TV-Duell "Frau Merkel sollte Rosa tragen"
Die kalifornische Interview-Trainerin Gayl Murphy spricht kein Wort Deutsch. Genau deshalb haben wir sie gebeten, das TV-Duell 'Merkel gegen Steinmeier' für uns zu analysieren.
Man mag ja davon halten, was man will, aber die Fernseh-Duelle der amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfe sind eine einzige Serie aufwändig produzierter TV-Shows. Eine Beleuchtung wie im Rock-Konzert, fantastische Bühnen-Designs und großartige Musik. Das Ganze wird live im Fernsehen, in den großen Radio-Netzwerken und im Internet übertragen.
Vorneweg gibt es noch zahllose Countdown-Shows, zu denen die Sender nur die Stars unter den Meinungsmachern einladen. Nach dem Duell folgen dann endlose After Shows, die manchmal länger dauern als das eigentliche Duell.
Vielleicht können Sie sich nun ja vorstellen, wie es mir dabei erging, im Auftrag von ZEIT ONLINE die lang erwartete und einzige Debatte zwischen den beiden deutschen Spitzenkandidaten Kanzlerin Merkel und Frank-Walter Steinmeier zu beobachten. Leicht verdientes Geld für jemanden wie mich? Nicht wirklich.
Als stolze Amerikanerin muss ich darauf hinweisen, dass ich eine harte politische Debatte so sehr genießen kann wie das Super-Bowl-Endspiel. Dazu gehört etwas Drama, eine Portion gegenseitiger Schuldzuweisungen und ein gerütteltes Maß an Wadenbeißereien.
Verstehen Sie es nun also bitte nicht als Ausdruck meiner Geringschätzung, aber die Debatte, die ich da gestern von den USA aus im Internet verfolgt habe, sah eher so aus, als würden zwei Autoren auf einer Bibliothekars-Tagung um einen Literaturpreis wetteifern, als dass zwei altgediente Politiker um das wichtigste politische Amt im Land kämpfen.
Ich schreibe “sah so aus wie”, weil ich kein Wort Deutsch verstehe. Mein Auftrag war einzig, in einem ruckeligen Online-Video die Körpersprache der beiden Kandidaten zu beobachten, zu analysieren welche Gesten und Bewegungen sie einsetzten, um Herz, Verstand und Wählerstimmen ihrer Zuschauer für sich zu gewinnen. Ich fühlte mich dabei wie in einer dieser Gameshows, wo man mit verbundenen Augen versucht, einen Hawaii-Urlaub zu ergattern.
Auffällig an beiden Kandidaten war der Mangel an mimischem Ausdruck, wie etwa einem Lächeln. Damit meine ich noch nicht einmal, ein breites Lachen oder ein Augenzwinkern. Ich meine nur ein kleines bisschen energetischer Körpersprache, mit der die Kandidaten vermittelt hätten: “Ich weiß, dass Ihr da draußen seid. Ich weiß, dass Ihr zuschaut.” Kanzlerin Merkel hat das ein paar Mal kurz geschafft und ihre ganze Person wurde dadurch gleich aufgehellt.
- Datum 14.09.2009 - 18:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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und zwar in Sachen Korallenkette. Ehrlich gesagt würde ich die Kanzlerin bzw. ihre Partei nie wählen und gerade nicht wegen dieser Kette. Die fand ich irgendwie plump, so klunkerhaft. Meine Frau hat auch gesagt: Schau mal diese Kette an, die wählst du nicht! Ich habe dann nur genickt. Meine Frau hat ein gutes Gespür für Politik!
ist mir auch gleich aufgegallen. cool frau kanzlerin. warum der herr steinmeier so erfreulich beurteilt wurde verstehe ich nicht. an so einem tag kann man doch nicht immer die wahrheit sagen. souveräner der wahrheit ist frau kanzler merkel ausgewichen. für steinmeier war es auch schwieriger. wo er doch die unterschiede zur union aufzeigen will. naja, lieber wäre sie mir schon, die grosse koalition. lieber als die fdp mit angela und ihrem schwarzen allerlei. aber die spd, hat eine ehrenrunde verdient. frau ypsilanti fällt mir noch ein. gut politsch schwere fehler gemacht. nur was herr clement zu ihrer wählbarkeit gesagt hat. was er damals über den ausstieg aus der kenrenergie gesagt hat. ja, der herr steinmeier hatte es nicht so leicht beim der wahrheit ausweichen.
Ja, es ist schwierig, am 27. September die richtige Wahl zu treffen. Einfacher wäre es natürlich, wenn man sich von solchen Dingen wie das bessere Outfit, die kesseren Sprüche oder der bessern Show leiten lassen könnte. Auch würden schmutzige Details über das Privatleben der Politiker eine Entscheidung deutlich einfacher machen.
Aber nein, in unserer biederen deutschen Politik müssen wir uns wohl oder übel mit den Inhalten der Wahlprogramme und den Positionen der Kandidaten auseinandersetzen. Das ist echt anstrengend.
Es ist nicht zu ertragen. Sind wir schon so verblödet, dass wir wie die Amerikaner nach dem Aussehen und der besseren Vorstellung wählen?
Wo bleiben denn Ideen, Konzepte und Argumente?
Davon war in der Tat so gut wie nichts zu hören.
Richtig, wen interessiert schon der Inhalt, den die Politiker vertreten wollen?
Viel wichtiger ist doch, dass sie wie Rockstars auftreten und wir sie nach dem besten Auftritt bewerten statt nach den Standpunkten, die sie vertreten.
Außerdem müssen wir uns ja nach den Amerikanern richten, ist ja überaus wichtig.
Tja, das ist halt der Unterschied zwischen den USA und Deutschland.
Dort wird gewählt wer die beste Show macht, die tollste Körpersprache spricht und den beeindruckensten Modeauftritt hinlegt. Fr. Merkel als die Jackie Kennedy der BRD... Hut ab, da müssen wir noch viel lernen.
Andererseits empfinde ich die Einschätzung des Auftritts "als würden zwei Autoren auf einer Bibliothekars-Tagung um einen Literaturpreis wetteifern" insofern schon als Bestätigung für den richtigen Weg. Bei uns gehts halt um Inhalte, nicht um den Budenzauber. Muss man als Amerikanerin auch nicht verstehen.
Eigentlich stand unserer "Angie" die Farbe "Blau" viel besser:
Im Dress der FREIEN DEUTSCHEN JUGEND sah sie wesentlich "knackiger" aus und brauchte auch nur vor den Genossen "herumpussieren", anstatt mit ihren eigenen Worten zur argumentieren.
Schade, dass sie heute nicht in Berlin-Hohenschönhausen am Allee-Center beim Auftritt von Gregor Gysi dabei war.
Hier hätte sie viel lernen können:
Sachverstand, gespickt mit Sachkenntnis der Zahlen und Fakten, moderne Rhetorik und Kenntnis der sozialen (Schief-)Lage in Deutschland.
Der Auftritt von Gregor Gysi war für die Menschen dort eine wahre "Frischzellen-Kur", denn er traf den Kern der Sache.
Ich kann dies beurteilen, auch wenn mein Studium der politischen Ökonomie des Kapitalismus und Sozialismus schon über 30 Jahre zurück liegt.
Gysi konnte mich begeistern, aber "Angie" wirkte gestern wie eine "Schlaftablette" in ihren Reden und Argumenten.
Warum, werden Sie fragen?
Das "Feuer" in einer Rede entsteht nicht, wenn man gute "Redenschreiber" sein Eigen nennt, sondern man muss auch mit seiner gesamten Persönlichkeit dahinter stehen - "Angie" kann das nicht, weil sie in diesem Punkt keine "Persönlichkeit" ist.
Für mich war das Duell der Giganten nur die Auflage eines medial aufgewärmten "Kaffee-Klatsches", wobei unser Frank-Walter seiner (Noch-)Chefin zwar einen einschenkte, aber die richtige "Klatsche", die blieb aus.
Wer will es sich denn schon (vorher wieder) mit seiner (neuen) Chefin verderben?
Warten wir es mal ab!
mit einer Korallenkette läßt sichs anscheinend besonders gut für Umweltschutz werben...(ig)
Zu Mimik und Gestik: Steinmeier wirkte selbstbewusster bzw. souveräner, da er -länger als Merkel- den direkten Blickkontakt hielt. Merkel schien ab und zu ins Leere zu schauen, was auch auf einigen Fotos zu erkennen ist.
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