Datenschutz
Schwarz-Gelb plant Gütesiegel fürs Internet
Die neue Regierung will nach dem Vorbild der Stiftung Warentest eine Stiftung Datenschutz gründen. Die FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger brachte auch ein eigenes Internetgesetzbuch ins Gespräch.
© dddp/Nigel Treblin

Gütesiegel statt schärfere Gesetze: die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
„Unser Ziel ist es, im Netz eine Art Gütesiegel zu etablieren, das den Nutzer darauf hinweist, bei welchen Anbietern seine Daten sicher sind“, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende und designierte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der ZEIT. So solle eine Debatte in Gang gesetzt werden. Der Staat dürfe nicht immer nur mit Verboten eingreifen. Leutheusser-Schnarrenberger hatte für die FDP die Verhandlungen in der Arbeitsgruppe Recht und Inneres geführt.
Wie das Internet künftig gestaltet werden solle, sei "das größte Projekt“ der schwarz-gelben Regierung, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. "Das Recht gilt auch im Netz. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Recht durchsetzen. Das gilt auch für das Urheberrecht, das können wir nicht aufgeben. Ebenso müssen wir darüber reden, wie wir mit Konzernen wie Google umgehen“, sagte die FDP-Politikerin. Einen Internet-Gipfel oder ein eigenes Internetgesetzbuch schloss sie nicht aus: "In meinen Augen ist das alles offen. Aber eines ist klar: Es darf nicht der Eindruck entstehen, wir wollten zensieren."
Die Diskussion um die Sperrung von Kinderpornografie-Seiten im Netz habe bei vielen Menschen den Eindruck erweckt, der Staat bewege sich in Richtung Zensur. Wenn Millionen vor allem junger Menschen „das Gefühl haben, die Politik wolle ihre Kommunikationsfreiheit einschränken, ist das eine gefährliche Entwicklung. Deshalb werden wir die Frage beantworten müssen, wie künftig mit dem Netz umgegangen werden soll“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Schließlich habe die Diskussion um die Internet-Sperren dazu beigetragen, dass die Piratenpartei entstanden sei.
Die schwarz-gelbe Koalition will das Gesetz zur Sperrung von Internetseiten für ein Jahr aussetzen. Stattdessen sollen Seiten mit kinderpornografischem Inhalt gelöscht werden. "Nach einem Jahr werden wir die Erfahrungen mit dem Löschen bewerten: Wo gibt es Probleme? Wo haben wir Erfolg? Und auf dieser Grundlage werden wir dann ein neues Gesetzgebungsverfahren in Gang bringen“, sagte die FDP-Politikerin.
Piratenpartei fordert schärferen Datenschutz
Der Vorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch hat angesichts der Datenskandale bei der Deutschen Telekom, beim Finanzdienstleister AWD und bei Schüler-VZ schärfere Gesetze zum Datenschutz verlangt. Der ZEIT sagte der Computerexperte: "Das Wichtigste ist, dass es keine Weitergabe an Dritte ohne das Einverständnis oder die Information des Kunden gibt. Zweitens muss viel zahlen, wer dagegen verstößt. Es muss Handlungsdruck auf Unternehmen entstehen, zunächst ein wirtschaftlicher Druck und im Fall der Fahrlässigkeit im großen Stil auch ein strafrechtlicher. Drittens möchte ich mehr als Stichproben bei den Unternehmen.“
Seipenbusch rief die Verbraucher auf, sich auch selber mehr um die Sicherheit ihrer Daten zu kümmern. "Der Staat, Unternehmen und jeder Einzelne werden sich daran gewöhnen müssen, mit Daten anders umzugehen als zu der Zeit, in der man alles in einem Leitz-Ordner abgeheftet hat. Digitale Daten sind flüchtig, sie können blitzschnell irgendwo aus einer Datenbank kopiert oder schnell mal auf einer CD entführt werden. Und andererseits sind sie sehr langlebig. Man kann sie kaum löschen. Bei Google tauchen manchmal Informationen wieder auf, die man schon lange vernichtet zu haben glaubt - weil sie an mehreren Orten zugleich gespeichert wurden“, sagte er.
Die vollständigen Interviews lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab Donnerstag am Kiosk
- Datum 21.10.2009 - 13:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn jemand solche Gedanken äussert zeigt er aus meiner Sicht, dass er nicht verstanden hat, was das Internet ist: Es ist ein Medium. Kein rechtsfreier, virtueller Raum. Z. B. sind Verträge, die übers Internet abgeschlossen werden nur dann bindend, wenn alle Regeln beim Zustandekommen des Vertrages eingehalten wurden. Ansonsten brauche ich den Vertrag genausowenig einzuhalten wie sonst ein irgendwie persönlich ausgehandelter Vertrag, bei dem Regeln verletzt wurden.
Die Politiker, die bei Internet von der Notwendigkeit sprechen, dieses gesetzlich zu regeln, haben keinen blassen Schimmer von ihrem Arbeitsgebiet und es wäre besser, wenn solche Politiker nicht gewählt würden, da sie effektiv Arbeiten wie die Trittbrettfahrer in normalen Unternehmen.
Was bei er Gesetzgebung fehlt sind Rechte, Leute, die mich ständig am Telefon mit Werbung bombardieren, wegen Dauernervens verklagen zu können. Da sind die Regeln entweder zu komplex, so dass der normale Verbraucher nicht weiss, an wen er sich wenden kann, oder aber es existieren keine rechtlichen Grundlagen.
Wenn man also den Missbrauch von Daten verhindern will, ist es besser, dort einfache und Wirkungsvolle Regeln zu entwerfen. Mit dem Internet hat das aber wenig zu tun. Aber sicher ist es einfacher, über "Internetgesetze" zu labern, als wirkliche Lösungen zu erarbeiten.
Meiner Meinung nach gibt es für dieses Gütesiegel für Datensicherheit 2 Möglichkeiten.
Entweder es ist nichts wert oder staatliche Institutionen bekommen es nicht.
...wäre es, dem Abmahnunwesen ein Ende zu bereiten. Als Internet-Unternehmer muss man permanent auf der Hut sein, dass auch jedes Komma in AGB und Widerrufsbelehrung richtig gesetzt sind, sonst wird man hemmungslos abkassiert. Nicht mal offizielle Vorlagen aus dem Justizministerium helfen weiter, da auch diese nicht abmahnsicher sind...
Nun möchten die Liberalen also ein Internet-Gesetz entwickeln - in einem weltweiten Netzwerk. Da wird sich die international aufgestellte Netzgemeinde aber ziemlich freuen, wenn Frau Leichtfüßig-Schildbürger sich nun anschickt, ihr Ich aus der Vergessenheit zu katapultieren und uns mit einem derartigen Schmankerl erfreut. Nach dem voraussehbaren Flop der blondesten aller Muttis jetzt auch noch das. Wir werden einen hervorragenden Außenminister brauchen, um doch noch zu verhindern, dass wir weltweit nur noch eins werden: ausgelacht.
Es ist nur noch peinlich, was sich die [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf beleidigende Bezeichnungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ]freiheitliche Partei ausdenkt, um irgendwie ihre Existenz zu rechtfertigen. Zumindest das Blau im Parteienlogo lässt eine Entschuldigung zu: Trunksucht. Sie müssen einfach besoffen sein. Anders ist das so nicht möglich.
Wer weis was dieses "Internetgesetzbuch" noch beinhalten wird, vllt wird es in Insiderkreisen schon als "Internetgesetzbuch der Volksrepublik China" gehandelt. :D
also langsam wird es wirklich albern.
Z.B. Ampeln auf Nahrungverpackungen. Oder taktile Sachen die mit dem Wort Nanopartikeln anfangen. Habe gehört, daß Zeug frißt sich sogar durch Hosen! Das verursacht bestimmt Sonderabgaben in der neu geplanten privaten Gesundheitversorgung.
Desweiteren warte ich bei dem etablierten Medium, das Telefon, jährlich neben den Ausgaben wie "Das Örtliche " und "Das Telefonbuch" auf die Gütesiegel-Ausgabe "Das Lumpenverzeichniss".
Natürlich mit dem Sonderverzeichnis aller Agenturen, die verdecktes Polit-PR betreiben.
Usw, usw.
Liebe FDP. Erst mal die Realität mit Rechten für Bürger besiegeln.
Zitat Jens Seipenbusch auf turi2.de:
"Politiker, die jetzt 50, 60, 70 Jahre alt sind, sind weit davon entfernt, die Problematik überhaupt zu durchdenken", sagt er im Interview mit der "Zeit".
Sicher kann man in der Readaktion froh sein,auf einen derart erfahrenen und pschologisch präzisen Kritiker als politsche Kompetenz verweisen zu können...
Lieber Sportskamerad Seipenbusch:Haben Sie das wirklich gesagt? Wenn ja, was hat Sie denn -über Ihre möglicherweise vorhandene,moralische Flexibilität,Ihren sensiblen Feingeist und Ihre integrative,soziale Intelligenz hinaus- motiviert, diese knackige Politiker-Persönlichkeitsanalyse zu veröffentlichen?
Hatten Sie keinerlei Befürchtungen, mit Ihrer Bemerkung unter der Oberfläche des gesprochenen Wortes auch die eine oder andere qualitative Information über sich selbst zu transportieren?
Ich will nicht zu hart mit Ihnen sein,das sind Sie selbst mit Ihrer Bemerkung schon mehr,als es Ihnen wirklich gut tut.
Wenn das Fenster weit offen steht, und man lehnt sich hinaus als jemand, der anderen öffentlich erklärt, wie "das Leben funktioniert" und dabei die Welt in "Gut" und "Böse" einteilt, besteht eben auch eine gewisse Gefahr darin:
Das Leben ist halt nicht billig.
Für Politiker nicht und für "Piraten" auch nicht.
Vielleicht hatten Sie ja einfach auch nur getrunken.
Alte Piratensocke - was der Alkohol so alles anrichten kann....
So jung....und schon in dem Alter.
...liegt herr seipenbusch da jetzt falsch? und wer teilt die welt besonders gerne in gut und böse? ist das eventuell die rentnerpartei cdu?
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