Koalitionspläne Neue Koalition will Wehrdienst verkürzen

Union und FDP haben sich im Streit um die Wehrpflicht auf einen Kompromiss geeinigt: Der Grundwehrdienst soll erhalten bleiben, jedoch um drei Monate verkürzt werden.

Die Dienstzeit für junge Männer bei der Bundeswehr soll laut Agenturberichten von derzeit neun Monate auf sechs Monate verkürzt werden. Die Regelung soll zum 1. Januar 2011 gelten. Zugleich hätten sich Vertreter von Union und FDP in ihren Koalitionsgesprächen darauf verständigt, die Wehrpflicht grundsätzlich zu erhalten, hieß es. Aus der Koalitionsrunde verlautete aber auch, dass der Punkt noch nicht endgültig abgehakt sei.

Der Pflichtdienst solle nach Teilnehmerangaben auf Wunsch der Union künftig so gegliedert werden: Drei Monate Grundausbildung, zwei Monate Spezialausbildung und einen Monat Fachdienst in den Einheiten. Grundsätzlich sollen die Wehrdienstleistenden einen Monat Urlaub haben. Strittig war zunächst noch, ob dieser Monat in die Dauer des Wehrdienstes einbezogen wird. Dann würde der Wehrdienst formal insgesamt sieben Monate, die reine Ausbildung aber sechs Monate dauern.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im Juli öffentlich zur Wehrpflicht bekannt. Damit galt schon vor Beginn der Koalitionsverhandlungen die Forderung der FDP nach einer "Aussetzung" der Wehrpflicht als nicht verhandelbar. Allerdings teilen einige CDU-Politiker die Kritik der Freien Demokraten, dass angesichts sinkender Einberufungszahlen keine Wehrgerechtigkeit mehr bestehe. Durch eine Verkürzung der Wehrdienstzeit könnten wieder mehr Männer eingezogen werden, hieß es.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden im vorigen Jahr 456.000 Männer zwischen 18 und 23 Jahren gemustert und davon 68.270 einberufen. In ähnlichem Umfang leisten junge Männer Zivildienst. 1992 absolvierten noch etwa 200.000 Männer Wehrdienst.

Das Verteidigungsministerium bestreitet Wehr-Ungerechtigkeit. Es beruft sich unter anderem auf die inzwischen verschärften Einberufungskriterien. Danach wird niemand mehr eingezogen, der die ersten beiden Tauglichkeitsstufen nicht erfüllt.

Die Bundeswehr hat insgesamt derzeit rund 250.000 Soldaten. Über die 68.270 Wehrdienstleistenden hinaus hat sie 25.270 Männer (Stand: Oktober 2009), die einige Monate freiwillig länger dienen.

 
Leser-Kommentare
  1. wenn der Wehrdienst nicht nur aus gammeln, saufen und huren bestehen soll kann man den Kommandanten nur raten: schickt die Rekruten zum Wehrdienst ins Ausland! Dort gibt es die Chance eine Fremdsprache zu lernen: englisch, französisch, italienisch oder spanisch! Im späteren Arbeitsleben wird es nützlich sein. So bekommen diese verloren Monate wenigstens ein bischen Sinn! Denen, die noch zur Bundeswehr gehen, kann es nur nutzen! Eine Universität, mit der Chance auf einen Auslandsaufenthalt, wird den meisten Rekruten ohnehin verschlossen bleiben.

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    Kanonenfutter wird doch heute schon lang nicht mehr gebraucht, wozu sollen diese W6er also noch gut sein? Damit das veraltete Weltbild der CxU nicht umkippt?

    Der Teil "gammeln, saufen und huren" wurde ja schon auf 3 Monate zusammengestuzt, da lernen die jungen Leute ja nicht mal mehr, was für Bonbons in "Oh du schöhöhöner Westerwald" vorkommen.

    Kanonenfutter wird doch heute schon lang nicht mehr gebraucht, wozu sollen diese W6er also noch gut sein? Damit das veraltete Weltbild der CxU nicht umkippt?

    Der Teil "gammeln, saufen und huren" wurde ja schon auf 3 Monate zusammengestuzt, da lernen die jungen Leute ja nicht mal mehr, was für Bonbons in "Oh du schöhöhöner Westerwald" vorkommen.

  2. 2. Wow!!

    Was für ein riesiger Wurf! Sollten sie tatächlich mal was zustande kriegen, die schwarz/gelben Möchtegerns?!

  3. ...wäre entweder Wehrdienst ganz abschaffen, oder eine Dienstpflicht für Frauen in gleicher Länge einzuführen.

    Grundgesetz Artikel 3
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

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    apropo, niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden.

    bin nur gespannt was westerwelle, merkel und schäuble und co. mit dem zivildienst machen wollen. auch auf 6 monate reduzieren?
    hoppala, was machen dann die krankenhäuser, sozialen einrichtungen, privatpersonen, die auf die jungs angewiesen sind?
    klar herr schäuble, das ihnen das am rollstuhl vorbei geht......sie haben ja privates pflegepersonal (wer zahlt das überhaupt würde mich mal interessieren). niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden?.......herr schäuble kann dies mit breitem grinsen und starken kopfnicken wenigstens bejahen.

    wenn gleichstellung in alltag und beruf verwirklicht sind, kann man auch über die gleichstellung im wehrdienst reden.
    doch solange die damenwelt benachteiligt ist, wäre es schön dumm, ihnen nochmal ein jahr abzuzwacken, in dem sie kinder kriegen könnten, aber nicht tun, weil es das risiko bedeutet, in abhängigkeit oder verarmung zu enden.
    diesen weg andersherum zu gehen ist einfach geschickter.
    ;-)

    apropo, niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden.

    bin nur gespannt was westerwelle, merkel und schäuble und co. mit dem zivildienst machen wollen. auch auf 6 monate reduzieren?
    hoppala, was machen dann die krankenhäuser, sozialen einrichtungen, privatpersonen, die auf die jungs angewiesen sind?
    klar herr schäuble, das ihnen das am rollstuhl vorbei geht......sie haben ja privates pflegepersonal (wer zahlt das überhaupt würde mich mal interessieren). niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden?.......herr schäuble kann dies mit breitem grinsen und starken kopfnicken wenigstens bejahen.

    wenn gleichstellung in alltag und beruf verwirklicht sind, kann man auch über die gleichstellung im wehrdienst reden.
    doch solange die damenwelt benachteiligt ist, wäre es schön dumm, ihnen nochmal ein jahr abzuzwacken, in dem sie kinder kriegen könnten, aber nicht tun, weil es das risiko bedeutet, in abhängigkeit oder verarmung zu enden.
    diesen weg andersherum zu gehen ist einfach geschickter.
    ;-)

  4. Kanonenfutter wird doch heute schon lang nicht mehr gebraucht, wozu sollen diese W6er also noch gut sein? Damit das veraltete Weltbild der CxU nicht umkippt?

    Der Teil "gammeln, saufen und huren" wurde ja schon auf 3 Monate zusammengestuzt, da lernen die jungen Leute ja nicht mal mehr, was für Bonbons in "Oh du schöhöhöner Westerwald" vorkommen.

    Antwort auf "ab ins Ausland"
    • M.M.
    • 22.10.2009 um 17:53 Uhr

    ......eine erstklassig ausgerüstete und ausgebildete Berufsarmee.

    Bei der heutigen Waffentechnologie sind 6 Monate für die "Irgendwie"-Generation nicht genug.
    Wehrpflicht ist nicht so'n Schnellkursdingsbumslehrgang.

  5. apropo, niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden.

    bin nur gespannt was westerwelle, merkel und schäuble und co. mit dem zivildienst machen wollen. auch auf 6 monate reduzieren?
    hoppala, was machen dann die krankenhäuser, sozialen einrichtungen, privatpersonen, die auf die jungs angewiesen sind?
    klar herr schäuble, das ihnen das am rollstuhl vorbei geht......sie haben ja privates pflegepersonal (wer zahlt das überhaupt würde mich mal interessieren). niemand darf seiner behinderung wegen benachteiligt werden?.......herr schäuble kann dies mit breitem grinsen und starken kopfnicken wenigstens bejahen.

    • hardob
    • 22.10.2009 um 18:01 Uhr

    dass die FDP einknickt. Ich dachte, die Aufgaben der Bundeswehr sind dem Nachfolgekonzern der Fa. Blackwater versprochen, die dann auch im Inneren tätig werden darf.

    Privatisierung ist doch immer gut.

  6. Anstatt hier mal richtig in die Bresche zu springen und für Gleichberechtigung zu kämpfen - die haben wir in diesem Bereich dringend nötig - hat sich die Geschlechterkampf-Spezialistin Tina Groll lieber den Alten zugewandt. Das wäre doch mal eine Gelegenheit gewesen die Chance beim Schopf zu packen.

    Hier haben wir eine gesetzlich verordnete Diskriminierung und Ungleichbehandlung, wie sie schlimmer nicht sein könnte. Meiner Meinung nach, handelt es sich hier sogar um eine ungeheure Grundgesetzverletzung. Und die haben wir schwarz auf weiß, millionenfach belegt und nicht nur in Form einer "gläsernen (Wollfilz-)Decke".

    Ich kann im Jahr 2009 absolut keinen Grund sehen, hier nicht sofort Pflichtgleichheit herzustellen. Ansonsten wird es eine echte Gleichberechtigung in dieser Gesellschaft nicht geben.

    Und dann kann Mutti auch endlich mal zu ihrer Tochter sagen:

    "Da lernst Du endlich Zucht und Ordnung. Dann ist Schluss, mit der kleinen, verzogenen, zickigen Prinzessin. Die machen endlich eine richtige Frau aus Dir"

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    Oh, ich (Frau) wollte nach dem Abitur zur Bundeswehr. Aber dummerweise gibt es die Gleichberechtigung auch dort nicht. Als Frau haette ich nur in den Musikdienst oder Sanitaetsdienst gedurft. Ich wollte aber eine Pilotenausbildung. Soviel zum Thema Frauen in der Bundeswehr und dieses notorische Gerede ...

    Oh, ich (Frau) wollte nach dem Abitur zur Bundeswehr. Aber dummerweise gibt es die Gleichberechtigung auch dort nicht. Als Frau haette ich nur in den Musikdienst oder Sanitaetsdienst gedurft. Ich wollte aber eine Pilotenausbildung. Soviel zum Thema Frauen in der Bundeswehr und dieses notorische Gerede ...

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