Gesundheitspolitik Reform zugunsten der Arbeitgeber

Wird aus Schwarz-Gelb doch noch eine Reformregierung? Der Gesundheitsbeschluss legt das nahe - doch FDP und CSU streiten noch, wie radikal der Umbau ausfallen soll.

Die Gesundheitspolitik gehörte zu den umstrittensten Themen, die die künftigen Koalitionspartner in ihren Verhandlungen zur gemeinsamen Regierungsbildung abzuarbeiten hatten. Besonders weit lagen hier die Ausgangspositionen auseinander:

Auf der einen Seite die Liberalen, die den Gesundheitsfonds abschaffen wollten und die am liebsten auch gleich die gesamte gesetzliche Krankenversicherung liquidieren würden.

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Auf der anderen Seite die Union, die sich von dem Prämienmodell im Gesundheitssystem – also dem einkommensunabhängigen Pauschalbeitrag, den sie noch auf ihrem Parteitag in Leipzig 2003 beschlossen hatte – eigentlich längst verabschiedet hatte. Und die auch ansonsten bestrebt ist, alles zu vermeiden, was unsozial klingen könnte.

In den letzten Wochen entdeckte die Union gar ihre Liebe zum Gesundheitsfonds, den viele Parteimitglieder in den Jahren zuvor - ähnlich wie Liberale - eher als bürokratisches Monstrum und ungeliebten Wechselbalg der Koalition mit der SPD betrachtet hatten. Doch nun schien der große Umverteiltopf geradezu die Garantie dafür zu bieten, dass es keine neoliberale Rosskur im Gesundheitssystem geben werde. "Der Fonds bleibt", legte Merkel sich nach der Wahl fest.

So grundlegend waren die Gegensätze, dass die Arbeitsgruppe Gesundheit sich schließlich ergebnislos vertagen musste. Sie konnte der großen Runde der Parteichefs lediglich unterschiedliche Bausteine anbieten. Nun hat diese entschieden – und das Ergebnis erstaunt durchaus.

Denn das Papier, das die Verhandlungspartner veröffentlichten, enthält ein überraschend deutliches Bekenntnis zu der in der CDU eigentlich gar nicht mehr angesagten Prämie. Künftig solle es "einkommensunabhängige Arbeitnehmerbeiträge" geben, heißt es dort.

Um trotzdem – wie Familienministerin Ursula von der Leyen dies tut – behaupten zu können, das neue System werde gerechter, versprechen die Koalitionspartner, dass diese einkommensunabhängige Pauschale für Menschen mit wenig Geld durch Steuergelder abgefedert werden soll. Dadurch würden alle Einkommen zur Finanzierung der Lasten herangezogen, argumentiert Ursula von der Leyen, und klingt in diesem Moment fast wie eine SPD-Politikerin.

Dass der Streit über das künftige Gesundheitssystem mit dieser Einigung noch keineswegs ausgeräumt ist, zeigt sich allerdings an den unterschiedlichen Auslegungen des Kompromisses.

Leser-Kommentare
  1. vom Brutto! Ich fass es nicht... Was soll man da noch zu sagen!

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    Ausstieg sukzessive aus allen paritätisch-solidarischen Versorgungssystemen!

    Leistung soll sich doch wieder lohnen!

    Und wer leistet? Nur die Großverdiener. Wer wenig verdient leistet auch nichts und kann sehen wo er bleibt.

    Von Schwarz-Gelb war und ist - auch für die Zukunft - nichts anderes zu erwarten.

    Fördert
    Die
    Parasiten

    Wer so doof war, Schwarz-Gelb zu wählen, der gehört auch bestraft. Oder wie andere sagen: Manchmal ist es das größte Unglück, wenn man bekommt, was man haben wollte. Ich hoffe, die Leute erinnern sich in 4 Jahren noch dran...

    Jedenfalls ist das Wort "Reform" offenbar völlig in Neusprech aufgegangen. Früher hieß es "Lobbygeschenk". Aber schon die "Reformen" der Schröder-Regierung waren solche.

    Ausstieg sukzessive aus allen paritätisch-solidarischen Versorgungssystemen!

    Leistung soll sich doch wieder lohnen!

    Und wer leistet? Nur die Großverdiener. Wer wenig verdient leistet auch nichts und kann sehen wo er bleibt.

    Von Schwarz-Gelb war und ist - auch für die Zukunft - nichts anderes zu erwarten.

    Fördert
    Die
    Parasiten

    Wer so doof war, Schwarz-Gelb zu wählen, der gehört auch bestraft. Oder wie andere sagen: Manchmal ist es das größte Unglück, wenn man bekommt, was man haben wollte. Ich hoffe, die Leute erinnern sich in 4 Jahren noch dran...

    Jedenfalls ist das Wort "Reform" offenbar völlig in Neusprech aufgegangen. Früher hieß es "Lobbygeschenk". Aber schon die "Reformen" der Schröder-Regierung waren solche.

    • sudek
    • 23.10.2009 um 17:29 Uhr

    "..Reform zugunsten der Arbeitgeber

    Wird aus Schwarz-Gelb doch noch eine Reformregierung? "

    Danke, ZEIT

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    ZEIT und SPIEGEL und WELT und BILD
    Führen alle dasselbe im Schild!

    hab ich auch gedacht...

    Egal ob Spiegel, Welt, faz, Sueddeutsche, Zeit überall steht das gleiche bürgerfeindliche Geschwätz...

    ZEIT und SPIEGEL und WELT und BILD
    Führen alle dasselbe im Schild!

    hab ich auch gedacht...

    Egal ob Spiegel, Welt, faz, Sueddeutsche, Zeit überall steht das gleiche bürgerfeindliche Geschwätz...

  2. Ausstieg sukzessive aus allen paritätisch-solidarischen Versorgungssystemen!

    Leistung soll sich doch wieder lohnen!

    Und wer leistet? Nur die Großverdiener. Wer wenig verdient leistet auch nichts und kann sehen wo er bleibt.

    Von Schwarz-Gelb war und ist - auch für die Zukunft - nichts anderes zu erwarten.

    Fördert
    Die
    Parasiten

    Antwort auf "Mehr Netto..."
  3. ZEIT und SPIEGEL und WELT und BILD
    Führen alle dasselbe im Schild!

  4. Die Begeisterung der Mitbürger für das Programm der fdp habe ich nie verstanden. Haben sie denn das Programm nicht gelesen und nur den Wahlplakaten geglaubt? Fühlten sich alle auf einmal als Leistungsträger, was den Bürgern von der fdp ja auch geschickt suggeriert wurde, und als Nutzniesser zukünftiger fdp-Politik?
    Jetzt, da die fdp versucht, ihre Klientelpolitik umzusetzen, geht auf einmal das große Lamento los.
    Irgendwie ist der Volkswille eine sehr diffuse Angelegenheit.

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    die, die hier herumweinen, sind nicht diejenigen, die die fdp gwählt haben ;-)

    nebenbei bemerkt ist das ganze gemaule größtenteils eh nicht ernstzunehmen. in diesem lande steht es jedem frei, sich politsch zu engagieren in egal welcher partei und mit völlig wurscht welcher meinung - ich frage mich, wieviele der kommentatoren diese ihre möglichkeiten auch nutzen.

    die, die hier herumweinen, sind nicht diejenigen, die die fdp gwählt haben ;-)

    nebenbei bemerkt ist das ganze gemaule größtenteils eh nicht ernstzunehmen. in diesem lande steht es jedem frei, sich politsch zu engagieren in egal welcher partei und mit völlig wurscht welcher meinung - ich frage mich, wieviele der kommentatoren diese ihre möglichkeiten auch nutzen.

    • joG
    • 23.10.2009 um 17:45 Uhr

    ...schon richtig. Schlecht ist das Wie. Die Leute haben hohe Abgaben bezahlt, weil die Regierung sie ihnen wegnahmen und versprach Leistungen dafür zu übernehmen. Die Meschen planten daraufhin um das so definierte Eigentumsrechtssystem. Nun werden ihnen die Leistungen versagt manchmal hinterhältig und meist brutal.
    Das würde man von einer sozialistischen Partei wie der CDU erwarten aber liberal ist das keineswegs.

  5. Wer so doof war, Schwarz-Gelb zu wählen, der gehört auch bestraft. Oder wie andere sagen: Manchmal ist es das größte Unglück, wenn man bekommt, was man haben wollte. Ich hoffe, die Leute erinnern sich in 4 Jahren noch dran...

    Jedenfalls ist das Wort "Reform" offenbar völlig in Neusprech aufgegangen. Früher hieß es "Lobbygeschenk". Aber schon die "Reformen" der Schröder-Regierung waren solche.

    Antwort auf "Mehr Netto..."
  6. Die Kanzlerin aller Deutschen will Frau Merkel sein. Mit dieser Regierung und ihren Plänen hat sie dieses Ziel zweifach verfehlt. Das ist keine Politik für alle, sondern für Minderheiten. Und es ist keine Politik für die Bürger, sondern für das Geld.

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