EU-Kommissar EU-Politiker zweifeln Oettingers Eignung an
Von allen Seiten gibt es Kritik an der Nominierung des CDU-Ministerpräsidenten. Bereits am Montag aber wurde in Stuttgart Stefan Mappus als sein Nachfolger bestimmt.
Die Personalie Günther Oettinger sorgt für Verwunderung, Spott und Zweifel. Der in Brüssel kaum bekannte baden-württembergische CDU-Ministerpräsident gilt als unerfahren auf dem internationalen Parkett, als Mann aus der Provinz. "Die Fassungslosigkeit ist hier geradezu flächendeckend", zitiert der Tagesspiegel einen deutschen Beamten aus Brüssel.
Die Nominierung Oettingers zum Nachfolger von EU-Kommissar Günter Verheugen hat offenbar sogar Kommissionspräsident José Manuel Barroso dazu gebracht, bei deutschen Europapolitikern nachzufragen. In einem Telefonat soll er "Was soll das?" gefragt haben, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger. Für den Posten des deutschen EU-Kommissars waren zuvor Namen wie Roland Koch oder Ursula von der Leyen gehandelt worden.
Selbst die deutschen EU-Parlamentarier zweifeln daran, dass Oettinger der richtige Kandidat für den Posten ist und die notwendige Mehrheit im Europaparlament erhält. "Oettingers Bestätigung ist kein Selbstläufer", sagte der FDP-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff der Financial Times Deutschland (FTD). Auch der SPD-Politiker Martin Schulz, der im Europaparlament mit den Sozialisten die zweitstärkste Fraktion anführt, äußerte sich zurückhaltend. "Im Gegensatz zu anderen CDU-Politikern in Brüssel und Berlin ist Oettinger bei Europafragen bislang nicht aufgefallen", sagte Schulz der FTD. "Die Anhörung wird eine schwierige Sache für ihn."
Wie alle Kandidaten für einen Kommissarsposten muss sich Oettinger Anhörungen im Europaparlament stellen. Die Parlamentarier lehnten in der Vergangenheit durchaus Bewerber ab.
Oettinger will Wirtschaftsressort
Oettinger selbst beschäftigt sich bereits mit seinen möglichen Zuständigkeiten in Brüssel. Er will sich vor allem den Wirtschaftsfragen widmen. "Der große Themenbereich Wirtschaft ist wichtig für Deutschland, darum geht es zuallererst", sagte er dem Hamburger Abendblatt. "Unsere Industrie, unser Mittelstand, unser Handwerk und unsere freien Berufe haben ein Interesse daran, dass sie durch einen deutschen Kommissar vertreten sind." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihm am vergangenen Donnerstag das Angebot gemacht, "weil sie mir Wirtschaftskompetenz zutraut".
In Brüssel wolle er zudem verhindern, dass die Europäische Union in der Umweltpolitik ihre Kompetenzen überschreitet. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Europäische Kommission ihre Kompetenzen voll ausschöpft, sie aber nicht überschreitet oder in Graubereiche geht", sagte der baden-württembergische Ministerpräsident.
Oettinger bescheinigte sich ausreichende Kenntnisse in Fremdsprachen. Er habe "gute Englischkenntnisse" und "verstehe Französisch sehr gut". Außerdem sei er bestrebt, seine Sprachfertigkeit zu vervollständigen.
Oettinger-Nachfolger ist nominiert
Nach der überraschenden Nominierung Oettingers als EU-Kommissar wurde in Stuttgart so schnell wie möglich ein Nachfolger für den Ministerpräsidenten bestimmt: Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Stefan Mappus soll neuer Ministerpräsident des Landes werden. Der CDU-Landesvorstand nominierte den 43-jährigen Parteivize am Montag in Stuttgart einstimmig als Nachfolger für den scheidenden Regierungschef Oettinger.
Zuvor hatte sich auch das Präsidium der Südwest-CDU für Mappus ausgesprochen. Eine CDU-Mitgliederbefragung über die Nachfolge von Oettinger ist damit vom Tisch.
Oettinger will sein Amt, das er seit 2005 innehat, erst aufgeben, wenn er seine Arbeit in Brüssel beginnt. Sein Wechsel könnte aber schon Anfang Dezember oder zum Jahresbeginn 2010 sein. Nächste Woche entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs über die Besetzung der europäischen Kommission.
- Datum 26.10.2009 - 12:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 23
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Kompetenz, Kompetenz, Kompetenz.........!!
Der Mann muss versorgt werden, das ist alles.
Baden-Württemberg sollte man so nicht bezeichnen.
Ist immer noch eine der bestentwickelsten Gebiete der EU.
Und provinziell bzgl. G.Oe. ?
Was haben denn die armen Provinziellen getan, um so verglichen zu werden?
Auch wenn es kein großes Indiz für die Qualifikation von Öttinger ist, ist das sehr zutreffend! Die "Provinz" Baden-Württemberg ist einer der größten Nettozahler im Länderfinanzausgleich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und diese wiederum ist der größte Nettozahler in der EU!
Auch wenn es kein großes Indiz für die Qualifikation von Öttinger ist, ist das sehr zutreffend! Die "Provinz" Baden-Württemberg ist einer der größten Nettozahler im Länderfinanzausgleich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und diese wiederum ist der größte Nettozahler in der EU!
Kompetenz, Transparenz und politischen Glaubwürdigkeit der EU Kommissare sind leider nicht auf Augenhöhe mit einem Ministerpräsident aus BaWü, sondern gemessen an Ergebnissen darunter. Somit bleibt nur die politische Vorab Verunglimpfung.
Daher werte ich die Stimmen aus Brüssel als Angstgeschrei des EU Establishments.
Jeder, auch Oettinger, hat sein Chance verdient, zu zeigen was Er in Brüssel bewegen kann.
Sollte Oettinger das bequeme Leben einiger EU Politiker durcheinander bringen, dann sehe ich darin schon eine Menge Kompetenz, die Ihm durchaus zuzutrauen ist.
Schick ihn nach Europa!
Das ganze Dilemma der deutschen EU-Politik zeigt sich hier erneut und so geht das schon seit Jahrzehnten. Europa hätte bessere deutsche Politiker verdient!
Auch wenn es kein großes Indiz für die Qualifikation von Öttinger ist, ist das sehr zutreffend! Die "Provinz" Baden-Württemberg ist einer der größten Nettozahler im Länderfinanzausgleich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und diese wiederum ist der größte Nettozahler in der EU!
Sorry, Herr Oettinger
Sorry, Herr Oettinger
Sorry, Herr Oettinger
Grandioser Fehlstart für Oettinger. Ein Kommissar vertritt nicht die Interessen seines Landes (dafür gibt es Parlament und den Rat), sondern er ist von Deutschland entsandt, um sich um europäische Belange zu kümmern.
Aber das ist nun einmal so mit den Provinzleuten: der Blick über den eigenen Tellerrand ist durch den Tellerrand versperrt.
Bitte, bitte, nehmt doch jemanden der zumindest eine leise Ahnung davon hat was seine Aufgabe sein wird.
leider wissen die Staaten zuerst nicht, welches Ressort der jeweilige Kommissar leiten soll (Henne-Ei). Aber das macht ja nichts, solange die Regierung bei der Auswahl ohnehin Kriterien der Landes- und Bundespolitik hat.
Und dass der Kandidat sich als Vertreter deutscher Interessen bezeichnet ist auch nicht gerade förderlich für Glaubwürdigkeit und Sache !
Schmerzhaft für uns Europäer
Ein Parlamentshearing im Bundestag wäre immerhin ein Hoffnungsschimmer und die Beurteilung der einzelnen von der Kommission vorgeschlagenen Kommissare durch das EU Parlament fast schon ein Sonnenstrahl
peter weichselbaum
leider wissen die Staaten zuerst nicht, welches Ressort der jeweilige Kommissar leiten soll (Henne-Ei). Aber das macht ja nichts, solange die Regierung bei der Auswahl ohnehin Kriterien der Landes- und Bundespolitik hat.
Und dass der Kandidat sich als Vertreter deutscher Interessen bezeichnet ist auch nicht gerade förderlich für Glaubwürdigkeit und Sache !
Schmerzhaft für uns Europäer
Ein Parlamentshearing im Bundestag wäre immerhin ein Hoffnungsschimmer und die Beurteilung der einzelnen von der Kommission vorgeschlagenen Kommissare durch das EU Parlament fast schon ein Sonnenstrahl
peter weichselbaum
Sehr geehrte/r Leser/in,
da wird der Herr Oettinger nach Europa geschickt, damit die CDU für die nächste Landtagswahl sich besser im "Ländle" (so selbstgenannt) positionieren kann, und dann meldet sich da der Herr Mappus: "Ich mach den Nachfolger!"
Wenn das mal nicht "vom Regen in die Traufe" bedeutet. Ob da heute vielleicht doch nicht noch ein neuer aus dem Hut gezaubert wird, der die Provinz regieren soll. Ein Herr Kauder oder ein Herr Wolf (Landrat Tuttlingen) wären der CDU doch sicherlich viel angenehmer.
Mit Herrn Mappus würde die Provinz Baden-Württemberg sicherlich weiterhin so eine "unbedachte affektive Politikfigur" voranstehen, hat er nicht auch etwas zur Fibinger-Rede zugesteuert? Kann mir jemand sagen, ob die Geschichten, dass der "kleine Stefan Mappus" noch zu Schulzeiten eher der "Gepeinigte" war, stimmen? Daher hätte sich seine "psychische Belastbarkeit" und sein "Selbstbild" sehr aus diesen "kindlichen Erfahrungen" generiert?
Was natürlich nicht heißt, dass dann jemand generell nicht mehr guter Politiker werden kann...
Herzliche Grüße
ist weit davon entfernt, Provinz zu sein. Was Produktivität, Arbeitslosenzahlen, Pro-Kopf-Einkommen und Kriminalitätsrate und nicht zuletzt unsere Lebensqualität angeht, sind wir innerhalb der EU eher "der Nabel der Welt", während sich unsere Hauptstadt mit seinem weltmännischen "Partymeister" an der Spitze eher zu den Dritte-Weltländern zählen läßt.
Sorry
ist weit davon entfernt, Provinz zu sein. Was Produktivität, Arbeitslosenzahlen, Pro-Kopf-Einkommen und Kriminalitätsrate und nicht zuletzt unsere Lebensqualität angeht, sind wir innerhalb der EU eher "der Nabel der Welt", während sich unsere Hauptstadt mit seinem weltmännischen "Partymeister" an der Spitze eher zu den Dritte-Weltländern zählen läßt.
Sorry
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