Neue Serie: Jungpolitiker (1) "Ich stelle mich hinten an"
Alles ist neu: Fraktion, Büro, Kollegen. Wie ergeht es jungen Politikern, die neu im Bundestag sind? Wir begleiten fünf von ihnen durch Berlin. Heute: Peter Tauber (CDU).
Das Café Einstein ist das Wahrzeichen des informellen Berlins. Hierher, wenige Fußminuten vom Reichstag entfernt, kommen Politiker, Referenten, Journalisten, um miteinander und übereinander zu reden. Sogar die Kanzlerin gönnt sich hier ab und zu ein Frühstück. Die hierarchische Ordnung in diesem Café ist keine senk-, sondern eine waagerechte: Je weiter hinten man sitzt, desto wichtiger ist man.
Peter Tauber wartet an einem kleinen Tisch, direkt vor der Eingangstür. Der 35-jährige CDU-Politiker hat den Ort des Treffens vorgeschlagen. Er ist neu in Berlin, am 27. September ist er als Direktkandidat der CDU erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt worden.
Aus seinem bundespolitischen Novizen-Status macht er keinen Hehl. Tauber sagt, dass er sich jetzt, nachdem er in den Bundestag eingezogen ist, in einer "Lernphase" befinde. Zwar kennt er bereits die meisten Mitglieder der Hessischen Landesgruppe, schließlich war er ein paar Jahre JU-Chef in seinem Bundesland. Dennoch sei ihm klar, dass Angela Merkel nicht sehnsüchtig auf ihn gewartet habe, sagt er. Auch in seiner Fraktion will Tauber sich "hinten anstellen". Für die beliebtesten Ausschüsse hat er sich gar nicht erst beworben. Bei "Auswärtigem und Haushalt" habe man keine Chance. Er hat sich für Jugend, Kultur und Stadtplanung entschieden.
Welche Ziele hat er für die erste Legislaturperiode? Tauber überlegt einen Moment. Ihm gefällt die Formulierung, die ihm im Kopf rumspukt, offenbar nicht. Dann sagt er sie doch: "Ich will so bleiben wie ich bin." Wie denn? "Offen." Er schaut sich kurz um. "Nicht so hochtrabend." Er habe "viele Negativbeispiele" erlebt. Menschen, die abgehoben seien, kaum nachdem sie ihren Heimatkreis verlassen haben.
Tauber ist tatsächlich offen. Die Video-Kollegen, die beim zweiten Termin dabei sind, mögen ihn, obwohl sie keine ausgesprochene Affinität zu Taubers Partei haben. Der Bundestags-Neuling ist geduldiger, neugieriger als die meisten etablierten Politiker. Für ihn ist es noch etwas Besonderes, sich filmen zu lassen, und dabei durch den Bundestag zu spazieren.
Seine Bürotür verfehlt er knapp. Er soll sie öffnen, für den Film, muss sie aber erst mal finden. Die Flure im Jakob-Kaiser-Haus sind lang, die Türen sehen alle gleich aus. Hinzu kommt: Das Büro ist gar nicht sein eigenes, sondern das eines hessischen Parteikollegen, der ihm Unterschlupf gewährt hat. Die neuen Abgeordneten müssen warten, bis die alten ausgezogen sind. So lange bekommen sie provisorische Büros angeboten. Oder alte Hasen gewähren ihnen Asyl. Tauber wollte nicht ins Provisorium Unter den Linden, weil er fürchtete, da dann bleiben zu müssen.
Ohne eigenen Schreibtisch ist es nicht leicht, Bewerbungsgespräche zu führen. Tauber passt dafür meist Zeitpunkte ab, in denen sein Parteifreund gerade nicht da ist. Er verwaltet nun ein Budget für mindestens drei Mitarbeiter. 50 Bewerbungsmappen sind bei ihm eingegangen, 20 schon vor der Wahl. 15 potenzielle Büroleiter trifft er in diesen Tagen. Für sein Team sucht er Leute, die "den Laden kennen" und solche, denen er vertrauen kann. Allerdings lasse sich so etwas schwer in "ein bis zwei Gesprächen herausfinden".
- Datum 29.10.2009 - 10:33 Uhr
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- Serie Jungpolitiker
- Quelle ZEIT ONLINE
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Kuchen ... der Bäcker hat geruuufen ... aber, doch aufschlußreich.
Erstmal Jugend, Kultur, Stadtplanung. Naja. Gab erstmal nichts
besseres ... nehm' wir das Gelumpe. Sozialer Problembezirk ? Wann ist Schluß damit ... Arbeitslose = soziales Problem ? Haben Sie eine
Vorstellung... wie sich arbeitslose Bürger mühen ... mangelndes Geld
durch soziale Hinwendung auszugleichen .. u. doch wissen .. wenn
Wissen immer teurer wird u. Schule nicht wieder besser ... sind die
Kinder verdammt zur Unterschicht.
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