Bundestagswahl Wer regiert mit meiner Stimme?

Der Ausgang der Wahl am Sonntag ist schwer kalkulierbar. Mit der richtigen Taktik können Sie Ihre Stimme jedoch gezielt einsetzen, um ihre Lieblingskoalition zu befördern.

Früher war das Wählen einfach. Man stimmte für SPD, Union oder FDP und konnte sich sicher sein, welche Regierung man damit befördert und welchen Kanzler man an die Macht bringt. Mittlerweile ist die Parteienlandschaft bunter geworden, mindestens fünf Parteien werden bei der Bundestagswahl am 27. September in den Bundestag einziehen. Die Regierungsbildung droht zum Rechenspiel zu werden – mit weitreichenden Folgen. Die Wählerinnen und Wähler können sich nicht mehr sicher sein, was nach der Wahl mit ihrer Stimme geschieht.

Wie wähle ich also richtig? Wir haben ein Schema entwickelt, welches das Wählen vielleicht einfacher, in jedem Falle transparenter machen soll. Die unten gezeigten Beispiele beruhen auf aktuellen Wahlumfragen und der Annahme, dass die Union in jedem Fall vor der SPD landen wird.

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1. Der Überzeugungswähler: Was wird aus meiner Stimme?

Sie wählen aus Überzeugung eine bestimmte Partei. Doch wissen Sie auch, welche Koalitionen Sie mit ihrer Entscheidung befördern und ob sie Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier als Kanzler damit unterstützen?
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2. Der taktische Wähler: Wie wähle ich meine Lieblingskoalition?

Es zeigt sich: Selbst wenn der Überzeugungswähler noch so überzeugt ist, kann er nicht sicher sein, welcher Koalition er zur Macht verhilft – unter Umständen nicht einmal, welchem Kanzler. Geschickter ist es daher, taktisch zu wählen. Wir zeigen Ihnen, welche Optionen Sie haben und wie wahrscheinlich es ist, dass Ihre Stimme die gewünschte Koalition befördert:

Große Koalition: Keiner will sie so richtig und doch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es wieder auf eine Große Koalition hinauslaufen könnte. Demnach würde sich wahrscheinlich nicht viel ändern: Angela Merkel bliebe Kanzlerin und Frank-Walter Steinmeier Vize.
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Ampelkoalition: Zwar hat die FDP offiziell ein Bündnis mit SPD und Grünen ausgeschlossen, doch rein rechnerisch wäre eine Mehrheit möglich. Wer Frank-Walter Steinmeier als Kanzler haben möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als auf die "Ampel" zu setzen.
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Schwarz-Grün: Im Gegensatz zur "Jamaika-Koalition" haben die Grünen ein Bündnis mit der Union nicht ausgeschlossen. Schwarz-Grün wäre somit möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. In Umfragen sind Union und Grüne weit von einer Mehrheit entfernt.
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Schwarz-Gelb: Die Wunschkonstellation von Angela Merkel und Guido Westerwelle hält in den Umfragen derzeit eine Mehrheit, wenn auch äußerst knapp. Letztendlich könnte die Zahl der Überhangmandate darüber entscheiden, ob es für Schwarz-Gelb reicht.
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Theoretisch sind noch sehr viel mehr Farbkombinationen denkbar. Dennoch haben wir uns auf jene vier Koalitionsmöglichkeiten beschränkt, die wir für denkbar halten. Sowohl eine Jamaika-Koalition als auch Rot-Rot-Grün bleiben außen vor; in beiden Fällen gehen wir davon aus, dass diese Bündnisse innerhalb der beteiligten Parteien vorerst nicht durchzusetzen wären. Ebenfalls ausgeschlossen haben wir den unwahrscheinlichen Fall, dass ein taktischer Wähler, der die Ampel will, deshalb FDP wählt.

Welche Koalition nach dem 27. September regieren wird, ist aber nicht allein eine Frage von Mathematik – sondern vor allem eine Frage von Politik. Dennoch kann man am Ende vier überraschend einfache Schlussfolgerungen ziehen:

 
Leser-Kommentare
    • habe8
    • 24.09.2009 um 19:53 Uhr

    Einen unverständlicheren Artikel habe ich noch nirgendwo gefunden.
    Die Wahl am Sonntag ist eine ernsthafte Angelegenheit und keine Spielwiese für Farbfetischisten und Zeilenhonorarschinder.
    Leser-Verdummung sollte man anderen über4lassen.

    [Bitte bleiben Sie höflich/ Redaktion; svb]

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ....großen Beifall und Bravo für diese Meinung - und dem Zensor hier sei gesagt: mit Höflichkeits-Ermahnungen bekommt er die Wut im Wählervolk auch nicht geglättet !

    ....großen Beifall und Bravo für diese Meinung - und dem Zensor hier sei gesagt: mit Höflichkeits-Ermahnungen bekommt er die Wut im Wählervolk auch nicht geglättet !

  1. 2. Danke

    Danke das ihr für mich gerechnet habt. Nicht jeder hat die Zeit und/ oder Lust die möglichen Koalitionen oder "Wer mit Wem" Konstellationen zu berechnen. Für mich ist die Seite klar und eindeutig dargestellt.
    Grüße aus Weimar

  2. Der Artikel ergibt überhaupt keinen Sinn. Wer soll sich von den völlig untransparenten Wahrscheinlichkeiten überzeugen lassen? Es wird einem hier praktisch verkauft, dass man mit seiner Stimme allein die Wahrscheinlichkeit für eine Koalition so enorm verändern könne. Ich muss mich meinem Vorposter anschließen...

  3. 4. Warum?

    Der Zweck derartiger Vorhersagen ist auch mir schleierhaft. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich da jemand ernsthaft die Mühe gemacht hat sämtliche Größen so zu berücksichtigen, dass die Prozentzahlen stimmen. Den Einfluss solcher Grafiken und Statistiken auf die Wahlentscheidung des ein oder anderen Lesers müsste man ja auch mit einbeziehen...

  4. Ihre grafische Darstellung der Großen Koalition sieht zufällig genau so aus wie die Flagge der anarchistischen Bewegung ;)

  5. Besonders interessant finde ich aber, dass man zur Fortsetzung der Großen Koalition vor allem die SPD wähle solle (80% Wahrscheinlichkeit).
    Ich bin ja eh davon überzeugt, dass nicht wenige Wähler diese Verlängerung begrüßen würden. Leider traut sich niemand in der SPD, diesen Aspekt besonders hervorzuheben.

    • icke28
    • 25.09.2009 um 0:35 Uhr

    Untransparente Wahrscheinlichkeiten? Wer außer ein paar Einzelne würde denn die Herleitung der Wahrscheinlichkeiten in einer Zeitung lesen wollen? Für die meisten würde die Transparenz dadurch sicher nicht zunehmen ;-). Es soll ja auch niemand von irgendwas überzeugt werden, die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten trägt einfach nur einen weiteren Aspekt zur persönlichen Entscheidungsfindung mit bei. Wer unbedingt Steinmeier als Kanzer will, sollte schon wissen dass er seine Stimme konsequenterweise den Grünen geben muss und nicht der SPD. Genau das zeigen solche Zahlenspiele auf.

    • Polmag
    • 25.09.2009 um 8:03 Uhr

    Nachdem alle anderen Koalitionen ausgeschlossen wurden oder keine Chance auf Mehrheiten haben werden, bleiben nur die Große Koalition sowie Schwarz-Gelb übrig. Schwarz hat sich auf Gelb für den Fall festgelegt, dass es dafür reichen würde.
    Wer also Schwarz-Gelb will, muss Schwarz oder Gelb wählen. Wer dies nicht will, erhält eine Große Koalition und wählt SPD, Grüne oder Linke.
    Angela Merkel bleibt so oder so Kanzlerin. Außenminister bleibt Steinmeier unter Schwarz-Rot oder wird Westerwelle unter Schwarz-Gelb...

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