Wahl von Margot Käßmann An den Krisen gereift
Als Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland beginnt für Margot Käßmann ein neues Leben. Wer weiß, wohin sie wachsen kann.
© Peter Steffen/dpa

Neues Leben für die evangelische Kirche? Margot Käßmann wurde zur Vorsitzenden des Rates der EKD gewählt
Dass Margot Käßmann nun tatsächlich zur Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt wurde, war nicht mehr erstaunlich gewesen – obwohl Frau, obwohl geschieden. Viel erstaunlicher war, dass keiner der anderen Bischöfe, die man für wählbar gehalten hätte, sollte die Synode – was immer wieder vorkam – die Favoritenstellung abstrafen, auch nur als einfaches Mitglied in den Rat der EKD gewählt wurde. Dass dann freilich Nicolaus Schneider, der Präses der rheinischen Kirche, mit einem noch etwas besseren Stimmergebnis zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt wurde, zeigt, dass auch für Stars die letzten Sterne unerreichbar bleiben.
Vor sechs Jahren schon hatte Margot Käßmann auf einer Wahlsynode kandidiert, mit einer kessen, zu kessen und selbsterfreuten Vorstellungsrede. Damals hatte die Synode Wolfgang Huber ähnlich drastisch im ersten Wahlgang nach vorne gesetzt, wie dieses Mal Margot Käßmann. Der strahlenden Siegerin von heute wurde damals ein Dämpfer aufgesetzt: Sie musste mehrere Wahlgänge abwarten, bevor sie als einfaches Mitglied in den Rat gewählt wurde. Aber man hatte auch Grund zu der Annahme, dass es zwischen Frau Käßmann und Wolfgang Huber so etwas wie eine stillschweigende Vereinbarung gab: Erst Du sechs Jahre, dann ich.
Was hat sich nun in den sechs Jahren getan? Zum einen hatte Margot Käßmann eine bedrohliche Krankheit zu überstehen, dann eine Scheidung zu bewältigen – alles im Licht der Öffentlichkeit. An diesen Krisen ist sie erkennbar gereift. Ehrgeizig ist sie geblieben, das ist auf dieser Ebene auch notwendig, aber sie hat auch erkannt: Nicht alles, was der Ehrgeiz fordert, ist es auch wert. Jedenfalls hat sie in der jüngsten Zeit alles gemieden, was ihr als hoffärtig ausgelegt hätte werden können.
Als Ratsvorsitzende kann sie, fast besser noch als ihr Vorgänger Wolfgang Huber, zur Sympathieträgerin werden – auch zu einer Ratsvorsitzenden zum Anfassen, immerhin in der öffentlichen Erscheinung; von Mensch zu Mensch sieht das im Alltag bisweilen etwas anders aus. Ist diese persönliche Fähigkeit zum Eindruck, zur Emotion und zur seelsorgerlichen Ausstrahlung ihre große Stärke, so hoffen doch auch jene, die ihr wohl wollen, sie möge sich exzellente loyale theologische und kirchenpolitische Berater suchen – und auf diese auch hören. In der Vergangenheit hatte sie sich immer wieder mit Äußerungen hervorgewagt, bei denen der eine oder andere sich im Stillen gedacht hatte: Da hätte man doch vorher etwas besser nachdenken sollen. Aber hat man das Höchste erreicht, was zu erreichen ist, dann wird man wohl auch souveräner – auch sich selbst gegenüber.
Nun fängt ein neues Leben an, für Margot Käßmann bestimmt, auch für ihre Kirche, die nun auf Wolfgang Hubers Ausnahmetalent verzichten muss. Aber wenn alles gut geht, könnte Margot Käßmann aufgrund ihrer relativen "Jugendlichkeit" in diesem Amt sogar zwei Amtszeiten zu sechs Jahren absolvieren – und wer weiß wohin wachsen.
- Datum 28.10.2009 - 18:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wahre, gläubige Christen brauchen weder einen katholischen Papst,
noch eine deutsche, evangelische Päpstin, denn:
"Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen,
nämlich der Mensch Christus Jesus,"
(1. Timotheus 2, Vers 5)
jungen, aufstrebenden Generation nichts mehr bieten? Zumindest in der evangelischen Kirche läßt sich wunderbar Karriere machen und auch mit Sex und Scheidung gut vereinbaren. Wenn die katholische Kirche sich auch in Richtung Ehe, Sex, Kinder entwickelt und sich entfernt von diesen völlig überkommenen Tugenden wie Selbstlosigkeit, Enthaltsamkeit etc. dann kann sie in Zukunft auch ein Global Player werden. Es wäre doch eine Win-Win-Situation. Die Jungend hat Spaß und muß auf nichts verzichten und die Kirche ist wieder vorne mit dabei. Auch sollte sie Kondome, Dildos und Intimrasur gutheißen. Das sind die Themen die die Jugend bewegen. Das hat die evagelische Kirche richtig erkannt.
Ich bin sicher, dass Frau Käßmann ihre Kirche wieder cool und sexy macht. Eine kleine Revolution wären z.B. Flachbildschirme an den sich in der Kirche die Messe besser verfolgen läßt, wenn man nicht ganz vorne ist. Auch könnte man den Text rappen und mit einer kleinen Tanzeinlage versehen. Es gibt großen Reformbedarf!
Sie sprechen mir aus der Seele heinzschmidt, ich frage mich was da noch auf uns zukommt.
Kann mich noch genau erinnern wie damals bei Sabine Christiansen Margot Kässmann einen Roland Berger über eine richtige Unternehmensfürung belehren wollte. Da können wir ja nur noch warten, dass sie den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Expertise bekommt.
... wurden schon vor Jahren im Staphansdom in Wien eingerichtet und der ist katholisch und man kan so die Messe sehen, wenn man auch hinter einer Säule sitzt. Ich finde das ganz praktisch.
Seit langem nenne ich die neue EKD-Vorsitzende Mrs Businesswoman und wie ich hier in den Kommentaren lese, haben andere einen ähnlichen Eindruck. Dass evangelische Kirchen geheizt sind und es mittlerweile Kerzen dort gibt, zeigt den Wandel weg vom Ursprung hin zur Kundenorientierung. Ich glaube für den Berliner Dom muss man mittlerweile Eintritt zahlen. "Eher passt ein Kamel durch ein Nadelör, als dass ein Reicher in den Himmel kommt" - erst durch die Finanzkrise wurden ev.-wirtschaftsliberale Papiere vor allem durch die junge ev. Christen angeprangert. Das Ehrgeiz in diesem Artikel als normal geschildert wird finde ich unsäglich - das ist keine christliche Tugend! Es geht hier um Karriere und Bequemlichkeit, das Anpassen an den Zeitgeist. Das hat mit Christsein wenig zu tun. Mich als Katholiken erschreckt diese Wahl zutiefst - aber wenn man die evangelische Kirche als Unternehmen sieht, kann sie sich zumindest brüsten eines der wenigen Unternehmen zu sein, die eine Vorstandsvorsitzende hat. Die Ökumene wird auf das Pamphlet zurückfallen, für welches sich Huber noch Montag entschuldigt hat. Ehrlich gesagt, mir fehlt hier dier Protestantismus!
Sie sprechen mir aus der Seele heinzschmidt, ich frage mich was da noch auf uns zukommt.
Kann mich noch genau erinnern wie damals bei Sabine Christiansen Margot Kässmann einen Roland Berger über eine richtige Unternehmensfürung belehren wollte. Da können wir ja nur noch warten, dass sie den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Expertise bekommt.
... wurden schon vor Jahren im Staphansdom in Wien eingerichtet und der ist katholisch und man kan so die Messe sehen, wenn man auch hinter einer Säule sitzt. Ich finde das ganz praktisch.
Seit langem nenne ich die neue EKD-Vorsitzende Mrs Businesswoman und wie ich hier in den Kommentaren lese, haben andere einen ähnlichen Eindruck. Dass evangelische Kirchen geheizt sind und es mittlerweile Kerzen dort gibt, zeigt den Wandel weg vom Ursprung hin zur Kundenorientierung. Ich glaube für den Berliner Dom muss man mittlerweile Eintritt zahlen. "Eher passt ein Kamel durch ein Nadelör, als dass ein Reicher in den Himmel kommt" - erst durch die Finanzkrise wurden ev.-wirtschaftsliberale Papiere vor allem durch die junge ev. Christen angeprangert. Das Ehrgeiz in diesem Artikel als normal geschildert wird finde ich unsäglich - das ist keine christliche Tugend! Es geht hier um Karriere und Bequemlichkeit, das Anpassen an den Zeitgeist. Das hat mit Christsein wenig zu tun. Mich als Katholiken erschreckt diese Wahl zutiefst - aber wenn man die evangelische Kirche als Unternehmen sieht, kann sie sich zumindest brüsten eines der wenigen Unternehmen zu sein, die eine Vorstandsvorsitzende hat. Die Ökumene wird auf das Pamphlet zurückfallen, für welches sich Huber noch Montag entschuldigt hat. Ehrlich gesagt, mir fehlt hier dier Protestantismus!
wünsche Ich der neuen Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland viel Erfolg und Glück bei Ihrer Arbeit.
Ich habe Sie, die als geschiedene Frau im Amt einer Bischöfin schon Selbstbewußtsein bewiesen hat, immer als aufgeschlossen und weltoffen erlebt.
In einer Diskussion hat sie sich z.B. positiv über die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" von schwulen Männern und lesbischen Frauen geäußert und eine Segnung vor dem Altar nicht kathegorisch ausgeschlossen.
Von Ihrem Vorgänger, Bischof Huber, habe ich derartige Aussagen bis heute nicht vernommen.
Blogger
Ehrgeizig ist sie geblieben, das ist auf dieser Ebene auch notwendig Bei einer auf ein Jenseits ausgerichteten Lehre, habe ich mit einem auf das Diesseits bezogenen Ehrgeiz meine Probleme, Herr Leicht.
Sie sagen, das braucht es in solchen Organisationen? Nun, dann passen die Organisationen nicht zur Lehre, dann braucht die Lehre solche Organisationen nicht.
Und wenn ich just in diesen Minuten in der Tagesschau von ihr höre:
Zum einen würde ich werben für die Kirchenmitgliedschaft, weil das unsere finanzielle Basis ist dann passt das zum Bild.
Entweder die Dame glaubt an eine Heilsgeschichte für ein Jenseits, dann sollte sie für Kirchenmitgliedschaften werben, damit (man muss es so ausdrücken) die "Menschen in den Himmel kommen" und nicht, damit Geld in die Kasse kommt, denn das ist bezogen auf das propagierte Ziel einer Kirche nur noch erbärmlich.
Oder die Dame hat (entsprechend ihrem Ehrgeiz) hauptsächlich diesseitige Ziele, dann sollte sie (mit denjenigen, die sie gewählt haben) eine Partei, eine Gewerkschaft oder sonstige soziale Einrichtung gründen und zum Zwecke einer Diesseitsbeglückung nicht die Ziele einer Kirche verbiegen.
Resüme: Attraktiv ja, "Sympathieträgerin" nein, denn ihre Ziele sind nicht meine Ziele, und das ist ein rationaler Grund, sie als Funktionsträger abzulehnen.
Mit Verlaub, Crest
Huber mag strenger gewirkt haben und war sicher keiner zum Anfassen. Aber er konnte religiöse, soziale und die Ökumene betreffende Fragen gut auseinanderhalten und kam so zu klaren und entschiedenen Stellungnahmen. Mögen die auch nicht jedem gefallen haben.
Frau Käßmann wünsche ich die Kraft zur gleichen Klarheit und Entschiedenheit.
geht Frau Käßmann leider ab. Wenn ich allein an ihre Propaganda für die unsägliche Bibelverfälschung unter dem Namen "Bibel in gerechter Sprache" denke - und das in der Kirche, in der angeblich solum verbum gilt - na dann gute Nacht, EKD!
geht Frau Käßmann leider ab. Wenn ich allein an ihre Propaganda für die unsägliche Bibelverfälschung unter dem Namen "Bibel in gerechter Sprache" denke - und das in der Kirche, in der angeblich solum verbum gilt - na dann gute Nacht, EKD!
Sie sprechen mir aus der Seele heinzschmidt, ich frage mich was da noch auf uns zukommt.
Kann mich noch genau erinnern wie damals bei Sabine Christiansen Margot Kässmann einen Roland Berger über eine richtige Unternehmensfürung belehren wollte. Da können wir ja nur noch warten, dass sie den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Expertise bekommt.
Lieber Rudolpho, haben wir nicht die augenblickliche Finanz- und Wirtschaftskrise einer falschen Unternehmensführung zu verdanken? Roland Bergers kluge und fachkundige Beratungen und Belehrungen haben sie jedenfalls nicht verhindert. Heute müssen doch die Unternehmer in die Schule gehen, müssen am alten Bild des "ehrbaren Kaufmannes" lernen, das Unternehmen, das Geschäft nachhaltig zu führen. Gut, wenn Kirche und andere daran erinnern. Sie tun es nicht als Besserwisser, sondern als Stimmgeber für die vielen, die ihre Arbeitstelle gerade verloren haben und sich ausgeschlossen sehen vom Arbeitsleben. Gehen Sie einmal in Gedanken in Ihrer Stadt die Betriebe durch, die jetzt geschlossen sind... Würden Sie nicht auch sagen: Die haben es nicht verdient, unter der schlechten Unternehmensführung anderer an ganz anderer Stelle jetzt zu leiden?
Lieber Rudolpho, haben wir nicht die augenblickliche Finanz- und Wirtschaftskrise einer falschen Unternehmensführung zu verdanken? Roland Bergers kluge und fachkundige Beratungen und Belehrungen haben sie jedenfalls nicht verhindert. Heute müssen doch die Unternehmer in die Schule gehen, müssen am alten Bild des "ehrbaren Kaufmannes" lernen, das Unternehmen, das Geschäft nachhaltig zu führen. Gut, wenn Kirche und andere daran erinnern. Sie tun es nicht als Besserwisser, sondern als Stimmgeber für die vielen, die ihre Arbeitstelle gerade verloren haben und sich ausgeschlossen sehen vom Arbeitsleben. Gehen Sie einmal in Gedanken in Ihrer Stadt die Betriebe durch, die jetzt geschlossen sind... Würden Sie nicht auch sagen: Die haben es nicht verdient, unter der schlechten Unternehmensführung anderer an ganz anderer Stelle jetzt zu leiden?
geht Frau Käßmann leider ab. Wenn ich allein an ihre Propaganda für die unsägliche Bibelverfälschung unter dem Namen "Bibel in gerechter Sprache" denke - und das in der Kirche, in der angeblich solum verbum gilt - na dann gute Nacht, EKD!
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