Koalitionsverhandlung Schwarz-Gelb fehlen 40 Milliarden EuroSeite 2/2
Der Kündigungsschutz ist nicht unser vordringlichstes Thema.
Stellvertretende FDP-Vorsitzende Cornelia Pieper
Die FDP hatte zuvor immer wieder gefordert, den Kündigungsschutz zu lockern. Er sollte den Vorstellungen der Liberalen zufolge erst für Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern und nach zwei Jahren statt bisher sechs Monaten Beschäftigung gelten. Merkel hatte dagegen stets betont, der Kündigungsschutz werde nicht angetastet.
Beim Gesundheitsfonds sind nach Ansicht Piepers dagegen Änderungen unbedingt notwendig. Es sei nicht länger verantwortbar, "dass jährlich zwölf Milliarden Euro Steuergelder in ein bürokratisches Monstrum gepumpt werden, ohne dass sich die Gesundheitsversorgung auch nur einen Deut verbessert", sagte sie der Rheinpfalz am Sonntag. Die Liberalen würden bei den am Montag beginnenden Koalitionsgesprächen auf ein Aus für den Fonds dringen, über den die Krankenkassen nach einem bestimmten Verteilungschlüssel ihr Geld erhalten.
Die gesetzliche Krankenversicherung müsse auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden und dürfe nicht zu einer "Umverteilungsmaschinerie" entarten, die für die Kranken lange Wartezeiten in Kliniken und bei Fachärzten bedeute. Pieper verwies auf das FDP-Ergebnis von 14,6 Prozent bei der Bundestagswahl. Das sei auch ein Votum gegen den Gesundheitsfonds gewesen. Pieper wandte sich gegen Äußerungen von Merkel, die bei den
Koalitionsverhandlungen den Gesundheitsfonds ausklammern wolle. Merkel wisse, dass die FDP hier eine andere Linie verfolge.
Auch beim Streitthema Innere Sicherheit zeichnet sich noch keine Kompromisslinie ab. Mit CDU und CSU werde es auf diesem Feld keinen Kurswechsel geben, sagte der Sprecher der Unions-Innenminister, Hessens Ressortchef Volker Bouffier (CDU), der Welt am Sonntag. Wer Sicherheitsgesetze wie das Gesetz für das Bundeskriminalamt (BKA) ersatzlos streichen wolle, handle unverantwortlich. Die FDP hat Korrekturbedarf in der Innen- und Rechtspolitik angemeldet.
"Online-Durchsuchungen, das Abhören von Wohnungen, die Speicherung von Telefondaten und die Erfassung von Autokennzeichen sind absolut notwendig", sagte Bouffier dem Blatt. "Dieser Sicherheitsstandard darf von der FDP nicht untergraben werden." Er verteidigte auch Sperren im Internet.
Bouffier forderte, der Verfassungsschutz müsse für die Beobachtung der organisierten Kriminalität zuständig werden. Außerdem stehe der Inlandseinsatz der Bundeswehr in einem vernetzten Sicherheitssystem für besondere Aufgaben auf der Unions-Agenda. Die FDP lehnt dies ab.
Für die Koalitionsverhandlungen haben CDU, CSU und FDP je neun Unterhändler benannt. Die zusätzlich zu bildenden Arbeitsgruppe werden auf Unionsseite in erster Linie von den zuständigen Fachministern geleitet. So ist für Wirtschaft Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zuständig, obwohl noch nicht klar ist, ob er dieses Ressort weiterhin besetzen wird. Familienministerin Ursula von der Leyen wird den Bereich Gesundheit übernehmen, was Spekulationen bestätigt, sie könne in der kommenden Legislaturperiode in dieses Ressort wechselt. Für Familie wird an ihrer Stelle die bisherige Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer, zuständig sein.
Gemeinsames Ziel von CDU und CSU ist es, dass die Verhandlungen möglichst bis Ende Oktober abgeschlossen werden können. Am 27. Oktober kommt der neue Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Westerwelle bezweifelte allerdings am Wochenende, ob dieser Zeitplan einzuhalten sei. Er freue sich "über den Ehrgeiz der Unionsparteien" und teile ihn, sagte er. "Aber alle drei Partner müssen wissen, dass die Gründlichkeit im Interesse unseres Landes viel wichtiger ist, als die Frage, ob wir uns ein paar Tage länger auf den Hosenboden setzen und verhandeln."
- Datum 03.10.2009 - 13:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Nicht dass wir das gewöhnt sind und es vor der Wahl besser gewusst haben,aber wie oft wollen die uns noch für blöd halten? Sehenden Auges werden dieselben Rituale wiederholt wie wir sie seit zig Jahren kennen.Diejenigen die wirklich daran geglaubt haben dass die FDP die Steuern senken werden angesichts grosse Löcher im Haushalt (diese sollte im übrigen jedem Wähler schon vor der Wahl bekannt gewesen sein) ,jedenfalls würde ich diejenigen die die FDP vor allem deshalb gewählt haben als Meister der Selbstsuggestion betrachten.
es haben sehr viele Wähler den Parteien geglaubt. Die werden sich, falls doch die Steuern erhöht werden, verhonepipelt fühlen. Obwohl ja die Steuersenker und Subventionsabbauer auch neue Steuern und Subventionen versprochen haben. Nämlich die Atomstrafsteuer mit der die weitere Erforschung der Erneuerbaren Energien subventioniert werden sollen. Alles etwas komisch. Wer wundert sich da ernsthaft über niedrige Wahlbeteiligung?
es haben sehr viele Wähler den Parteien geglaubt. Die werden sich, falls doch die Steuern erhöht werden, verhonepipelt fühlen. Obwohl ja die Steuersenker und Subventionsabbauer auch neue Steuern und Subventionen versprochen haben. Nämlich die Atomstrafsteuer mit der die weitere Erforschung der Erneuerbaren Energien subventioniert werden sollen. Alles etwas komisch. Wer wundert sich da ernsthaft über niedrige Wahlbeteiligung?
Dieser Piepton gefällt mir: "Priorität hat mehr Netto für die Bürger."
und daher "ist der Kündigungsschutz nicht so wichtig".
Das muß ja jeden überzeugen
es haben sehr viele Wähler den Parteien geglaubt. Die werden sich, falls doch die Steuern erhöht werden, verhonepipelt fühlen. Obwohl ja die Steuersenker und Subventionsabbauer auch neue Steuern und Subventionen versprochen haben. Nämlich die Atomstrafsteuer mit der die weitere Erforschung der Erneuerbaren Energien subventioniert werden sollen. Alles etwas komisch. Wer wundert sich da ernsthaft über niedrige Wahlbeteiligung?
Da wird einfach wieder von unten noch oben geschaufelt. Fertig.
40 Mille sind doch Peanuts wenn man den Bürger (die restlichen 2/3 dieser Gesellschaft) noch ein bischen ausquetschen kann. Oder man belastet einfach die "überüberüberübernächste... Steuerzahlergeneration". Den Bock zum Gärtner zu machen war doch das Ziel dieser Wahl, oder hab ich da was falsch verstanden?
Mit ironischen Grüßen
H.Bremer
Den Leuten kann geholfen werden: Eine 5%-ige Vermögenssteuer auf Vermögen ab 1 Mio. € bringt jährlich 100 Mrd.
Der 1. Punkt, wieso schwarz-gelb keine Vermögenssteuer einführen wird, ist, dass dies von unserem Bundesverfassungsgericht für Verfassungswidrig erklärt und verboten wurde.
Zum 2.: Meinen Sie ernsthaft, die FDP würde ihren meist eher gut betuchten Wählern Steuern aufbrummen?
Für meine Begriffe ist der Ansatz der SPD ziemlich gut. Die wollten eine Finanzmarktsteuer einführen. EU-weit.
Der 1. Punkt, wieso schwarz-gelb keine Vermögenssteuer einführen wird, ist, dass dies von unserem Bundesverfassungsgericht für Verfassungswidrig erklärt und verboten wurde.
Zum 2.: Meinen Sie ernsthaft, die FDP würde ihren meist eher gut betuchten Wählern Steuern aufbrummen?
Für meine Begriffe ist der Ansatz der SPD ziemlich gut. Die wollten eine Finanzmarktsteuer einführen. EU-weit.
Alleine bei der Besteuerung der Unternehemsverkäufe wurden seit Schröder auf jährlich 60 Milliarden Steuergelder an die Heuschrecken und die Wirtschaft verzichtet. Dazu kommen weitere "Geschenke" von fast 100 Milliarden an die Wirtschaft durch anderen Steuerverzicht.
Vielleicht sollte auch darüber mal nachgedacht werden, ob das so sinnvoll war und ist, statt sich über weitere Steuergeschenke an die Wirtschaft überhaupt einen Kopf zu machen. Dann klappts auch mit den Steiuersenkengen in den unteren Regionen der Einkommensteuer.
P.s. FDP-Fricke saß im Haushaltsausschuß und wusste ganz genau was da läuft ebenso wie die oberen von CDU/CSU. Das ist alles nichts neues.
Selbstsuggestion bei FDP-Wählern ist wohl gut gewählt, "laudatio".
Man kann den Wählern, die sich von den Jüngern dieses untergehenden Systems Rettungskompetenzen erhoffen, keinen Vorwurf machen. Schon deswegen nicht, weil auch nahmhafte Pressorgane sich bis auf wenige Ausnahmen immer noch lieber im Getümmel der Fan-kurven wohler fühlen als bei einem immer dringlicheren Wächteramt, das sich bisher auf mehr oder weniger kluges Kommentieren beschränkt hat. Wie sollen mutige Perspektiven für unsere Zukunft "unter das Volk" kommen, wenn sich die sicher amüsanten Personalscharaden weiter die Schlagzeilen beherrschen.
Die entscheidenden Impulse für eine tragfähige Substanz werden wohl wieder außerhalb dieser politischen Zirkusarena entwickelt und gestaltet werden müssen.
Diejenigen, die über das Potential verfügen, drohen unter den ungerechten Belastungen zu ersticken, bevor sie anfangen können.
Der 1. Punkt, wieso schwarz-gelb keine Vermögenssteuer einführen wird, ist, dass dies von unserem Bundesverfassungsgericht für Verfassungswidrig erklärt und verboten wurde.
Zum 2.: Meinen Sie ernsthaft, die FDP würde ihren meist eher gut betuchten Wählern Steuern aufbrummen?
Für meine Begriffe ist der Ansatz der SPD ziemlich gut. Die wollten eine Finanzmarktsteuer einführen. EU-weit.
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