Streit um Koalitionsvertrag FDP pocht auf Steuersenkungen bereits 2010

Die FDP macht im Steuerstreit Druck: Die Bürger müssten schon ab 2010 mehr Netto vom Brutto haben, fordert Fraktionsvize Thiele - und kritisiert die Ministerpräsidenten.

In der Debatte um niedrigere Steuern pocht die FDP auf Einhaltung des schwarz-gelben Koalitionsvertrags. Entlastungen von Bürgern und Unternehmen seien dringend nötig, um für Wachstum zu sorgen, sagten mehrere FDP-Politiker in Interviews. Im Handelsblatt erinnerte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle CDU und CSU am Freitag an die gemeinsame Koalitionsvereinbarung, aus der man sich nicht "herausstehlen" dürfe. "Ich warne davor, die Steuerentlastung gleich zu Beginn schon wieder zu zerreden und so ein falsches Signal zu setzen, das Wirtschaft und Konsumenten verunsichert", sagte Brüderle.

Vor allem in den Bundesländern gibt es Kritik an den schwarz-gelben Steuerplänen. Mehrere Ministerpräsidenten – auch von der CDU – bangen um die Einnahmen und drohen mit Widerstand. Die FDP dringt jedoch darauf, die Steuern bereits im nächsten Jahr zu senken – und nicht erst 2011. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Carl-Ludwig Thiele forderte: "Wir müssen sofort an die Gesetzgebungsarbeit gehen, damit die Bürger bereits von Beginn 2010 an mehr Netto vom Brutto haben und die steuerlichen Rahmenbedingungen für Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen verbessert werden." Zum "steuerpolitischen Sofortprogramm" gehört nach Auffassung des Finanzexperten an erster Stelle die Erhöhung des Kinderfreibetrags auf 7008 Euro und die Erhöhung des Kindergeldes pro Kind und Monat um 20 Euro.

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Thiele kritisierte im Kölner Stadt-Anzeiger die CDU-Ministerpräsidenten. Sie hätten als stellvertretende CDU-Vorsitzende sowohl im Wahlprogramm ihrer Partei als auch in den Koalitionsgesprächen eine umfangreiche Entlastung der Bürger beschlossen. Er habe kein Verständnis, wenn dies nun vergessen werde, sagte Thiele. Auch der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke forderte von der Union und insbesondere von den Ministerpräsidenten Vertragstreue. Steuerliche Entlastungen und ein einfacheres Steuersystem seien ein "unverhandelbares Top-Thema im Koalitionsvertrag", mahnte Fricke.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) drohte derweil mit einer Verfassungsklage gegen die geplanten Steuersenkungen. Es dürfe nicht sein, dass Bundesländer gezwungen würden, gegen die Schuldenbremse zu verstoßen, sagte er dem Hamburger Abendblatt.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Auch ich würde mich als abhängig Beschäftigter über Steuersenkungen freuen.
    Aber, wo kein Geld da ist, kann ich nicht wie ein trotziges Kind auf Steuergeschenke pochen. Vor allem würde mich mal im Detail interessieren wer den genau davon profitieren soll. Ich vermute die FDP will und wird Klientelpolitk betreiben und das auf Pump...

    Das ist unverantortlich!!!

  2. Es ist wichtig, dass die Besserverdiener mehr Geld bekommen, damit sie die neuen Staatsverschuldungen kaufen können.

    Auch der Markt mit Staatspapieren ist ein Markt, der auf Angebot und Nachfrage reagiert. Wenn die Papiere nicht gekauft werden, sind die Verkäufer gezwungen, die Zinsen zu erhöhen. Das heißt für Deutschland, dass wir unseren Gläubigern noch mehr Zinsen BEZAHLEN müssen.

    Wenn wir weiterhin billige Kredite haben wollen, müssen wir unsere Gläubiger mit ausreichend Kapital versorgen. So einfach ist das. Gut, dass wir jetzt eine FDP-Regierung haben, die das System verstanden hat und alles tun wird, das System der Bevölkerung zu erklären.

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    Sowas nennt man gemeinhin Schneeballsystem.

    ... ich nehme mal an das ist ironisch gemeint?

    Eigentlich wird umgedreht erst ein Schuh draus, höher besteuern der wirklich besser Verdienenden und Vermögenden, dann brauchen wir gar nicht erst die Staatsverschuldung zu erhöhen, während der Staat mit seinen Ausgaben die Nachfrage der unteren Schichten verbessern könnte und langfristig Zinsen spart.

    Sowas nennt man gemeinhin Schneeballsystem.

    ... ich nehme mal an das ist ironisch gemeint?

    Eigentlich wird umgedreht erst ein Schuh draus, höher besteuern der wirklich besser Verdienenden und Vermögenden, dann brauchen wir gar nicht erst die Staatsverschuldung zu erhöhen, während der Staat mit seinen Ausgaben die Nachfrage der unteren Schichten verbessern könnte und langfristig Zinsen spart.

  3. 3. ...

    Sowas nennt man gemeinhin Schneeballsystem.

  4. ...des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt.
    ( Unter '2. Generationengerechte Finanzen / Haushalt' des laufenden Koalitionsvertrags)

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    "Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt".
    Der neue Finanzminister Schäuble sagte, "steht ganz hinten".
    So ist es, Seite 124, Zeile 559.
    Empfehlung: Koalitionsvertrag runterladen (PDF-Datei)

    "Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt".
    Der neue Finanzminister Schäuble sagte, "steht ganz hinten".
    So ist es, Seite 124, Zeile 559.
    Empfehlung: Koalitionsvertrag runterladen (PDF-Datei)

  5. Die FDP ist von allen guten Geistern verlassen. Wir sind pleite und dann noch Steuersenkung. Na klar, unser Staat kann kaputtgehen, die Reichen haben ja sowieso das Geld im Auslande deponiert. Ansonsten kann ich mir das nicht erklären!

  6. ... ich nehme mal an das ist ironisch gemeint?

    Eigentlich wird umgedreht erst ein Schuh draus, höher besteuern der wirklich besser Verdienenden und Vermögenden, dann brauchen wir gar nicht erst die Staatsverschuldung zu erhöhen, während der Staat mit seinen Ausgaben die Nachfrage der unteren Schichten verbessern könnte und langfristig Zinsen spart.

  7. "Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt".
    Der neue Finanzminister Schäuble sagte, "steht ganz hinten".
    So ist es, Seite 124, Zeile 559.
    Empfehlung: Koalitionsvertrag runterladen (PDF-Datei)

    Antwort auf "Alle Maßnahmen..."
  8. Es entbehrt natürlich nicht einer gewissen Logik, da stimme ich zu, dass es notwendig ist Schulden aufzunehmen, um denen Menschen zu ermöglichen Schuldscheine zu kaufen, die ausgegeben wurden, um denen Menschen, die Schuldscheine kaufen können, sobald für sie die Steuern gesenkt wurden, das kaufen der Schuldscheine zu ermöglichen, die es nicht gegeben hätte, wenn man nicht Schulden aufgenommen hätte, um die Schulden an den Mann / die Frau zu bringen.
    Das ist solide Politik. Daran lasse ich keine Kritik zu.

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