Umstrittenes Interview Fehlt der Piratenpartei die Offline-Kompetenz?
Der Vizechef der Piratenpartei hat der rechtskonservativen "Jungen Freiheit" ein Interview gegeben. Er will nicht gewusst haben, um was für eine Zeitung es sich handelt. Mitglieder der Piratenpartei und Blogger sind empört.
Als die Junge Freiheit Andreas Popp zum Interview anfragte, war diesem die rechtskonservative Wochenzeitung "überhaupt nicht bekannt". Ihm sei deshalb nicht bewusst gewesen, dass es sich um ein "ziemlich rechtslastiges Blatt" handle. Popp: "Ich entschuldige mich bei allen, dass ich hier nicht besser aufgepasst habe, wem ich da ein Interview gebe." Künftig werde er Interviewanfragen nur noch über die Pressestelle laufen lassen.
Schon während des Interviewtelefonats seien ihm die Fragen und Thesen des Autors der Jungen Freiheit komisch vorgekommen, so Popp im eigenen Blog. Der Interviewer habe ihm "halb seltsame Vorträge gehalten", als wolle er ihm "irgendwas unterschieben". Das Interview mit der Wochenzeitung Junge Freiheit erschien dann am vergangenen Freitag. Es dreht sich um Internetsperren, Zensur, den wegen seiner Holocaust-Leugnung aufgefallenen Bodo Thiersen und die politische Gesinnung der Piraten.

Aufgrund seines Interviews mit der rechtskonservativen Zeitschrift "Junge Freiheit" ist der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei in die Kritik geraten
Er habe den Interviewtext vor Veröffentlichung zwar zum Gegenlesen erhalten, ihn aber übermüdet umgeschrieben, da er sich absichtlich falsch zitiert fühlte. "Ich hab also noch mal den Wikipedia-Artikel zu der Zeitung gelesen und dachte mir dann, wenn sogar Ephraim Kishon da ein Interview gibt, dann ist es wohl sicherer, es doch zurückzuschicken, anstatt zu riskieren, dass er das alte nimmt", so Popp.
Popp wurde für dieses Interview heftig kritisiert. Kurz nach Veröffentlichung auch im Internet hagelte es Vorwürfe aus der Blogosphäre und von Mitgliedern der Piratenpartei. Popp habe sich instrumentalisieren lassen, ihm wurde Naivität vorgeworfen und der Piratenpartei Inkompetenz in der Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Junge Freiheit - der Popp künftig keine Interview mehr geben will – reagierte auf das eingestandene Unwissen, er hätte es mit wenigen Fragen beheben können.
Schockwellenreiter Jörg Kantel, selbst Mitglied der Piratenpartei, fordert den Rücktritt Popps und lässt auch dessen Entschuldigung nicht gelten: "Wer in Deutschland politisch tätig sein will, der muss wissen, um was für eine nazistische Schmierenpostille es sich bei der Jungen Freiheit handelt, ansonsten ist er nur dumm und nicht in der Lage, als stellvertretender Bundesvorsitzender einer demokratischen Partei zu agieren."
- Datum 17.09.2009 - 13:40 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Golem.de
- Kommentare 68
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





"Haeusler dazu: "Die Piratenpartei ist neben einer anderen Partei, die ich gar nicht erwähnen mag, die einzige derzeit, bei der man nach Kritik mit Beleidigungen (Blogs, Twitter) und auch mal Böserem (Mail) rechnen darf."
tja, die sind nunmal basisdemokratisch organisiert, da antwortet wenigstens mal jmd..
Nicht nur.
Die Piratenpartei ist keine Partei, weil sie keine Partei ist.
Der jungen Welt, der Taz oder dem neuen Deutschland darf man aber Interviews geben, ohne das die Gesinnungspolizei Amok läuft?
Die DDR lässt grüßen! Erbärmliches Schmierentheater!
Das ist der Unterschied zwischen gut und böse bzw. erlaubt und verboten. Man DARF auch der jungen Freiheit ein Interview geben es ist ja nicht verboten. (Im Gegensatz zur grüßenden DDR)
Man sollte es aber nicht tun, wenn man nicht gerade in der Fascho-Ecke steht.
Das ist der Unterschied zwischen gut und böse bzw. erlaubt und verboten. Man DARF auch der jungen Freiheit ein Interview geben es ist ja nicht verboten. (Im Gegensatz zur grüßenden DDR)
Man sollte es aber nicht tun, wenn man nicht gerade in der Fascho-Ecke steht.
Schon seltsam, in der Berichterstattung über "Freiheit statt Angst" werden Piraten kaum erwähnt, wie in sonstigen relevanten Themen, die erste kompromitierende Kleinigkeit landet aber direkt auf der Startseite. Die Piraten sind eben noch jung, die haben bisher nur Komtetenz über reale Inhalte und Themen, nicht aber über politische Schlamschlachten. Naja, jetzt müssen sie auf die ahrte Tour lernen, in der Politik neimanden zu vertrauen.
27. September (X) Piraten
Klarmachen zum Ändern!
Bei den etablierten Parteien regt sich niemand auf, selbst wenn sie fragwürdigen Blättern Interviews geben. Ich frage mich manchmal ob da nicht in vielen Fällen "etwas gesteuert" wird (gegen Bezahlung natürlich).
Auf zum Entern Piraten ...
Bei den etablierten Parteien regt sich niemand auf, selbst wenn sie fragwürdigen Blättern Interviews geben. Ich frage mich manchmal ob da nicht in vielen Fällen "etwas gesteuert" wird (gegen Bezahlung natürlich).
Auf zum Entern Piraten ...
"Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind."
Ach Theodor W. A., wenn du noch leben würdest, würdest du dich direkt erschießen
Eine Partei die sich Piratenpartei nennt, kann ich nicht Ernst nehmen. Klingt eher nach einer Karnevalsvereinigung.
... vermutlich die Hintergründe für den Namen nicht kennen und ganz bestimmt auch nicht die Ziele und das Kernprogramm. Informieren ist halt mit etwas Arbeit verbunden.
... vermutlich die Hintergründe für den Namen nicht kennen und ganz bestimmt auch nicht die Ziele und das Kernprogramm. Informieren ist halt mit etwas Arbeit verbunden.
Hätte er den Namen mal bei Google eingegeben hätte er schnell gemerkt was dass für ein Verein ist. Ich dachte die kennen sich so gut aus im
Internet.
Ich habe eher den Verdacht, dass der Versuch am rechten Ufer zu fischen gründlich in die hose ging.
Dann merkt man auch, dass hier nicht versucht wurde "am rechten Ufer zu fischen". Diese Schadenfreude, die hier gezeigt wird ist Indikator dafür, dass wir uns in Deutschland befinden.
Frei nach dem Motto: Haben sie schon gehört, dass Abgeordneter yx... "Nee, habe ich nicht gehört, aber ich fordere seinen Rücktritt!"
Und über den Namen der Partei sollten wir nun endlich hinaus sein, sich darüber zu mokieren ist nur kindisch. Ich wähle die nicht, weil die Piraten heißen, sondern der Inhalte wegen... Sorgen haben die Leute!
Und der Vorwurf an die Zeit, die Piraten im positiven auszusparen und bei negativem vorne dabei zu sein, ist nicht unbegründet.
Bisher habe ich in der Presse (auch der Zeit) nichts Positives über die Piraten gelesen. Warum nur ???
Dann merkt man auch, dass hier nicht versucht wurde "am rechten Ufer zu fischen". Diese Schadenfreude, die hier gezeigt wird ist Indikator dafür, dass wir uns in Deutschland befinden.
Frei nach dem Motto: Haben sie schon gehört, dass Abgeordneter yx... "Nee, habe ich nicht gehört, aber ich fordere seinen Rücktritt!"
Und über den Namen der Partei sollten wir nun endlich hinaus sein, sich darüber zu mokieren ist nur kindisch. Ich wähle die nicht, weil die Piraten heißen, sondern der Inhalte wegen... Sorgen haben die Leute!
Und der Vorwurf an die Zeit, die Piraten im positiven auszusparen und bei negativem vorne dabei zu sein, ist nicht unbegründet.
Bisher habe ich in der Presse (auch der Zeit) nichts Positives über die Piraten gelesen. Warum nur ???
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren