Wahlkampf Internetnutzer befragen Westerwelle und Ramsauer
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Ramsauer: "Jesus wäre in die CSU eingetreten"

Wie wählenswert der potentielle Koalitionspartner der FDP ist, durfte anschließend CSU-Frontmann Peter Ramsauer beweisen. Nach der Absage von Kanzlerin Merkel lag es an ihm, in der Sendung die Fahne der Union hochzuhalten. Allerdings war auch er nicht persönlich erschienen, sondern aus seinem Wahlkreis im Chiemgau zugeschaltet, dem "gelobten Land zwischen Chiemsee und Königssee" wie Ramsauer es formulierte. Stuchwort "gelobtes Land": Was an der CSU eigentlich noch christlich-sozial sei, will eine Zuschauerin wissen. Schließlich sei man mittlerweile viel mehr Partei der Wohlhabenden als die der Armen. Ramsauer kann sich zu keiner klaren Antwort durchringen, ist sich aber sicher: "Jesus Christus wäre in die CSU eingetreten". Die CSU sei es im Übrigen gewesen, die in den Achtzigern die grüne Bewegung iniitiert habe, "zur Bewahrung der Schöpfung".

Themenschwenk zur Bildungspolitik: Sollte Bildung nicht Bundessache werden, um einheitliche Standards zu schaffen? Einheitliche Standards müssten sein, meint Ramsauer, befürwortet aber, dass Bildung Landessache bleibt. Konkret wird er nicht, spricht noch ein Lob auf das bayerische Schulsystem aus und bemitleidet alle Eltern, deren Kinder in Berliner und Brandenburger Schulen gehen müssen.

Die "neuen" Studienabschlüsse Bachelor und Master lehnt er ab, man sei mit dem Barcelona-Prozess (er meinte den Bologna-Prozess) "übers Ziel hinausgeschossen". Auch Ramsauer wird nach den Studiengebühren befragt. Bildung darf nicht abhängig sein vom Geldbeutel, fängt er an, jedoch habe er mit vielen Studenten gesprochen, die den Sinn von Studiengebühren sehen: "Wenn man sie den Leuten richtig begründet, sind sie auch bereit, zu zahlen". 

Wie zuvor schon Westerwelle wird auch Ramsauer zu Afghanistan befragt: Warum die Bundeswehr als Verteidigungsarmee dort sei, will ein Zuschauer wissen. Ramsauer verweist auf internationale Bündnisverpflichtungen und das Ziel, die Sicherheit in Afghanistan zu gewährleisten, um den Terrorismus zu bekämpfen. Einen baldmöglichen Abzug befürwortet er – genau wie Westerwelle. Sind zur Bundestagswahl 2013 immer noch 4000 deutsche Soldaten am Hindukusch? Ramsauer: "Das ist nicht auszuschließen."

Beim Thema Ausländerpolitik beklagt ein Zuschauer, der selbst vor kurzem erst eingebürgert wurde, die Hürden für ausländische Mitbürger in Deutschland. Die Kritik kann Ramsauer nicht nachvollziehen: "Ich finde, dass Wolfgang Schäuble als Innenminister hervorragender Arbeit für die Integrationspolitik geleistet hat". Im Netz regt sich sofort Widerstand. Ähnlich kontrovers wird Ramsauers Aussage zum Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare diskutiert: "In herkömmlichen Familien bekommen Kinder mehr Geborgenheit und Nestwärme", argumentiert Ramsauer. "So ein Schrott", schreibt eine Zuschauerin im Chat. "Herkömmliche Familie? Wo lebt der denn?

Welche Bilanz ziehen die User insgesamt zu Peter Ramsauers Auftritt? Das Stimmungsbarometer auf der "Erst fragen, dann wählen"-Plattform zeigt, dass er 85 Prozent der Zuschauer nicht überzeugen konnte. Im ZDF-Chat resümiert ein Kommentator: "1 Mann, 3 Wörter. Konservativ, altbacken, langweilig." Ein andere gibt ihm Recht: "Das stimmt, diese altbackenen Ansichten passen nicht mehr in die heutige Zeit. Man kann auch konservativ-fortschrittlich sein.

Am Sonntag folgen in "Erst fragen, dann wählen" die Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier, Jürgen Trittin und Gregor Gysi. ZEIT ONLINE überträgt die Sendung live ab 15.45 Uhr an dieser Stelle.  Bitte nutzen Sie auch die Kommentarfunktion dort, um Kritik und Lob zum Projekt loszuwerden.

 
Leser-Kommentare
  1. Seit Wochen mein Lieblings-Hit: Die Guido Westerwelle-Hymne: von Extra3
    http://www.youtube.com/wa...

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    dann scheint dich der mann ja sehr zu fesseln ;-)

    dann scheint dich der mann ja sehr zu fesseln ;-)

  2. 2.

    dann scheint dich der mann ja sehr zu fesseln ;-)

    Antwort auf "Guidomania"
  3. aber: was bedeutet es, wenn die CDU in Kreuzberg für Kampfhunde ohne Maulkorb wirbt?

  4. ... ist beim Thema Studiengebühren und FDP - nachgelagerte Studiengebühren - ein Modell der FDP? Warum ist es dann in keinem einzigem schwarz-gelben Bundesland umgesetzt, sondern nur im schwarz-GRÜNEN Hamburg?

  5. Der Guido ist für mich schon jetzt der Wahlsieger der Herzen.

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    der herzen und für platz drei wirds wohl reichen, es gibt genug, die ihn wählen, und das ist auch gut so ;-)

    der herzen und für platz drei wirds wohl reichen, es gibt genug, die ihn wählen, und das ist auch gut so ;-)

  6. 6.

    der herzen und für platz drei wirds wohl reichen, es gibt genug, die ihn wählen, und das ist auch gut so ;-)

    • dkoe
    • 20.09.2009 um 13:37 Uhr

    Ich habe mir hier ( http://www.studivz.net/Wa... ) mal die Fragen im studivz angeguckt. Nach Popularität sortiert, sind 8 der ersten 10 Fragen eindeutig eher kritisch. Und was kommt dann in die Sendung?
    Bei Herrn Ramsauer darf ein Zuwanderer jammern, dass ihm nicht der rote Teppich ausgerollt wird. Genauso in den anderen Sendungen mit Bürgerbeiteilung. Themenkomplex Integration heißt, dass sich eine Dame mit Kopftuch über Ausgrenzung beschweren darf oder Forderungen zum Islam-Unterricht überbracht werden. Kommt irgendwo mal ein Restdeutscher aus dem Ghetto zu Wort? Wird ein Bericht wie der von Güner Balci über die Schulen in Neukölln thematisiert. Nein.

  7. Wie die Historie bewies: die FDP ist immer eine Umfaller-Partei gewesen.
    Auch das ständige Verweisen auf die DDR Vergangenheit der Linkspartei entbehrt jeglicher Berechtigung, wenn man an die braune Vergangenheit der FDP der frühen 50er Jahre denkt, wo sich eine rechtsnationale DP auflöste und ihre Mitglieder mit Freuden von FDP und CDU aufgenommen wurden und der, wie sie sich heute gern bezeichnen, "Bürgerlichen Mitte" damals zur Regierungbildung verhalf. Konrad Adenauer mag manches Mal mit den Zähnen geknirscht haben, zumal er sich auch noch mit einer braun durchsetzten Verwaltung herumschlagen mußte, die durch ihre alten Seilschaften massiv politischen Einfluß nahm.

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