Direktmandate Wer wo triumphierte, scheiterte und warumSeite 2/2

Die bisherige Bundesjustizministerin Brigitte Zypriesgewann ihren Wahlkreis hauchdünn mit 35 Prozent. Die SPD-Politikerin lag in Darmstadt aber mit 46 Stimmen vor dem CDU-Mann Andreas Storm.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wurde zum Stimmenkönig Bayerns. Der CSU-Politiker erzielte in seinem Wahlkreis Kulmbach 68,1 Prozent der Erststimmen und löst damit den Straubinger Bäckermeister und Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken ab. Der Niederbayer hatte 2005 noch 74,6 Prozent der Wähler hinter sich gebracht, jetzt waren es noch 55,4 Prozent.

Grünen-Urgestein Hans-Christian Ströbele gewann den Berliner Wahlkreis Friedrichhain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost erneut mit großer Mehrheit – mit 46,8 Prozent der Erststimmen, das waren 3,5 Prozentpunkte mehr als 2005.

Seine Gegenkandidatin Vera Lengsfeld von der CDU kam nur auf 11,6 Prozent. Lengsfeld hatte im Wahlkampf mit Plakaten für Aufregung gesorgt, die sie und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit tiefen Dekolletés zeigten. Vor ihr lagen noch Halina Wawzyniak von der Linkspartei mit 17,5 und der SPD-Linke Björn Böhning mit 16,7 Prozent Erststimmen.

CDU-Chefin Merkel gewann ihren Wahlkreis an der Ostsee mit großem Vorsprung – mit 49,3 Prozent. Knapp ging die Wahl mit einem Vorsprung von 0,3 Prozent für Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) aus, der das Direktmandat in Groß-Gerau gewann. Der Hesse schlug den bisherigen Mandatsinhaber Gerold Reichenbach von der SPD, der 2005 diesen Wahlkreis noch mit 47,1 Prozent für sich entschieden hatte.

In Hamburg gab es einen Dämpfer der besonderen Art: Der parteiinterne Putschversuch an SPD-Politiker Niels Annen im Wahlkreis Eimsbüttel scheiterte. SPD-Jungpolitiker Danial Ilkhanipour konnte in dem ansonsten für die Sozialdemokraten sicheren Wahlkreis nicht das Direktmandat holen. Der CDU-Politiker Rüdiger Kruse zog mit 30,7 Prozent vorbei. Ilkhanipour blieb mit 24,2 Prozent sogar hinter der Grünen-Kandidatin Krista Sager (26,2 Prozent) zurück.

Die Aufstellung des SPD-Kandidaten im Wahlkreis Eimsbüttel hatte im November vergangenen Jahres zu einem parteiinternen Eklat geführt: Ilkhanipour gab seine Kandidatur erst kurz vor der Abstimmung der Parteimitglieder bekannt und hatte zuvor eine Mehrheit organisiert. Annen blieb keine Zeit zu reagieren.

 
Leser-Kommentare
  1. fällt selbst hinein! HE HE HE!!! :-)))

    "Ilkhanipour gab seine Kandidatur erst kurz vor der Abstimmung der Parteimitglieder bekannt und hatte zuvor eine Mehrheit organisiert. Annen blieb keine Zeit zu reagieren."

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    In der Auflistung der prominenten Direktmandatverlierer fehlt meines Wissens auch Ursula von der Leyen...

    In der Auflistung der prominenten Direktmandatverlierer fehlt meines Wissens auch Ursula von der Leyen...

  2. "...zu Guttenberg wurde zum Stimmenkönig Bayerns. Der CSU-Politiker erzielte (...) 68,1 Prozent der Erststimmen und löst damit (...) Ernst Hinsken ab. Der Niederbayer hatte 2005 noch 74,6 Prozent der Wähler hinter sich gebracht, jetzt waren es noch 55,4 Prozent."

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    • hagego
    • 28.09.2009 um 13:53 Uhr

    Hier wird offenbar von verschiedenen Wahlkreisen geschrieben.

    ,-)

    • sehlen
    • 28.09.2009 um 18:40 Uhr

    Die Passage zum "Stimmenkönig Bayerns" ist in der Tat missverständlich geschrieben. gemeint ist aber, dass zu Guttenberg mit seinem Ergebnis Ernst Hinsken _als Stimmenkönig_ ablöste. Aber kandidiert haben beide auch 2009 in unterschiedlichen Wahlkreisen.

    • hagego
    • 28.09.2009 um 13:53 Uhr

    Hier wird offenbar von verschiedenen Wahlkreisen geschrieben.

    ,-)

    • sehlen
    • 28.09.2009 um 18:40 Uhr

    Die Passage zum "Stimmenkönig Bayerns" ist in der Tat missverständlich geschrieben. gemeint ist aber, dass zu Guttenberg mit seinem Ergebnis Ernst Hinsken _als Stimmenkönig_ ablöste. Aber kandidiert haben beide auch 2009 in unterschiedlichen Wahlkreisen.

    • hagego
    • 28.09.2009 um 13:50 Uhr
    3. Warum?

    Das "Warum" kommt in diesem Artikel - von einer Ausnahme abgesehen - aber zu kurz. Warum? Denn die Gründe, wenn diese eruierbar wären, könnten ja für einen Neubeginn (der SPD) interessant sein.

    Bei Ulla Schmidt ist die Abwahl natürlich auch ohne Recherche nachvollziehbar. Und - vice versa - bei Verteidigungsminister Jung ist die direkte Wahl kaum nachvollziehbar.

    Wer erinnert sich eigentlich noch an Ute Vogt, SPD-Landeschefin in Baden-Württemberg, die ganz große Hoffnung der SPD?

    Ströbele, der Alt-Grüne, hat wohl zur Zeit mehr Akzeptanz bei seinen Wählern als in seiner Partei. Ihn jedenfalls lassen die Grünen kaum noch vor die Fernsehkameras. Oder will Ströbele das gar nicht mehr?
    Seiner direkten CDU-Gegenkandidatin Vera Lengsfeld soll ja ein Angebot des Senioren-Magazins Greyboy vorliegen.

    Die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte sich doch selbst und auch dem Volke einen Gefallen tun, in dem sie Westerwelle zum Außenminister macht und alle anderen Ministerposten dem Charme-Bolzen Karl-Theodor zu Guttenberg überlässt. Das macht der Kanzlerin das Regieren leichter und übersichtlicher - und der Steuerzahler spart womöglich noch einige Euro. - Ach nee, dieses Geld braucht der künftige Minister des Äußeren ja für sein Guidomobil II.

  3. 4.

    In der Auflistung der prominenten Direktmandatverlierer fehlt meines Wissens auch Ursula von der Leyen...

    • hagego
    • 28.09.2009 um 13:53 Uhr

    Hier wird offenbar von verschiedenen Wahlkreisen geschrieben.

    ,-)

    • sehlen
    • 28.09.2009 um 18:40 Uhr

    Die Passage zum "Stimmenkönig Bayerns" ist in der Tat missverständlich geschrieben. gemeint ist aber, dass zu Guttenberg mit seinem Ergebnis Ernst Hinsken _als Stimmenkönig_ ablöste. Aber kandidiert haben beide auch 2009 in unterschiedlichen Wahlkreisen.

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