SPD-Vorsitz Widerstand gegen Steinmeier formiert sich
Münte muss weg – auf diese Formel kann sich die SPD schnell einigen. Aber wer soll ihm folgen? Auch an Steinmeier gibt es massive Kritik. Kommt jetzt Gabriel?
© Andreas Rentz / Getty Images

Heimliche Rivalen um den Parteivorsitz? Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier
"Ich bin mit Steinmeier überhaupt nicht einverstanden – weder als Fraktionschef noch als Parteivorsitzender." Norbert Nieszery redet sich in Rage. Er ist promovierter Historiker und Landesvorsitzender der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Landesverband erzielte bei der Bundestagswahl 16,6 Prozent, nur mehr die Hälfte von dem Ergebnis von 2005. Statt vier schickt die Nordost-SPD nun nur noch zwei Abgeordnete nach Berlin.
Nieszery sagt ZEIT ONLINE: "Steinmeier steht für einen massiven Vertrauensverlust." Er bezeichnet ihn als "Zuchtmeister", als Agenda-Architekt und gibt ihm noch ein paar andere, wenig nette Namen. Wenn Steinmeier heute als Fraktionschef im Bundestag gewählt wird, werde das aus "alter Disziplin" geschehen, die typisch für die SPD sei. "Aber er ist sicher kein Kandidat der Herzen." Manche würden ihn wohl nur mit der Faust in der Tasche wählen.
Nieszery wünscht sich, dass Steinmeier "sich zurückzieht". Er begrüßt, dass Parteichef Franz Müntefering am gestrigen Montag sein Amt zur Verfügung gestellt hat. Verklausuliert zwar, aber doch für alle Genossen klar und deutlich genug. Sein Abgang wird in keinem Gespräch mehr angezweifelt. Gerade der Osten, wo die SPD flächendeckend herbe Verluste einfuhr und im Durchschnitt gerade 18 Prozent holte, könne mit der alten Führungsriege nichts anfangen, sagt Nieszery.
Stimmt das? Ein einflussreicher Politiker der Thüringer SPD sagt, es sei Konsens in der Partei, dass Müntefering weg müsse. Er stehe wie kaum ein zweiter für die Regierungsära der SPD, die am Sonntag nun mal beendet worden ist. Müntefering habe das zunächst nicht einsehen wollen, sagt der Genosse, inzwischen habe er erkannt, dass er keine Mehrheit mehr habe. Ob Steinmeier noch der richtige Mann ist? Der Thüringer überlegt kurz. "Wer ist die Alternative?", fragt er zurück.
Eine wäre womöglich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, dem seit Längeren Ambitionen auf ein Führungsamt auf Bundesebene nachgesagt werden. Sicher kein Zufall, dass sein Landesverband noch am Montagabend eine umfassende personelle Erneuerung der Partei forderte. "Ein glaubwürdiger Neuanfang in der SPD ist nur ohne Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier möglich", ließ sich heute der Berliner Landeschef Michael Müller von mehreren Medien zitieren. Wowereit selbst will sich zu seinen Ambitionen nicht äußern. Er sagt lediglich: "Die SPD braucht neue Gesichter."
Wowereit allerdings hat keine Chance. Hört man sich um, stellt man schnell fest, dass der Berliner kaum eine Mehrheit hinter sich vereinen könnte. "Mit ihm würde sich die SPD keinen Gefallen tun. Dann wäre sie festgelegt auf eine Richtung, nämlich Rot-Rot", sagt ein Genosse, der nicht zitiert werden möchte. Ein anderer weist nicht ohne Schadenfreude darauf hin, dass das Berliner Ergebnis bei der Bundestagswahl "desaströs" war.
Wer dann? Gegen Steinmeier gibt es Widerstand, gegen Wowereit fast noch mehr. Weithin angesehene Ministerpräsidenten, die normalerweise für neu zu besetzende Parteichefposten infrage kommen, hat die SPD kaum mehr. Kurt Beck und Matthias Platzeck waren schon mal an der Spitze. Sie wurden weggemobbt oder hatten keine Kraft mehr. Eine Rückkehr einer der beiden ist nach dem jeweils unrühmlichen Abgang äußerst unwahrscheinlich. Nicht von ungefähr plädieren beide dafür, dass Steinmeier beide Ämter übernehmen solle.
Ein weiterer Name fällt in fast jedem Gespräch: mal als Hoffnungsträger, mal als Genossenschreck. "Sigmar Gabriel soll eine führende Rolle übernehmen", sagt zum Beispiel Klaus-Peter Bartels von der Schleswig-Holsteiner SPD zu ZEIT ONLINE. Jetzt müssten Jüngere die Verantwortung übernehmen. Bartels kann sich gut eine Tandem-Lösung vorstellen: "Gabriel als Parteichef, Nahles als Generalsekretärin", das ist seine Wunschkombination. Steinmeier dürfte dann ruhig Fraktionschef bleiben. Er hält eine Ämterballung in einer Person nicht für sinnvoll. "2013 steht noch lange nicht vor der Tür."
Auch die Netzwerker, der pragmatische Flügel in der SPD, werden sich vermutlich für Gabriel als neuen Parteichef aussprechen. Kerstin Griese vom Bundesvorstand sagt ZEIT ONLINE, es sei richtig, dass Steinmeier Fraktionschef werde. "Gabriel oder Steinmeier" könne sie sich für den Parteivorsitz gut vorstellen. Die Netzwerker wollen sich heute Nachmittag in Anschluss an die Fraktionssitzung treffen und eine Strategie absprechen.
Die scheint zumindest der linke Parteiflügel schon gefunden zu haben. Man brauche einen personellen Neuanfang heißt es, ganz gleich ob man den Linken-Sprecher Björn Böhning oder Juso-Chefin Franziska Drohsel fragt. Die junge SPD-Linke postuliert seit Längerem einen radikalen Kurswechsel. Man müsse sich von Hartz IV und der Rente mit 67 distanzieren, heißt es, um nicht noch mehr Stimmen an die Linke zu verlieren. Steinmeier sei dafür sicher nicht der geeignete Parteichef. Gabriel schon eher. Noch will sich die Linke aber nicht festlegen.
Und was denken die konservativen SPDler? Johannes Kahrs, ihr Sprecher der Seeheimer, sagt lediglich, er beteilige sich nicht an Personalspekulationen. Ihm sei wichtig, dass die "Bandbreite der SPD" auch künftig in der Führung vertreten ist. Das klingt nicht danach, als würde er ein Duo Gabriel/Nahles unterstützen. Ausschließen möchte er das heute aber auch nicht. Der neue Parteichef müsse jedenfalls Kärrnerarbeit verrichten, sagt Kahrs. "Er muss durchs Land fahren, um Vertrauen werben, das Willy-Brandt-Haus neu aufbauen." All das sei in letzter Zeit zu kurz gekommen.
- Datum 11.11.2009 - 11:40 Uhr
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Meine Güte, wenn man sich die Hoffnungsträger so
ansieht, muss man für die SPD wirklich alle Hoffnung
fahren lassen.
Vor allem: Wowereit. Dieser Mann ist seit vielen Jahren
in Berlin an der Macht und hat nichts Positives bewegt.
Er hatte alle Chancen. Was von ihm bleiben wird, sind
S-Bahn Chaos und Bildungslotto. Leute, die ihn besser
kennen, sind immer wieder entsetzt, wie gleichgültig
ihm das Schicksal der Stadt ist, und vor allem, wie
zynisch er ist.
Die Sache hat aber auch was Gutes: Wenn er die Stadt
rechtzeitig verlässt, hat die SPD
vielleicht noch eine Chance bei der nächsten Berliner
Abgeordnetenhaus Wahl.
In einer Stadt mit so vielen Chancen - und was hat Wowereit draus gemacht? Eine mehr als fragwürdige Zusammenarbeit mit der Nachfolgepartei der PDS (man vergisst das so leicht und schnell durch die Namnesverzerrung hin zur LINKEN) , eine Stadt die finaziell am Ende ist, von Bildung und Fortschritt keine Spur. Was sind denn die Verdienste dieses Mannes? Seine Partysucht? Dass er schwul ist? Dass er das schlechteste Ergebnis für die SPD überhaupt eingefahren hat? Lasst Wowereit bloß schnell zum Auslaufmodell werden, das wäre ein Beitrag zur Rettung der SPD - insbesondere in Berlin.
In einer Stadt mit so vielen Chancen - und was hat Wowereit draus gemacht? Eine mehr als fragwürdige Zusammenarbeit mit der Nachfolgepartei der PDS (man vergisst das so leicht und schnell durch die Namnesverzerrung hin zur LINKEN) , eine Stadt die finaziell am Ende ist, von Bildung und Fortschritt keine Spur. Was sind denn die Verdienste dieses Mannes? Seine Partysucht? Dass er schwul ist? Dass er das schlechteste Ergebnis für die SPD überhaupt eingefahren hat? Lasst Wowereit bloß schnell zum Auslaufmodell werden, das wäre ein Beitrag zur Rettung der SPD - insbesondere in Berlin.
Kommt jetzt Gabriel? Das ist wahrscheinlich, denn in der Not findet man schnell die denkbar schlechteste Lösung. Dieses politische Michelin-Männchen ist ein gnadenloser Populist und stammt aus der Schmiede eines Gerhard Schröder. Der Posten würde ihm genau so nicht passen, wie die meisten seiner Klamotten, die einen nahenden Erstickungstod vermuten lassen. Deshalb, liebe Genossen der SPD, wählt Gabriel - und das Chaos wird perfekt!
Was sagen sie zu einer Partei und einem Umweltminister Gabriel, der die Energiewende verspricht und aus der Atomenergie raus will? Vor Jahren versprach die SPD für 20 Jahre Investorsicherheit für Biogasanlagen, heute hat sie die Förderwende vollzogen und die Investoren stehen vor der Pleite des Biogaswerkes und Vorzeigeobjektes Penkun. Vorher hat sie das Objekt noch als Musterbeispiel Besuchern vorgeführt und sich gebrüstet, das ist die SPD! Vorne weg die Bundestagsabgeordneten Becker und Kelber (Kelber Solarlobby) stimmen offen gegen diese Anlage, die ihre Partei vorher noch gelobt hat! Dieser Kanzlerkandidat, Herr Steinmeier, wurde unterrichtet, er macht nichts dagegen, in dieser Partei herrscht Chaos vor, die Linkspartei gibt die Schwerpunkte vor. Mit Frau Ypsilanti haben wir gesehen was Sache ist. Wahltag ist Zahltag, wir haben jedes Vertrauen in diese Partei verloren. Trotz einer Unterlassungsklage des LG Hamburg behauptet die SPD weiterhin die Unwahrheit über die Biogasanlage Penkun und deren Betreibern, unverfroren ist das! Die nächste Quittung für die SPD erfolgt zur Bundestagswahl. Näheres unter www.spd-ruiniert-mittelst...
Die SPD hat sich bereits als Volkspartei verabschiedet, es fehlt jetzt nur noch die Vereinigung mit der Linkspartei zur SED neu.
In einer Stadt mit so vielen Chancen - und was hat Wowereit draus gemacht? Eine mehr als fragwürdige Zusammenarbeit mit der Nachfolgepartei der PDS (man vergisst das so leicht und schnell durch die Namnesverzerrung hin zur LINKEN) , eine Stadt die finaziell am Ende ist, von Bildung und Fortschritt keine Spur. Was sind denn die Verdienste dieses Mannes? Seine Partysucht? Dass er schwul ist? Dass er das schlechteste Ergebnis für die SPD überhaupt eingefahren hat? Lasst Wowereit bloß schnell zum Auslaufmodell werden, das wäre ein Beitrag zur Rettung der SPD - insbesondere in Berlin.
... die SPD.
Schlimme Sache, denn wir BRAUCHEN Euch - allerdings als seriöse, vorwärtsblickende Partei und nicht als das zu erwartende Häuflein polemisierender Möchtegern-Linker, die nicht wissen, in wessen Wählerschaft sie eigentlich wildern möchten.
und weg bist du. Das große Schwarze-Peter-Schieben wird nun zur kathartischen Reinigung der Partei angeblich erwartet und so geht der Budenzauber wenigstens in den Medien los. http://kallewestrich.blog...
... läßt leider darauf schließen, daß sie noch immer nicht verstanden hat, was die Wähler ihr zu sagen versuchen.
der Autor meint wohl eher den unrühmlichen, kalten Putsch von Steinmeier.Es gibt kaum ein Mitglied, das dies vergessen hat.
Wer hat eine absolute SPD-Mehrheit in den Bundesländern ? Gemobbt wurde er von der Presse. Kurt Beck sollte wieder kommen!
Wenn Kurt Beck wiederkommt dann kann die SPD gleich die Bude zusperren. So was von nicht durchsetzungsfähig gegen die Laberhälse in der Partei gabs nur einmal. Er hat großen Anteil am erbärmlichen Zustand der Partei, in seiner Zeit hat jeder dahergeredet, was er gerade wollte.
Erbämlich war auch das Schauspiel mit Andrea Ypsilanti, die er gedrängt hat, eine Koalition mit der linken auszuschliessen um dann doch wieder darüber nachzugrübeln, dann wieder zu bestätigen usw.
Bitte nicht noch einmal so einen unentschlossenen und Planlosen SPD Vorsitzenden, sonst können CDU und FDP gleich ungestört eine Diktatur eröffnen...
Wenn Kurt Beck wiederkommt dann kann die SPD gleich die Bude zusperren. So was von nicht durchsetzungsfähig gegen die Laberhälse in der Partei gabs nur einmal. Er hat großen Anteil am erbärmlichen Zustand der Partei, in seiner Zeit hat jeder dahergeredet, was er gerade wollte.
Erbämlich war auch das Schauspiel mit Andrea Ypsilanti, die er gedrängt hat, eine Koalition mit der linken auszuschliessen um dann doch wieder darüber nachzugrübeln, dann wieder zu bestätigen usw.
Bitte nicht noch einmal so einen unentschlossenen und Planlosen SPD Vorsitzenden, sonst können CDU und FDP gleich ungestört eine Diktatur eröffnen...
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