "Reisebericht", der unbestätigte Spekulationen enthalte. Wie die Süddeutsche weiter aus der Führung des Ministeriums erfahren haben will, sei der Bericht einseitig formuliert und enthalte keine entlastenden Elemente. Man müsse die offizielle Untersuchung abwarten.

Bei dem Angriff am vergangenen Freitag hatten zwei US-Kampfjets auf Anforderung der Bundeswehr bei Kundus zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen bombardiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen dabei 56 Menschen ums Leben. Andere, unbestätigte Quellen berichteten von weit mehr als 100 Toten. Nach einem internen Nato-Bericht soll es zwischen 70 und 78 Todesopfer gegeben haben. 

Ob Zivilisten darunter waren, ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums weiterhin unklar. Die Isaf allerdings hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, eine erste Einschätzung am Ort des Bombenangriffs durch den Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal und andere Offiziere habe ergeben, dass Zivilisten bei dem Luftangriff "getötet oder verletzt" wurden.

 
Leser-Kommentare
  1. Jetzt können sie die Verbrechen der NATO kaschieren, die in Afghanistan besonders schlimm agiert haben und sich jetzt als Hüter der Humanität aufspielen.

    Insbesondere die Amerikaner und Briten haben Depleted Uranium Munition in Afghanistan, genauso wie in Ex-Jugoslavien und im Irak, verschossen und damit weite Areale unbewohnbar gemacht. Dabei wurden die eigenen Soldaten, auch deutsche, kontaminiert und leiden an verschiedenen Krebs-Arten. Die Kinder dieser Soldaten sind misgebildet, haben einen Fischmund, keine Augen, schuppige Haut und eine schlechte Prognose.

    Im übrigen wurden die ersten DU-Geschosse von Rheinmetall entwickelt und in Bayern und Niedersachsen getestet. Die beteiligten BW-Soldaten und Anwohner kämpfen um Anerkennung wegen der Leukämie-Fälle.

    • joG
    • 09.09.2009 um 20:07 Uhr

    ... und genügend Material für den Einsatz? Wenn nicht, wäre es eher ein politisches Problem.

    • Katana
    • 09.09.2009 um 20:21 Uhr

    1) Wie kann ein Mensch dort unten bei den Amerikanern einen Luftangriff anfordern ,wenn er dazu nicht befugt ist ?

    2) Klar warten und dann buh,buh machen und die Taliban vertreiben und wenn sie zwischenzeitlich 6000! Meter vom deutschen Lager ihre beiden Tanklaster wieder flott kriegen und dann innerhalb von Minuten am Lager ankommen und sie zur Explosion bringen ,dann haben die Soldaten dort wohl Pech gehabt .
    In so einem Falle wäre der Oberst natürlich auch unfähig , denn er hätte ja einen Luftangriff anfordern können (Vorsicht Ironie).

    3) Das nächste Dorf war mehrere Kilometer entfernt , was bitte hätten denn unbeteiligte Zivilisten nachts um halb 2 mitten zwischen den Taliban auf einer Sandbank im Fluss zu suchen ?

    Wenn man diese Berichte welche die deutschen Soldaten schon wieder als seelenlose Mörder sehen ,nur weil sie nicht das Risiko eingehen wollen in ihren Betten in die Luft gejagt zu werden kann ich nur sagen "raus da mit den Jungs ,unter diesen Bedingungen kann kein Soldat kämpfen ".
    Entweder ich führe einen Krieg und dann gibt es Tote(auch zivile) oder ich lasse es ,dazwischen gibt es nichts außer völlig sinnlos verheizte Soldaten welche aus reiner Unsicherheit am Ende leichte Beute werden , für einen Gegner der ganz genau weiß was er da tut .
    Klar hätte der Oberst am besten noch im Dunkeln einen Trupp losschicken sollen, den die Taliban dann genüsslich beschießen können,
    um dann anschließend einen großen Sieg über die bösen Eindringlinge feiern zu können .

  2. Jung hin, Jung her (dieser ist wirklich unmöglich!)-, die Führung im Militärwesen haben die Politiker. Rot-Grüne Sozialisten (Schröder, Fischer- unter stillschweigender Beteiligung aller anderen Parteien) fädelten 2002 (vor Irak!) unter bewusster Öffentlichkeitsirreführung und anrüchiger Grundgesetztreue eine Kriegsbeteiligung am Hindukusch ein. Anbetracht Deutschlands verwerflicher Kriegsvergangenheit, quasi eine Staatsverschwörung. Das ist der Ausgangspunkt und kein anderer. Unabhängig dieser vom Kriegsglück, Moral und Nutzen. Und zum diesen gilt es konsequent zurückzukehren. NUR am Ausgangspunkt anknüpfend können weitere Überlegungen bezüglich Afghanistan angestellt werden.
    Die Mächtigen dieser linkisch-linken Krummenrepublik hingegen sehen den Rubikon überschritten und wollen die Afghanistanproblematik allein auf die Frage beschränken, ob es sich um einen kriegerischen oder aufbauhelferischen Einsatz der BW handelt. Ansonsten nur das Weiter und Mehr ist ihnen vom Interesse. Hauptsache Erfolg nach ihren Gutdünken, egal mit welchen Mitteln!

    • ADoria
    • 09.09.2009 um 20:49 Uhr

    ... in Brüssel und Washington.
    Hochrangige Bündnis-Greise sehen ihre Aufgabe darin, aus vorläufigen Berichten zu zitieren. Dass die NATO nach außen einen solchen Terz veranstaltet, liegt doch auch daran, dass der Einsatz im kommenden Jahr schon so lange andauern wird, wie der Einsatz der Russen zwanzig Jahre zuvor – nur mit noch magererem Ergebnis. Während sich Moskaus Marionette noch bis 1996 halten konnte, ist Karzai völlig hilflos. Waren die Stimmen, die bisher gegen den Krieg sind nur in Deutschland in der Mehrzahl, dreht sich dies mittlerweile in allen Staaten ebenfalls. Die Politik hat die Sache vergurkt und findet nun keinen Ausweg.

    Wenn alles so „sonnenklar“ ist, frage ich mich, warum die Piloten aufgestiegen sind? Wenn ein nicht zum Befehl berechtigter Offizier die Flugzeuge anfordern kann, nehmen diese ihre Befehle per Taxifunk entgegen? Es muss doch einen Einsatzstab geben, der die Befehle in Empfang nimmt? Wissen die nicht, wer ihnen Befehle erteilen darf?
    Na ja, immerhin sind von den am Sonntag nach Auskunft der NATO bekanntgegeben Opfern inzwischen ca. 47 bis 55 ins Leben zurückgekehrt.
    Im übrigen ist der General McChrystal doch eine Person zweifelhaften Rufes. Eigentlich gehört diese Cheney-Altlast vor Gericht. Dass man so eine Type zum Oberbefehlshaber erklärt, zeigt: Die Verzweiflung ist groß. Obama & Co. kann man nur die totale Bruchlandung wünschen.

  3. Bisher habe ich nur unscharfe Darstellungen gelesen.
    Sollen sich die Leser mit Spekulationen, Gerüchten, einseitigen Mutmaßungen usw. die Zeit totschlagen oder warten wir mal seriös überprüfte Berichte ab. Danach können wir uns immer noch wund diskutieren.

  4. Aussziehen diente. In der kurzen Zwischenzeit bis zum Angriff kommen Sympathisanten, Benzindiebe, Neugierige eines Dorfes. Nun sprechen die Weltmeister der Kollateralschäden, USA und Frankreich und sonstige Alliierte von einem großen Fehler usw. Die Bundeskanzlerin hat noch keine Erkenntnisse, entschuldigt sich aber schon mal im Voraus und bedauert präventiv. Die Linke und die SPD und Grüne basteln an einer neuen "Dolchstoßlegende", greifen die Bundeswehr in gewohnter Weise wehrkraftzersetzend an. Der Verteidigungsminister und sein Staatssekretär üben sich zusammen mit ihrer Presse als Freischwimmer. Die Soldaten kochen vor Wut über solch ein Gebaren der Verantwortlichen und der Verbündeten. Taliban rauben zwei volle Tankzüge für Eigenverbrauch oder Anschlag? Sie stecken am Flussbett fest und werden bombardiert. Daneben ein ausgebrannter Traktor, der zum herau

    • hardob
    • 09.09.2009 um 22:41 Uhr

    Die Darstellungen wird so lanne unscharf bleiben, bis sich irgend eine abgesegnete Fassung endlich durchsetzt. Von der dürfen Sie nicht erwarten, dass Sie von der die ganze Wahrheit erfahren. Sie müssen schon selber nachdenken.
    Die widersprüchlichen Informationen, die jetzt vorliegen lassen aber zwei Fragen zu - und die betreffen die Bundeswehr, da braucht sich keiner über die Verbündeten oder die Nato zu beschweren.

    Die erste Frage ist, wie kann es jetzt noch passeren, das 2 Tanklaster (rollende Bomben nach der Definition des Verteidigungsministers) entführt werden?

    Die zweite ist, wieso ist die Bundeswehr nicht in der Lage, nur 7 km von ihrem Standort am Boden einzugreifen.

    Sollte es sich bewahrheiten, die Lage über Stunden hinweg beobachtet worden, ergäben sich noch weitere drängende Fragen an die Kompetenz der Kommandeure der Truppe in Afghanistan.

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