Opel GM rettet Merkel
Der US-Konzern GM hat dem Verkauf von Opel zugestimmt. Im Wahlkampf konnte der Kanzlerin nichts Besseres passieren, doch das hat seinen Preis. Ein Kommentar von C. Seils
Der Opel-Poker ist entschieden, vorerst muss man wohl sagen. Aber Angela Merkel steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Noch bevor die Entscheidung von General Motors am Donnerstag in Berlin offiziell verkündet wurde, trat die Bundeskanzlerin im Kanzleramt freudig vor die Fernsehkameras und verkündete einen „Neuanfang“ für den Autobauer aus Rüsselsheim.
Ökonomisch mag man darüber streiten, ob der Deal richtig ist. Ob es sinnvoll ist, Opel aus dem GM-Konzern weitgehend herauszulösen und den Russen an der Seite des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna den Einstieg zu ermöglichen.
Politisch bedeutet der Deal für die Kanzlerin die Rettung. Jeder andere Ausgang des monatelangen Pokers um Opel hätte die Christdemokratin mitten im Wahlkampf enorm beschädigt. Die Protesterklärungen waren schon gedruckt, die Gewerkschaften hatten schon zu einer Protestdemonstration aufgerufen. Ein Opel-Wahlkampf hätte für Merkel gefährlich werden können. Jetzt kann sich die Kanzlerin feiern lassen, und der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier kann nur danebenstehen und höflich applaudieren.
Dabei wirft der Verkauf von Opel an Magna noch jede Menge Fragen auf. Über die Bedingungen zum Beispiel, die GM an den Deal knüpft, ist bislang wenig bekannt. Manches muss in den nächsten Wochen noch verhandelt werden, und manches davon könnte sich noch als heikel entpuppen.
Merkel nennt die Bedingungen „beherrschbar“, doch dass es nun heißt, die Verhandlungen darüber könnten bis nach der Bundestagswahl dauern, macht skeptisch. Zudem lässt sich der Preis, den Deutschland letztlich wird zahlen müssen, noch nicht beziffern. Von zusätzlichen Staatsgarantien ist die Rede, gut möglich also, dass die Bundesregierung finanzielle Zusicherungen gemacht haben könnte, die über die bislang bekannten 4,5 Milliarden Euro hinausgehen.
Der Bundesregierung blieb gar nichts anderes übrig, als die Bedingungen von GM zu akzeptieren, sie war längst erpressbar geworden. Merkel und Steinmeier konnten sich ein Scheitern der Verhandlungen politisch nicht leisten. Zu massiv hatten sie sich in den letzten Monaten in die Rettung von Opel eingemischt, und zu nah war mittlerweile der Termin der Bundestagswahl gerückt.
Fast drängt sich deshalb der Eindruck auf, als hätten die Spekulationen der letzten Tage darüber, dass GM den Opel-Verkauf noch stoppt, nur den Zweck gehabt, den Preis, den vor allem der deutsche Steuerzahler zu zahlen hat, in die Höhe zu treiben. Schließlich weiß man auch in Detroit, dass in Deutschland gerade der Wahlkampf tobt.
Ob allerdings in Sachen Opel-Zukunft und Erhalt aller vier deutschen Produktionsstandorte das letzte Wort bereits gesprochen ist, das muss sich erst noch erweisen. Für ein abschließendes Urteil müssten erst alle Fragen beantwortet, alle Verhandlungen abgeschlossen und alle Verträge unterschrieben sein. Das kann noch dauern.
Schon einmal hatte die Bundesregierung nach einer dramatischen Nachtsitzung die Rettung des Autobauers verkündet, die sich anschließend nur als vorübergehende Lösung entpuppte. Die Politik jedoch hat derzeit nur die Wahl am 27. September im Blick und zumindest bis dahin gilt: Opel ist gerettet und Merkel auch.
- Datum 10.09.2009 - 19:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich glaube ich lese einfach keine Zeit mehr vor der Bundestagswahl, da hier aufeinmal mehr Meinungsmache gegen CDU vorherscht als zu Nicht-Bundeswahl-Zeiten. Ich kann auch mit der SPD leben, aber viele SPD Stamm-Wähler nicht :) CDU wähle ich aber auch nicht, kann aber auch damit leben.
Kann Zeit nicht mal die Linke bewerben? Was sagen die denn zur Opel-Pleite?
Ich bin da anderer Meinung, wegen des Wahleinflusses. Sehe ich mir Fernsehsendungen an, die zur Meinungs(un)bildung ausgestrahlt werden, oder die sog. Umfrageergebnisse aber auch die Zeitungen an, dann sind die Meinungen immer CDU-nahe. Ich finde keine neutrale Berichterstattung, die sie ja sein sollte in der deutschen Fernseh-oder Blätterwelt. Dazu gehört natürlich auch die CDU-Opelstory. Die Belegschaftsmitglieder werden sich wundern was ihnen nach der "unbeeinflussten" Bundestagswahl blüht und natürlich auch aller Steuerzahler. Grüsst Gott wenn ihr in sehet.
Ich bin da anderer Meinung, wegen des Wahleinflusses. Sehe ich mir Fernsehsendungen an, die zur Meinungs(un)bildung ausgestrahlt werden, oder die sog. Umfrageergebnisse aber auch die Zeitungen an, dann sind die Meinungen immer CDU-nahe. Ich finde keine neutrale Berichterstattung, die sie ja sein sollte in der deutschen Fernseh-oder Blätterwelt. Dazu gehört natürlich auch die CDU-Opelstory. Die Belegschaftsmitglieder werden sich wundern was ihnen nach der "unbeeinflussten" Bundestagswahl blüht und natürlich auch aller Steuerzahler. Grüsst Gott wenn ihr in sehet.
... das Thema auf die SPD wenigstens genauso zurück wie auf Merkel. Wenn die Rede davon ist, dass die Verhandlungen bis nach der Bundestagswahl dauern könnten, muss man ja fast von einer Absprache hinter verschlossenen Türen ausgehen.
Würde sich die Entscheidung, die man GM da abgerungen hat, als noch größere Finanzlast herausstellen und am Ende vielleicht doch Arbeitsplätze en masse kosten, dann wären schließlich Union und SPD gleichermaßen vom Rufschaden betroffen.
Ich kann mir nur eines vorstellen, dass GM die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat und Magna sich auf die neuen Bedingungen auch nicht einlassen wird, und GM scheint gar nicht damit zu rechnen, sie versprechen auch schon den Erhalt der deutschen Werke jenes Unternehmens, das sie angeblich jetzt doch wieder verkaufen wollen. Wers glaubt wird selig! Die Bombe kommt erst nach den Wahlen, da tut sich dann die Merkel auch wieder leichter den Amerikanern das Geld hinterherzuwerfen das Deutschland längst selbst nicht mehr hat.(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Stereotypisierungen. Die Redaktion/jk)
"Aber wichtig sind nur die Amis und Israelis."
die rolle israels im gm/opel-poker ist mir allerdings bisher verborgen geblieben...
"Aber wichtig sind nur die Amis und Israelis."
die rolle israels im gm/opel-poker ist mir allerdings bisher verborgen geblieben...
"Aber wichtig sind nur die Amis und Israelis."
die rolle israels im gm/opel-poker ist mir allerdings bisher verborgen geblieben...
Spekulieren. Mir scheint das Gm ein toller Deal gelungen ist. Wi sehen uns das mal an was dort pasiert. Ein Zukunftsweisendes Konzept ein Automobielhersteller beschränkt sich auf die Enticklung u den Vertrieb von PKW und das Auto wird komplett vom Zulieferer gebaut. Wir haben das auch in anderen Industrien. Wissen wir jetz ob alle Patente auf Magna übergehen NEIN und das zu realiesieren wird schwer. Also Magna geht einen Neuen weg komplette Autos zu fertigen und GM entledigt sich der Überkapazitäten in der Fertigung in Europa. Bald wird Magna auch für andere Autos Zusammenschrauben. Bei dem was auf die Automobilindusrie zukommt im nächsten Jahr ist diese Zenario auch für andere Massenhersteler denkbar. Ach und die Politik sorry hat da eh nix zu suchn und erst recht nix zu bestimmen. ......
und Steinmeier hat sich nicht aus dem Fenster gelehnt und versuchte mit Opel zu Punkten?
Sehr parteiisch, die Überschrift!
Die amerikanischen Steuerzahler haben die GM-Rettung mit Anleihen finanziert, und GM wird ihnen das geliehene Geld mit Zinsen zurück zahlen, genau wie es die US-Banken jetzt schon tun.
Die deutschen Steuerzahler finanzieren jetzt den russischen Deal, und als Gegenleistung kriegen sie von den Russen genau Null-komma-nichts.
Die Zeit hat für wesentliche Fragestellungen einen 'CDU Autor' und einen 'SPD Autor. In den letzten Wochen dominieren, herausgeberbedingt,
'SPD Denker. Wichtig ist, die Namen der Vordenker im Gedächtnis zu behalten.
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