Gegen den 56-Jährigen bestehe "der hinreichende Verdacht", zwischen Mai 2007 und Januar 2009 in mehr als 100 Fällen Dateien mit Kinderpornos gekauft, besessen oder weitergegeben zu haben, teilte die Karlsruher Staatsanwaltschaft mit. Erst am Dienstag war vom Bundestag die Immunität des Abgeordneten aufgehoben worden.

"Ich wollte wissen, wie diese Szene funktioniert."
Jörg Tauss zu seiner Verteidigung

Bereits im März war Jörg Tauss der Schutz vor Strafverfolgung entzogen worden, um Hausdurchsuchungen zu ermöglichen. Dabei war einschlägiges Material beschlagnahmt worden. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete, mittlerweile Mitglied der Piratenpartei, bestreitet die Vorwürfe. Er gibt aber an, im Zuge von Recherchen gegen einen Kinderporno-Ring aktiv geworden zu sein. Er habe den Ring sprengen wollen, so seine Begründung. "Ich wollte wissen, wie diese Szene funktioniert."

Die Ermittler ließen Tauss' Begründung nicht gelten. So heißt es in einem Bericht, Tauss habe "keinen dienstlichen Auftrag" gehabt und könne sich deshalb nicht darauf berufen. Tauss wird mit der Bundestagswahl am 27. September aus dem Parlament ausscheiden.