Schwarz-gelbe Steuerpläne Länder wehren sich gegen "Plünderung" ihrer Haushalte
Der Koalitionsvertrag ist kaum unterschrieben, da wächst der Widerstand gegen die schwarz-gelben Steuerpläne. Die Kommunen rechnen mit Milliardenausfällen.
Nach den Kommunen und SPD-regierten Bundesländern melden nun auch Politiker der Union Bedenken an den Steuerentlastungsplänen der neuen schwarz-gelben Koalition an. So drohte die designierte thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) mit Widerstand. "Wenn sich die Steuerpläne nachweislich negativ aus den Landeshaushalt auswirken, werden wir damit nicht einverstanden sein können", sagte sie der Welt. Im Koalitionsvertrag mit der SPD in Thüringen sei verabredet worden, dass die Interessen Thüringens vorgingen.
Skeptisch zeigte sich die CDU-Landeschefin auch angesichts der Überlegungen über einen Umbau der Gesundheitspolitik. Ihr Land könne mit dem Gesundheitsfonds gut leben. "Wenn es jetzt den Plan gibt, das Geld stärker regional zu verteilen, dann darf Thüringen nicht ins Hintertreffen geraten", sagte Lieberknecht. "Wir werden auch hier wachsam sein und uns zu Wort melden."
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller meldete ebenfalls Diskussionsbedarf an. "Darüber, wie ein finanzschwaches Land wie das Saarland das hinbekommt, muss einfach geredet werden", sagte der CDU-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Wenn wir die Lasten tragen können, tragen wir sie." Es sei aber nicht gewiss, ob die Steuersenkungen mit den beabsichtigten Mehrausgaben für Bildung und der ab 2011 greifenden Schuldenbremse in Einklang zu bringen seien.
Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) sagte der Süddeutschen Zeitung: "Was Schwarz-Gelb vorhat, macht den Ländern die Haushalte auf Jahre hinaus kaputt." Wer vorgebe, bessere Bildung zu wollen, "darf die Länderhaushalte nicht plündern", forderte der SPD-Politiker. Er rechnete vor, schon durch die bereits beschlossenen Steuersenkungen fehlten seinem Bundesland künftig jährlich mehr als 500 Millionen Euro. "Die angekündigten Maßnahmen kosten Land und Kommunen grob geschätzt weitere 700 Millionen Euro, vielleicht auch mehr."
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürchtet für das kommende Jahr Ausfälle von 3,6 Milliarden Euro. "Die Steuerausfälle nehmen uns die Luft zum Atmen. Das trifft uns hart angesichts der ohnehin katastrophalen Kommunal-Finanzen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Hamburger Morgenpost. Die Städte und Gemeinden könnten ihre Aufgaben so nicht mehr finanzieren. Man gebe allein über 10 Milliarden Euro pro Jahr für die Unterkunft von Hartz-IV-Empfängern aus.
Schwarz-Gelb plant ab 2011 Entlastungen von 24 Milliarden Euro pro Jahr, die teils hoch verschuldeten Länder befürchten dadurch weitere Defizite. Am Montag hatten unter anderem Berlin und Bremen mit Blockaden in der Länderkammer gedroht, die Stadtstaaten erwägen sogar eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
- Datum 27.10.2009 - 07:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 16
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So richtig, weil alternativlos, die Pläne der Bundesregierung sind, so besorgniserregend ist der Zustand der Kommunal- und Länderfinanzen.
Wobei zwischen diesen beiden deutlich unterschieden werden muss.
Denn viele Länder haben bisher ihre Hausaufgaben nicht gemacht und lediglich kosmetische Eingriffe in ihrer Ausgabenpolitik vorgenommen oder Schattenhaushalte gebildet.
Damit lassen sich nun mal leichter Wahlen gewinnen, da unterscheiden sich die verschiedenen Parteien in Nichts voneinander. Ebensowenig in den Vorwürfen diesbezüglich gegen den jeweiligen politischen Gegner.
Bei den Kommunen sieht die Lage schon ein bißchen anders aus, sie zahlen für Ausgaben, die sie nicht verursacht haben, weil Bund und Länder sich auf ihre Kosten sanieren oder finanzielle Wohltaten verteilen.
Das mag der Macht dienlich sein, dem Land allerdings nicht.
H.
"So richtig, weil alternativlos, die Pläne der Bundesregierung sind..."
wie waere es mit argumenten?
an anderer stelle habe ich sie gebeten welche zu bringen.
es kam: nichts
sicherlich ein versehen oder einfach alternativlos?
"So richtig, weil alternativlos, die Pläne der Bundesregierung sind..."
wie waere es mit argumenten?
an anderer stelle habe ich sie gebeten welche zu bringen.
es kam: nichts
sicherlich ein versehen oder einfach alternativlos?
...man hätte früher darüber nachdenken sollen, was die riesigen Zusagen und Ausgaben an Folgekosten haben würden, wenn man die Zusagen ein- und die Schwimmbäder offen halten wollte. Und das selbst in schwerer Zeit.
Nun wird man die Lüge aufzeigen, die eine Schneeball basierte Rente oder Krankenkasse immer bedeuten muss, selbst wenn Generationen an Kanzler und Minister lauthals ihre Wiederwahl mit der unverbrüchlichkeit der Sicherheitsgarantie begründeten. Mit dem Bruch dieser Zusagen wird mehr Menschen in der Republik klar, dass sie ihre Lebensplanungen auf einen Staat bauten, dessen Vertreter unehrlich waren und vertragliche Verpflichtungen nicht gelten lassen gegen den Staat. Der Staat also illegitim, ein Molloch ist. Viele dieser Menschen werden ja auch daher in Altersarmut sterben.
Wahrscheinlich ist das egal. Die hiesige Bevölkerung ist da meist relativ dumpf und es bräuchte Führer, die den Betrug in Worte fassen und eine Richtung vorgäben. Ein Bisschen tut das Die Linke und hat daher Erfolg.
Wollen wir hoffen, dass die Politiker die "richtige" Wahl treffen, sie nicht Brot und Spiele vor Vertragszreue und Recht stellen; also sie Schwimmbäder schließen und sich auf staatlich gegebene Zusagen besinnen. Es ist alles sehr unwahrscheinlich, da die Interessen der politischen Elite darunter leiden würden, öffentliche Stellen massiv abgebaut und Töpfe für neue Wahlversprechen dezimiert wüerden müssten, aber wollen wir doch hoffen.
aber meine liegt schon seit Jahren mit chronischen Depressionen darnieder...
Wie Sie schon sagten - die hiesige Bevölkerung kann anscheinend mit den Zuständen (noch?) ganz gut leben...
Frage: wieviel Prozent der Deutschen kennen die Bedeutu g des Wortes "Generalstreik"? Auf mehr als 5 würde ich keinen Pfifferling wetten...
aber meine liegt schon seit Jahren mit chronischen Depressionen darnieder...
Wie Sie schon sagten - die hiesige Bevölkerung kann anscheinend mit den Zuständen (noch?) ganz gut leben...
Frage: wieviel Prozent der Deutschen kennen die Bedeutu g des Wortes "Generalstreik"? Auf mehr als 5 würde ich keinen Pfifferling wetten...
..sind dies ja alles Laender mit SPD-Beteiligung in der Regierung. Die haetten ja die Reform im Bundesrat sowieso nicht unterstuetzt. Wichtig fuer die letztendliche Durchsetzbarkeit sind ja die Ja-Stimmend der Schwarz-gelben Laender und von denen kommt ja keines zu Wort.
Das sagt noch nichts aus ueber den (Un-)Sinn dieser Reformen, aber ist doch fuer die Wirkung des "Widerstands der Laender" nicht unerheblich.
ist wirklich großartig. Man mag von den Steuerplänen halten was man will, aber dieses gebetsmühlenartige Aufschreien, wenn man mal mit weniger auskommen soll ist schon lächerlich. Bezüglich der Kommunen schließe ich mich meinem Vorredner an - da kann es im Einzelfall sicher schwierig sein, eine entsprechende Finanzdisziplin zu wahren, insbesondere, wenn einem entsprechende Einnahmen durch Finanzkrise und Entvölkerung wegbrechen; aber die Länder? Die leben zum großen Teil seit Jahrzehnten noch mehr auf Pump als der Bund. Die wenigsten haben es geschafft, ihre Strukturen auch nur etwas in Richtung Effizienz und Bürokratieabbau umzubauen. Gedroht wird dann mit "Einsparungen" bei der Bildung, bei den Kitas etc. in dem Glauben, der Bürger sei so dämlich, nicht zu begreifen, daß das eigentliche Problem die Alimentierung der Kleinstaaterei ist.
zu allem, was Schwarz/Geld jetzt seit der Wahl gemacht hat, fehlen plötzlich Umfrageergebnisse. Wo sind die ersten Umfrageergebnisse???
Frau Dr. Merkel betont immer wieder, sie möchte durch ihre Schuldenmacherei "Wachstum" generieren. Dabei sind die Schulden doch die größte Bremse für Wachstum. Wenn das Girokonto im Minus ist und die Zinsen alle Geldeingänge auffressen, dann käme kein Privatmann auf die Idee, sich noch ein neues Auto zu kaufen. Wo soll denn das Wachstum herkommen, wenn man mit den Steuereinnahmen nur noch die gierigen Banken füttert? Und da heißt es immer, die SPD könne nicht mit Geld umgehen...
Unsere Schuldenberge sind doch das Ergebnis des jahrelangen Ankurbelns der Wirtschaft um Wachstum zu generieren! Um Wachstum nach der Dot-Com Krise zu generieren, warfen alle Staaten massenhaft schuldenfinanziertes Geld in Form billiger Kredite auf den Markt. Das Ergebnis war die Immobilienblase und die Finanzkrise. Wenn man nun mit Schuldenmachen aus der Krise heraus möchte, dann sehe ich die nächste Finanzkrise schon vorprogrammiert. Und die wird noch schlimmer sein als die jetzige!
Das nächste Defizitverfahren kommt, schon ohne die schwarz-gelbe Kamikaze-Politik. Um die Pläne von Merkel und Westerwelle umzusetzen müßten Bundesrat und EU erst abgeschafft werden. Diese Institutionen werden uns wohl vor dem Schlimmsten bewahren.
Dennoch ist die Ausplünderung des Landes durch die hinter CDU, CSU und FDP stehenden Lobbyisten absehbar:
1. Der große Gewinner bei der Demontage der gesetzlichen Krankenkasse sind die privaten Versicherungen. Wenn Beitragssteigerungen von den Versicherten allein getragen werden ist ein Ansturm auf die Privaten zu erwarten, und um ihn auch in bare Münze verwandeln zu können werden dafür die Zutrittshürden gesenkt. So werden junge, gesunde Leute die gesetzliche Krankenversicherung verlassen, als Kettenreaktion steigen dort die Beiträge, wenn fast nur noch Alte, Kranke, Arme und Arbeitslose darin versichert sind. So wird die Solidargemeinschaft der Versicherten als tödliche Waffe gegen die Solidargemeinschaft in Stellung gebracht. In vier Jahren ist Bismarcks große Erfindung nur noch Geschichte.
2. Die Energieversorger jubeln. Alle Energieversorger? Nein, nur die, die alte Atomkraftwerke betreiben, denn die Milliardengewinne aus der Stromerzeugung werden dadurch versüßt, daß der Steuerzahler die Lösung des Atommüllproblems teuer bezahlen darf und nicht etwa die Verursacher. Die Erzeuger sauberer Energie können dank dieser Subvention weiterhin als "unwirtschaftlich" hingestellt werden.
Hier zeigt sich ganz deutlich die Fehlentwicklung bei der Förderalismusreform. Anstatt Bildung nur als strategisches Ziel zu definieren hätte man dem Bund auch die Kompetenzen geben müssen. Jetzt versickert alles in unserer überholten Kleinstaaterei.
Europa lacht über uns! Und Mutti schaut sich das an!
Gerade von der FDP hätte ich einen mutigen Reformvorschlag für eine Länderreform (7 ist eine gute Zahl) erwartet.
Aber Guido ist auf einem anderen Trip (erst Ausland dann unsterblich?).
Bin voll der gleichen Meinung.
Aber dieser Trümmerhaufen ( bildlich gesprochen ) als Regierung ist doch nichtmals für eine Eigene Meinung ( Partei-bezogen ) fähig.
Irgentwie besteht unser Regierungs-Apperat nur noch aus Lobbyisten, welche auf dem besten Wege sind
den Einstieg aus dem Ausstieg unserer Solidarischen Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit noch zu fördern.
Ich bin mal gespannt auf die Wahl in Nordhein-Westfalen ob der Wähler
dort lernfähig ist.
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PS. Wer sich nicht einmal am Tag irrt, ist entweder dumm und phantasielos oder hat vom Tag nicht gehabt.
Bin voll der gleichen Meinung.
Aber dieser Trümmerhaufen ( bildlich gesprochen ) als Regierung ist doch nichtmals für eine Eigene Meinung ( Partei-bezogen ) fähig.
Irgentwie besteht unser Regierungs-Apperat nur noch aus Lobbyisten, welche auf dem besten Wege sind
den Einstieg aus dem Ausstieg unserer Solidarischen Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit noch zu fördern.
Ich bin mal gespannt auf die Wahl in Nordhein-Westfalen ob der Wähler
dort lernfähig ist.
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PS. Wer sich nicht einmal am Tag irrt, ist entweder dumm und phantasielos oder hat vom Tag nicht gehabt.
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