Reaktionen auf das TV-Duell Todlangweilig oder bloß sachorientiertSeite 2/2

Allerdings: Auch der SPD-Vertreter in der Runde, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erweckt eher den Eindruck, als hätte ihn der Ausgang der Zuschauerbefragungen doch etwas überrascht. "Ich freue mich, dass Steinmeier die Chance offensichtlich genutzt hat", sagt er nachdem die Blitzumfrage verlesen wurde. "Offensichtlich"? Das klingt nicht eben so, als sei mit diesen Zahlen Wowereits spontaner Eindruck bestätigt worden.

Im Fernsehstudio in Adlershof tritt zeitgleich eine andere Große Koalition vor die Kameras. Sie besteht aus Grünen, Linkspartei und FDP. Und ausnahmsweise sind die kleinen Parteien sich mal in mindestens zwei Punkten einig: Erstens sei es unverschämt, dass sie an dem Duell nicht teilnehmen durften. Und zweitens sei das alles gewesen, nur kein Duell.

"Ein Selbstgespräch der Regierung" habe man soeben erlebt, schimpft FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. In Fußballsprache: "Das Spiel ist 0:0 ausgegangen, wobei keiner auch nur auf das Tor geschossen hat. Verloren hat Deutschland". Für ihn steht nach diesem Abend fest: Eigentlich wollen Steinmeier und Merkel die Große Koalition am liebsten fortsetzen.

Die Grünen-Geschäftsführerin Steffi Lemke und ihr Kollege von der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sehen das ganz genauso: "Die Große Koalition will weitermachen", sagt Lemke. "Steinmeier hat sich als Vizekanzler beworben", sagt Bartsch. Und alle drei empfehlen: Wer keine Neuauflage der Großen Koalition will, wähle bitte meine Partei.

Der FDP-Chef selbst zerpflückt zu dieser Zeit bereits auf Sat.1genüsslich das Ereignis. Und wer ihn dabei erlebt, gewinnt schon den Eindruck, dass Merkel und Steinmeier ziemlich froh sein können, dass er an diesem Abend nicht mit in den Ring gestiegen ist. Denn Guido Westerwelle erfreut dort mit so viel Schlagfertigkeit, wie sie die beiden anderen Parteichefs gemeinsam nicht aufgebraucht haben. Wird er wieder in die Opposition gehen? "Wenn die Wähler mich dahinschicken, natürlich". Wird er im Zweifelsfall nicht doch mit Steinmeier koalieren? "Das Problem von Herrn Steinmeier hat drei Buchstaben, SPD." Und natürlich macht auch er deutlich: Sein Hauptfeind für die nächsten zwei Wochen heißt Große Koalition.

Bleibt noch das Urteil derer, die nicht vom Fach sind und also einfach sagen können, wie sie es wirklich fanden. Der Fernsehmoderator Günther Jauch zum Beispiel. "Steinmeier hat auf unentschieden gespielt", urteilt der. Was er gesehen habe, sei eine "Werbeveranstaltung für die Große Koalition" gewesen. Bestenfalls habe jeder seinen Anteil an der gemeinsamen Arbeit "noch etwas großartiger" gefunden als den des Partners.

Ein anderer sagt es noch drastischer, Claus Peymann, Theatermann und Intendant des Berliner Ensembles: "Ich fand es wirklich zum einschlafen".

 
Leser-Kommentare
  1. als Verhohnepiepeln des Souveräns ist das, was bei dieser 09-UNWAHL die Mächtigen dieser linkisch-linken Krummenrepublik auf breitester Palette, völlig ungeniert anbieten!

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    • hamkon
    • 14.09.2009 um 8:18 Uhr

    und die Freiheit des deutschen Besitzbürgertums gründet sich auf die strukturell gleichen Mittel und Methoden. Auf Unterdrückung, Entkultivierung und materielle Ausbeutung qua Sklaven-, Dumping- und Erpressungslohnsysteme.

    Es scheint bedenklich zu sein, nun auch in Deutschland entsprechende Han-Argumentationen bemerken zu müssen.

    Es lebe die Diktatur des internationalen Investorismus und seiner Schildknappen vom Wachregiment der INSM.

    Verzweifelt und ohne Erfolg haben Angela Merkel und Herr Steinmeier versucht gegen einander zu polemisieren.
    In unseren politisch korrekt kulturellen Diktaturen, in denen alle Politiker grundlegend bei derselben Meinung sind, ist es kein Wunder wenn die Debatten (aber sind das wirklich Debatten?) so langweilig und Enttäuschend wirken. Wieder einmal, die wesentlichen Themen, was die neue Entwicklung der Menschheit angeht, wurden nicht debattiert. Abtreibung, Legalisierung der Homo-Ehe, Embryonale Stamm Zell Forschung, katastrophale Demographie…
    Frau Merkel, Herr Sarkozy, Segolene Royale Herr Steinmeier und sind im Grunde genommen durchaus austauschbar.

    • hamkon
    • 14.09.2009 um 8:18 Uhr

    und die Freiheit des deutschen Besitzbürgertums gründet sich auf die strukturell gleichen Mittel und Methoden. Auf Unterdrückung, Entkultivierung und materielle Ausbeutung qua Sklaven-, Dumping- und Erpressungslohnsysteme.

    Es scheint bedenklich zu sein, nun auch in Deutschland entsprechende Han-Argumentationen bemerken zu müssen.

    Es lebe die Diktatur des internationalen Investorismus und seiner Schildknappen vom Wachregiment der INSM.

    Verzweifelt und ohne Erfolg haben Angela Merkel und Herr Steinmeier versucht gegen einander zu polemisieren.
    In unseren politisch korrekt kulturellen Diktaturen, in denen alle Politiker grundlegend bei derselben Meinung sind, ist es kein Wunder wenn die Debatten (aber sind das wirklich Debatten?) so langweilig und Enttäuschend wirken. Wieder einmal, die wesentlichen Themen, was die neue Entwicklung der Menschheit angeht, wurden nicht debattiert. Abtreibung, Legalisierung der Homo-Ehe, Embryonale Stamm Zell Forschung, katastrophale Demographie…
    Frau Merkel, Herr Sarkozy, Segolene Royale Herr Steinmeier und sind im Grunde genommen durchaus austauschbar.

  2. Man wettet auf Koalitionen, die entweder nicht möglich sind, weil ihnen die Mehrheit im Parlament fehlt oder die als Große Koalition eine garantierte Mehrheit im Parlament haben, aber vom Wähler nicht gewünscht sind oder man negiert ganz einfach den Wählerwillen, weil man Koalitionen in Bausch und Bogen ablehnt.

    2013 wird der Souverän erneut an die Urne gerufen. Die beiden ehemaligen Volksparteien dürften dann Wahlergebnisse um die 20% zu erwarten haben.

    • hamkon
    • 14.09.2009 um 8:11 Uhr

    Heute repräsentieren die ehemals bürgerliche Parteien genannten Politwirtschaftsorganisationen mit Namen CDU/CSU, FDP, SPD und Teile von Bündnis 90 / Die Grünen, jene systemischen Funktionärsgruppe, die einst als die "Neue Klasse" von den internen Kritikern in den stalinistischen K-Parteien des Ostblocks gegeißelt wurden.

    Heute stellt die "Neue Klasse" in Deutschland jene Gruppe von egoistischen, egomanen und egozentrischen Kaderfunktionären dar, die das Geschäft der K-Gruppen besorgen. "K" als Kennzeichen des Besitzbürgertums, welche mit dem über 60 Jahre angehäuften Kapitalbesitz heute in unverantwortlich egoistischer Weise umgehen und dem Artikel 14 des GG derart zu wider handeln, dass die 2. Säule unserer Verfassung, nämlich die Gewähr von Beitz und Eigentum ebenso obsolet ist, wie der Artiel 14 GG.

    So gesehen, haben wir mit dieser "Wahldebatte" nichts anderes erlebt als die Selbstdarstellung der Totengräber der 2. Deutschen Republik.

    Die journalistische Seite dieser Veranstaltung erinnerte ebenso an die Zustände in der Ostzone, wo Journalisten systemkonformistische Fragen stellten und sich jeder Erwähnung der Kernkritikfragen enthielten.

    Kapitalertragssteuer. Tobinsteuer. Vermögenssteuer. Infrastrukturnutzungssteuer. etc., etc.

    Das war pures DDR-Fernsehen, nur eben aufgemotzt und umvokabularisiert.

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    • hede
    • 14.09.2009 um 11:23 Uhr

    Erstmal, in der DDR hätten sie sowas über die Regierung gar nicht schreiben dürfen, ohne im Knast zu landen.

    2. Die beiden Kandidaten haben nunmal 4 Jahre zusammen Regierung gemacht. (Weil die WAHL des Volkes keine andere Regierung machbar machte) Da kann sich ja nun keiner hinstellen und eine Regierung total schlechtmachen, die er selbst angehört hat. Das ist doch wohl logisch, das als DDR Fernsehen zu bezeichnen ist eine Frechheit.

    • hede
    • 14.09.2009 um 11:23 Uhr

    Erstmal, in der DDR hätten sie sowas über die Regierung gar nicht schreiben dürfen, ohne im Knast zu landen.

    2. Die beiden Kandidaten haben nunmal 4 Jahre zusammen Regierung gemacht. (Weil die WAHL des Volkes keine andere Regierung machbar machte) Da kann sich ja nun keiner hinstellen und eine Regierung total schlechtmachen, die er selbst angehört hat. Das ist doch wohl logisch, das als DDR Fernsehen zu bezeichnen ist eine Frechheit.

    • hamkon
    • 14.09.2009 um 8:18 Uhr

    und die Freiheit des deutschen Besitzbürgertums gründet sich auf die strukturell gleichen Mittel und Methoden. Auf Unterdrückung, Entkultivierung und materielle Ausbeutung qua Sklaven-, Dumping- und Erpressungslohnsysteme.

    Es scheint bedenklich zu sein, nun auch in Deutschland entsprechende Han-Argumentationen bemerken zu müssen.

    Es lebe die Diktatur des internationalen Investorismus und seiner Schildknappen vom Wachregiment der INSM.

    Antwort auf "Nichts weiter..."
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    • hede
    • 14.09.2009 um 11:31 Uhr

    Sie verwechseln da aber wohl was. Es sind die Tibeter, die unterdrückt werden und es sind die Han, die die Kultur der Tibeter zerstören wollen. Und den Han in Tibet geht es wirtschaftlich wesentlich besser, als den Tibetern.

    Davon ab, was hat das mit der TV-Debatte zu tun?

    Lernen Sie erstmal zu schätzen, was es heisst in einer Gesellschaft zu leben, in der Sie keine Angst haben zu müssen aufgrund Ihrer Meinung oder Kritik an der Regierung eingesperrt und gefoltert zu werden. Und hier steht es jedem frei, welche Partei er wählt und wenn ihm keine passt, dann kann er eine eigene gründen.

    • hede
    • 14.09.2009 um 11:31 Uhr

    Sie verwechseln da aber wohl was. Es sind die Tibeter, die unterdrückt werden und es sind die Han, die die Kultur der Tibeter zerstören wollen. Und den Han in Tibet geht es wirtschaftlich wesentlich besser, als den Tibetern.

    Davon ab, was hat das mit der TV-Debatte zu tun?

    Lernen Sie erstmal zu schätzen, was es heisst in einer Gesellschaft zu leben, in der Sie keine Angst haben zu müssen aufgrund Ihrer Meinung oder Kritik an der Regierung eingesperrt und gefoltert zu werden. Und hier steht es jedem frei, welche Partei er wählt und wenn ihm keine passt, dann kann er eine eigene gründen.

  3. Frau Merkel ist ihrem Titel "Teflon-Kanzlerin" wieder äußerst gerecht geworden. 90 Minuten hat sie alle Angriffe an sich abprallen lassen, keine Reibungsfläche gezeigt und ohne mit der Wimper zu zucken, sozialdemokratische Positionen okkupiert.
    Wenn dieser Wahlkampf als Unwahlkampf in die Geschichte eingeht, dann ist wohl Merkels Strategie aufgegangen: die Sozialdemokratisierung der Union. Und die Absicht ist durchschaubar: den rechten Flügel der Sozialdemokraten in die Hegemonie einzuschließen und darauf setzen, dass die Linke das Übrige mit dem linken Flügel tut. Dann werde die SPD schon von selbst marginalisiert.
    Umso erfrischender, dass wenigstens Frank-Walter Steinmeier Positionen bezogen hat. Die SPD hat's aber auch schwer: Zwischen linkem Wolkenkuckucksheim und christdemokratischer Beliebigkeit mit Vernunft und Argumenten zu punkten, fällt schwer. Aber es gibt eben nur einen seriösen Kandidaten in diesem Wahlkampf.
    Traurig war es allerdings schon, dass die zunehmende Schere zwischen Armen und Reichen in unserem Land, die Armut und Chancenlosigkeit von vielen Kindern, in der Diskussion keine Rolle gespielt hat. Bedrückend die Aussicht, dass ausgerechnet die "Tigerentenkoalition" das Schlimmste sein wird, was den Kindern aus prekären Verhältnissen passieren kann.

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    Leider wurde das Thema Bildung völlig ausgelassen. Übehaupt hört man davon leider fast keine statements.
    Was ist mit mehr Studienplätzen? Wie wird mit unserem wichtigsten Rohstoff "Bildung" umgegangen?
    Das finde ich als junger Wähler sehr schade.

    Leider wurde das Thema Bildung völlig ausgelassen. Übehaupt hört man davon leider fast keine statements.
    Was ist mit mehr Studienplätzen? Wie wird mit unserem wichtigsten Rohstoff "Bildung" umgegangen?
    Das finde ich als junger Wähler sehr schade.

    • Zapp54
    • 14.09.2009 um 9:02 Uhr

    die CDU FDP JETZT noch wählen ??

    UND

    WER wählt diesen H4-BüroKraten F.W. Steinmeier ??

    DAS würde mich mal interessieren....!!

  4. Leider wurde das Thema Bildung völlig ausgelassen. Übehaupt hört man davon leider fast keine statements.
    Was ist mit mehr Studienplätzen? Wie wird mit unserem wichtigsten Rohstoff "Bildung" umgegangen?
    Das finde ich als junger Wähler sehr schade.

    Antwort auf "Teflon-Kanzlerin"
    • hede
    • 14.09.2009 um 11:23 Uhr

    Erstmal, in der DDR hätten sie sowas über die Regierung gar nicht schreiben dürfen, ohne im Knast zu landen.

    2. Die beiden Kandidaten haben nunmal 4 Jahre zusammen Regierung gemacht. (Weil die WAHL des Volkes keine andere Regierung machbar machte) Da kann sich ja nun keiner hinstellen und eine Regierung total schlechtmachen, die er selbst angehört hat. Das ist doch wohl logisch, das als DDR Fernsehen zu bezeichnen ist eine Frechheit.

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