Zentralrat der Juden Broder zieht seine Kandidatur zurück

Henryk M. Broder wollte Nachfolger von Charlotte Knobloch werden. Nun zieht er seine Kandidatur für den Zentralrat der Juden zurück. Er sei nicht "größenwahnsinnig".

Der Publizist Henryk M. Broder will nun doch nicht für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden kandidieren. "Ich mache es nicht. Ich bin weder größenwahnsinnig noch vergnügungssüchtig", begründete er im Spiegel seinen Rückzieher. Deutschland liebe zwar "Unruhestifter, Querdenker und Seiteneinsteiger", so Broder, "aber nur so lange, wie sie darauf achten, dass alles so bleibt, wie es ist".

Broder hätte erst von einem Landesverband oder einer Gemeinde in den Zentralrat geschickt werden müssen, um überhaupt für den Spitzenposten kandidieren zu können. Seinen Vorstoß hatte er damit begründet, dass sich der Zentralrat nach seiner Einschätzung in einem "erbärmlichen Zustand" befindet. Die Verbandsspitze trete "als Reue-Entgegennahme-Instanz auf" und sei von "kleinkariertem Größenwahn" befallen. Als Präsident wolle er sich dafür einsetzen, dass die Holocaust-Leugnung nicht mehr strafbar ist.

Anzeige

Der Zentralrat der Juden in Deutschland mit seiner Präsidentin Charlotte Knobloch an der Spitze hatte die angekündigte Kandidatur Broders als "lustige Fantasie" bezeichnet.

 
Service