SPD Müntefering verteidigt seinen Führungsstil
Von Selbstzweifel keine Spur: Franz Müntefering sieht keinen Grund, seine Arbeit als SPD-Chef zu hinterfragen. Und öffentlich über Fehler reden will er erst recht nicht.
Der scheidende SPD-Chef Franz Müntefering will nicht öffentlich über seine Fehler als Chef im Willy-Brandt-Haus diskutieren. "Ich behaupte doch nicht von mir, dass ich ohne Fehl bin. Aber ich halte das für eitle Egozentrik, damit hausieren zu gehen. Das geht mir gegen den Strich“, sagte Müntefering der ZEIT. Diese Form "demonstrativer Selbstkasteiung" lehne er ab: "Da sage ich mal jetzt, was für ein schwacher Mensch ich bin und was ich alles falsch gemacht habe. Ich erstatte Selbstanzeige – wie peinlich", sagte Müntefering weiter.
Der SPD-Chef sagte, dass er Politik nach dem Motto "sammeln und führen" mache, also die Truppen zusammenholen und dann zeigen, wo es hingehe. "Sammeln ist vielleicht nicht meine Stärke dabei, das will ich nicht bestreiten“, sagte Müntefering. Und: "Vielleicht schleppt man die Fahnen manchmal so weit voraus, dass die anderen dich nicht mehr sehen, kann ja sein."
Er verteidigte zugleich seinen autoritären Führungsstil. "Im Regierungshandeln kann man nicht durch eine Art Parteibefragung klären, was man jetzt machen darf oder nicht, ja oder nein" sagte Müntefering. Man bewege sich auf der Basis von Beschlüssen und müsse das, was man tue, verantworten. "Und ich sage unverändert: Es war ganz überwiegend richtig und wirkungsvoll."
Müntefering appellierte an seine Partei, sich offensiv zu den vergangenen elf Regierungsjahren zu bekennen. "Dieses Stück ist in der Geschichte der SPD ein stolzes Stück und ein gutes Stück", sagte der SPD-Chef. Es sei ihm ganz wichtig, "dass wir uns nicht genieren müssen für das, was wir getan haben". Das werde der Partei auch wieder die Kraft geben für den Weg nach vorne. Dies sei der entscheidende Punkt für die SPD. "Wir sind kleiner geworden, aber wir sind nicht hilflos. Wir wissen, was richtig ist", sagte Müntefering.
Das vollständige Interview mit Franz Müntefering finden Sie in der kommenden Ausgabe der ZEIT - ab Donnerstag am Kiosk.
- Datum 14.10.2009 - 14:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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... alter Mann.
Irgendwie erinnert mich Franz Müntefering insbesonders nach diesem Artikel an Ahab.
.... schade. Dieser Mann muß irgendwann mal jung und voller Zuversicht gewesen sein.
Dieser Herr Müntefering war mal eine Rettung für die SPD und hielt zusammen was kaum zusammen gehalten werden wollte.
Er trat von der politische Bühne, um seine todkranke Frau zu begleiten, was uns allen viel Respekt und Nachdenklichkeit abgetrotzt hat.
Und nun präsentiert sich dieser Mensch wie ein einsamer, harter, uneinsichtiger und nicht mehr ganz auf dem Boden der Tatsachen befindliche Politiker, der nicht einsieht, dass er und seine Mitstreiter die alleinigen und einzigen Verursacher des schlechtes Wahlergebnisses sind.
Dabei ist zu bedenken, nicht allein Hartz IV war und ist das Problem gewesen. Das wäre wirklich zu kurz gedacht. Nein, es war und es ist die Kombination aus Hartz IV und dessen Auswirkungen einerseits und einer Politik, die gleichzeitig die Besserverdienenden geschont und bevorteilt hat.
Das nun die FDP mit der Union und nicht die Große Koalition davor dazu noch scheinbar gute Verbesserungen von Hartz IV anstrebt, lässt sehr, sehr nachdenklich stimmen.
Die SPD hatte nicht mehr viele Merkmale in dieser Gesellschaft zu verteidigen. Sie stand für das "Soziale", was auch immer man hierunter verstehen möchte.
Wenn nun die Linke von links und CDU/FDP von rechts dieses Thema quasi abschließt, bleibt für die SPD rein gar kein Platz für eine plakative Position in unserer schnelliebigen Medienlandschaft.
Irgendwie erinnert mich Franz Müntefering insbesonders nach diesem Artikel an Ahab.
.... schade. Dieser Mann muß irgendwann mal jung und voller Zuversicht gewesen sein.
Dieser Herr Müntefering war mal eine Rettung für die SPD und hielt zusammen was kaum zusammen gehalten werden wollte.
Er trat von der politische Bühne, um seine todkranke Frau zu begleiten, was uns allen viel Respekt und Nachdenklichkeit abgetrotzt hat.
Und nun präsentiert sich dieser Mensch wie ein einsamer, harter, uneinsichtiger und nicht mehr ganz auf dem Boden der Tatsachen befindliche Politiker, der nicht einsieht, dass er und seine Mitstreiter die alleinigen und einzigen Verursacher des schlechtes Wahlergebnisses sind.
Dabei ist zu bedenken, nicht allein Hartz IV war und ist das Problem gewesen. Das wäre wirklich zu kurz gedacht. Nein, es war und es ist die Kombination aus Hartz IV und dessen Auswirkungen einerseits und einer Politik, die gleichzeitig die Besserverdienenden geschont und bevorteilt hat.
Das nun die FDP mit der Union und nicht die Große Koalition davor dazu noch scheinbar gute Verbesserungen von Hartz IV anstrebt, lässt sehr, sehr nachdenklich stimmen.
Die SPD hatte nicht mehr viele Merkmale in dieser Gesellschaft zu verteidigen. Sie stand für das "Soziale", was auch immer man hierunter verstehen möchte.
Wenn nun die Linke von links und CDU/FDP von rechts dieses Thema quasi abschließt, bleibt für die SPD rein gar kein Platz für eine plakative Position in unserer schnelliebigen Medienlandschaft.
Ich finde es weniger arrogant einzuräumen, daß man sich geirrt hat, als zu behaupten, man sei seinen Truppen "weit voraus".
Bezeichnend, daß Müntefering das umgekehrt sieht.
Zum Glück für die SPD wird diese Führungsgeneration früher oder später von selbst verschwinden.
Müntefering ist ein Volksvertreter wie jeder andere Politiker auch. Die Tatsache, dass die SPD nicht nur im Bund sondern auch in den Ländern erhebliche Verluste einstecken musste, bezeugt, dass eine großer Teil der SPD-Wähler mit der Politik der letzten 11 Jahre nicht zufrieden war.
> "Dieses Stück ist in der Geschichte der SPD ein stolzes Stück und ein gutes Stück", sagte der SPD-Chef. <
Das zeigt eindeutig die Überheblichkeit dieses Mannes und seine Realitätsferne.
Hoffentlich hat Azenion recht mit seiner Sicht > Zum Glück für die SPD wird diese Führungsgeneration früher oder später von selbst verschwinden. < Ich selbst glaube nicht daran.
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger. Pharmavertreter verkaufen Pharmaerzeugnisse. Volksvertreter verkaufen ...
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Franz Münte war ihr Steuermann,
starr hielt er, bis das Riff ihn zwang,
er hat sie versenkt, die SPD liegt in Scherben,
er stand für sich, sein Kurs ihr Verderben.
(frei nach Theodor Fontane)
und was der Sauzahn nicht kennt/versteht wählt/frisst er nicht.
Ist das jetzt schlimm?
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über fehler redet hier doch eh keiner gerne.
also das stimmt natürlich nicht, über fehler der anderen kann man endlos reden, auch über die die man selbst gemacht hat oder hätte.
gott weiß woher dieser zug wieder kommt, aber es gibt hier keine kultur, die zum einen menschen ermuntert etwas zu wagen, auch auf die gefahr hin, dass es schief läuft, und keine kultur dann fehler auf würdige weise einzugestehen. irgendwie glauben die leute, sie zeigen damit unendliche schwäche, und klar, wenn man davon lebt auf andere zu zeigen, dann muss ein fehler ja schwäche sein. das führt dann dazu, dass sich nicht oder halbherzig entschuldigt wird, woraufhin die "öffentliche meinung" was immer das genau sein soll, so dermaßen anfängt zu nerven, und vehement schuldeingeständnisse oder gleich "köpfe" fordert. was das eingestehen von fehlern kein bißchen fördert. daraufhin, lieber schweigen zu wollen kann ich verstehen, aber zumindest von größe zeugt es nicht:
nicht bei möllemann nicht bei kohl nicht bei stoiber nicht bei clemens nicht bei müntefering
Hätte er eine Mannschaft wie Herbert Wehner um sich gehabt, hätte er die Politik der SPD vielleicht anders umsetzen und verkaufen können. Denn eins, meine ich war damals anders, egal wie die politische Landschaft an sich aussah. An Beschlüssen wurde nicht öffentlich rumgezweifelt und rumgekrittelt.
Und die Egomanen haben die Presse nicht nutzen und das auch noch als innerparteiliche Demokratie verkaufen können.
Und wir kennen ja Befragungen anderer Parteien, von denen von vorneherein das Ergebnis feststand (Afghanistan). Da hat Münteferimg schon recht mit der Selbstverantwortung.
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