Aufsteiger Rösler Westerwelles Kronprinz
Gesundheitsminister Philipp Rösler ist der Jungstar im neuen Kabinett. Der FDP-Chef Westerwelle bindet ihn ein, auch weil er für ihn zum Herausforderer geworden ist.
© dpa

Benjamin im neuen Kabinett und erster Bundesminister mit Migrationshintergrund: der künftige FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler
Eigentlich wollte Philipp Rösler gar nicht Bundesminister werden, zumindest diesmal noch nicht. "Mit Händen und Füßen" habe er sich gegen seine Nominierung gewehrt, heißt es aus FDP-Kreisen. Rösler selbst will das nicht so ganz bestätigen. "Bis Freitagmittag" habe er "eine andere Lebensplanung" gehabt, sagt er lächelnd 24 Stunden später.
Rösler steht in einem großen Saal im Reichstag. Die FDP hat hier gerade ihre Fraktionssitzung abgehalten. Der Parteichef und künftige Außenminister Guido Westerwelle hat die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen vorgestellt und die Personalentscheidungen begründet. Vor Rösler hat sich eine lange Schlange Gratulanten gebildet. Alle wollen dem künftigen Gesundheitsminister und jüngsten Mitglied des Kabinetts auf die Schulter klopfen.
Geduldig nimmt Rösler die Glückwünsche entgegen. Nicht weit entfernt steht Hermann Otto Solms. Er steht allein da und schaut ein wenig eifersüchtig herüber. Solms war Chefunterhändler der FDP bei dem für sie so wichtigen Thema Finanzen. Nun ging er leer aus im Postenpoker, obwohl er gerne Finanzminister geworden wäre. Als ihn später doch noch ein Journalist anspricht und fragt, warum er nicht im Kabinett sei, antwortet Solms, leicht gallig: Es könne hier ja nicht jeder ein Ministeramt bekommen.
Rösler hingegen, bisher Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in Niedersachsen und trotz seiner jungen Jahre politisch schon sehr erfahren, sollte unbedingt eines bekommen. Das war Westerwelle wichtig. Am Vormittag vor der Bundespressekonferenz ist Rösler der einzige in der FDP-Ministerriege, den der Parteichef explizit als künftigen Leistungsträger hervorhebt: "Er wird Schwung in die Sache bringen." Später, nach der Fraktionssitzung, wird Westerwelle wieder gefragt: Warum Rösler? Er sei der richtige, um "in der verkrusteten Gesundheitspolitik" etwas zu bewegen.
Das hätten schon die Koalitionsverhandlungen gezeigt, berichten andere FDPler. Trotz seiner erst 36 Jahre habe er dort eine hervorragende Figur gemacht. Kompetent, charmant und hellwach sei Rösler aufgetreten. Dennoch habe er nicht davor zurückgescheut, sich mit den Platzhirschen der beiden christdemokratischen Parteien anzulegen. Einmal widersprach Rösler öffentlich Ursula von der Leyen, als diese verfrüht einen Kompromiss in der gemeinsamen Arbeitsgruppe verkündet hatte. Von der Leyen, die gern Gesundheitsministerin geworden wäre, musste zurückrudern. Einmal sprach er von "Halbstarken", von denen er sich nicht beeindrucken lasse. Das ging in Richtung CSU.
Aber der junge Liberale ist nicht nur ein unerschrockener Verhandler, wie auch die niedersächsische CDU zu berichten weiß. Er bringt als gelernter Arzt auch mehr Fachkenntnis mit als viele seiner Amtsvorgänger. Rösler behauptet zwar von sich gern, er sei ein "schlechter Arzt" gewesen, deshalb sei er in die Politik gewechselt. Aber das ist eher selbstironisch gemeint. Westerwelle mag Koketterie.
Und, auch das stimmt an Westerwelles Loblied: Rösler ist ein pfiffiger, kluger Redner. Auf vielen FDP-Parteitagen freuen sich die Delegierten schon regelrecht auf seine Auftritte, weil er sich von manchen drögen Kollegen wohltuend abhebt. Bei ihm ist die Lach- und Klatschdichte so hoch wie bei keinem zweiten FDP-Politiker. Westerwelle kalkuliert wohl zu Recht darauf, dass er auch die Hauptstadtjournalisten für sich einnehmen wird.
- Datum 24.10.2009 - 19:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Hoppla, ich hätte die Zeit jetzt für etwas seriöser gehalten und v.a. für ein Medium, das selbst recherchiert und nicht nur abschreibt.
Rösler ist - wie er selbst auf seiner Homepage (http://www.philipp-roesle...) betont - kein Augenarzt:
"ACHTUNG, wichtiger Hinweis: Entgegen vielerlei Presseartikeln und Berichten bin ich NICHT Facharzt für Augenheilkunde, sondern von Beruf einfach Arzt."
Aber die Zeit ist nicht die einzige Zeitung, die einfach kopiert:
http://www.bildblog.de/13...
danke für den Hinweis und Link. Ist nun korrigiert.
Schöne Grüße aus Berlin
Michael Schlieben
Wenn die Gesundheit des Chefs vom Arbeiter mitfinanziert wird, denn nach dem neuen Modell sieht es so aus: der Chef zahlt nur einen Bruchteil dessen, was er vorher bezahlte, dafür löhnt der Arbeiter mehr. Außerdem opfert er zuweilen dem Chef die eigene Gesundheit.
Die Pauschale ist im Ansatz Kommunismus: nur daß die Gehälter noch nicht angeglichen sind...
Das Modell ist eher ein schlechter Witz.
Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.
bevor man falscher Propaganda aufsitzt.
die Kopfpauschale sieht vor den nötigen Sozialausgleich über Steuern und nicht einer Beitragsprogression zu finanzieren.
Das ist am Ende viel sozialer als das bestehende Modell, weil schlicht alle Steuerzahler und nicht nur Versicherte dafür aufkommen müssen.
Ein weiterer Vorteil: Die Lohnnebenkosten könnten im besten Falle sogar sinken, was die Nettolöhne verbessert oder wenigstens nicht so stark unter Druck setzt.
Das würde auch die Funktionärsbürokratie zurückdrängen, in der wesentliche Teile der Finanzmittel versickern. Klar das alle linken Parteien dagegen sind, leben sie doch von diesen Posten.
Fairerweise sollte man also nicht dieser Propaganda folgen, sondern aufmerksam die reale Umsetzung im Blick behalten. Denn am Ende entscheidet der Steuerzuschlag und die daraus resultierende Entlastung für Geringverdiener, ob das Modell sozial ist oder nicht.
Misstrauen ist sicher nicht falsch, doch Gelegenheit zum Handeln muss man schon gewähren.
H.
Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.
bevor man falscher Propaganda aufsitzt.
die Kopfpauschale sieht vor den nötigen Sozialausgleich über Steuern und nicht einer Beitragsprogression zu finanzieren.
Das ist am Ende viel sozialer als das bestehende Modell, weil schlicht alle Steuerzahler und nicht nur Versicherte dafür aufkommen müssen.
Ein weiterer Vorteil: Die Lohnnebenkosten könnten im besten Falle sogar sinken, was die Nettolöhne verbessert oder wenigstens nicht so stark unter Druck setzt.
Das würde auch die Funktionärsbürokratie zurückdrängen, in der wesentliche Teile der Finanzmittel versickern. Klar das alle linken Parteien dagegen sind, leben sie doch von diesen Posten.
Fairerweise sollte man also nicht dieser Propaganda folgen, sondern aufmerksam die reale Umsetzung im Blick behalten. Denn am Ende entscheidet der Steuerzuschlag und die daraus resultierende Entlastung für Geringverdiener, ob das Modell sozial ist oder nicht.
Misstrauen ist sicher nicht falsch, doch Gelegenheit zum Handeln muss man schon gewähren.
H.
anstelle der dienstwagengeilen Grundschullehrerin, die es bis heute nicht geschafft hat, sich von ihrer maoistisch-verfassungsfeindlichen Vergangenheit eindeutig zu distanzieren!
Hoffentlich hat der Mann genug Ellenbogen, um in diesem so wichtigen, von Ulla S. aber völlig heruntergewirtschafteten Ressort aufzuräumen!!
Wodurch ist Rösler "fachlich" qualifiziert als Gesundheitsminister? Weil er Arzt ist? Gesundheit umfasst wohl etwas mehr als die ärztliche Sicht davon, auch wenn Mediziner das nicht gerne sehen. Leider werden sie es wohl auch kaum mehr lernen...
Wodurch ist Rösler "fachlich" qualifiziert als Gesundheitsminister? Weil er Arzt ist? Gesundheit umfasst wohl etwas mehr als die ärztliche Sicht davon, auch wenn Mediziner das nicht gerne sehen. Leider werden sie es wohl auch kaum mehr lernen...
Wer hat das Schlussmuster erfunden, demzufolge ein Arzt sich mit dem Gesundheitssystem oder dem zugehörigen Ministerium auskennt? Es erscheint mir analog zu folgendem Verfahren:
A) X ist Kfz-Schlosser.
B) Im Straßenverkehr bewegen sich Kfz.
Konklusion: X wäre ein guter Verkehrsminister.
Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.
1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt
2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr
Mit dieser seltsamen Logik ist bei uns inzwischen schon verdammt viel Mist angerichtet worden. Da werden gescheiterte Länderministerpräsidenten wie Eichel und Steinbrück Finanzminister und müssen sich, weil sie keine Ahnung von der Materie haben, einen wie Asmussen als Staatssekretär holen, der dann nur Kacke baut. Da werden Fußballvereine von Leuten geleitet, die einzig und allein wissen, dass der Ball rund ist und die Vereine leben in erster Linie von Schulden. Da werden machtgeile Finanzjongleure, die selbst noch nie in einem Kaufhaus waren, weil sie das ablehnen, Oberchefs von Warenhausketten und fahren sie an die Wand.
Klar, dass nicht jeder KFZ-Schlosser Verkehrsminister werden kann, aber Fachkenntnis ist einfach durch nichts zu ersetzen. Das muss endlich wieder in die Köpfe bei uns rein.
Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.
1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt
2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr
Mit dieser seltsamen Logik ist bei uns inzwischen schon verdammt viel Mist angerichtet worden. Da werden gescheiterte Länderministerpräsidenten wie Eichel und Steinbrück Finanzminister und müssen sich, weil sie keine Ahnung von der Materie haben, einen wie Asmussen als Staatssekretär holen, der dann nur Kacke baut. Da werden Fußballvereine von Leuten geleitet, die einzig und allein wissen, dass der Ball rund ist und die Vereine leben in erster Linie von Schulden. Da werden machtgeile Finanzjongleure, die selbst noch nie in einem Kaufhaus waren, weil sie das ablehnen, Oberchefs von Warenhausketten und fahren sie an die Wand.
Klar, dass nicht jeder KFZ-Schlosser Verkehrsminister werden kann, aber Fachkenntnis ist einfach durch nichts zu ersetzen. Das muss endlich wieder in die Köpfe bei uns rein.
Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.
Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.
Sie noch viel mehr als nur das nicht begreifen.
Wahrscheinlich aber sind Sie der Meinung, dass ein Physiker (ein ganz bestimmter freilich nur) von ALLEM etwas versteht, sogar von Politik...
Sie noch viel mehr als nur das nicht begreifen.
Wahrscheinlich aber sind Sie der Meinung, dass ein Physiker (ein ganz bestimmter freilich nur) von ALLEM etwas versteht, sogar von Politik...
1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt
2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr
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