Aufsteiger Rösler Westerwelles KronprinzSeite 2/2

Schlagfertigkeit, Unerschrockenheit, auch die Tatsachse, dass der in Vietnam geborene Rösler Deutschlands erster Bundesminister mit Migrationshintergrund ist – all das mag Westerwelle bewogen haben, ihn zu berufen. Hinzu kommt eine schlichte Machtabwägung. Westerwelle hat erkannt, dass für ihn in Rösler ein Gegenspieler heranwachsen ist. Den Applaus, den Rösler in diesem Jahr auf den Parteitagen in Hannover und Potsdam erhielt, war nicht zuletzt darin begründet, dass dieser an Westerwelles Kurs Kritik geäußert hatte. Höflich, aber dezidiert.

Die FDP dürfe nicht auf eine Steuersenkungspartei verengt werden, hatte Rösler mehrfach gesagt. Viele Parteianhänger werteten dies als Angriff auf den Parteichef. Was ihrem freundlichen Urteil keinen Abbruch tat. Im Gegenteil.

Rösler verkörpere mustergültig die nachwachsende Generation der FDP, sagt Johannes Vogel, Chef der Jungliberalen. Sein Verband hatte ein junges Kabinettsmitglied gefordert – und fühlt sich nun bestätigt. Rösler habe einen "eigenständigen Kopf", schwärmt Vogel. Ihm sei das soziale Profil der Partei wichtig. Er fordere eine Debatte zur Generationengerechtigkeit und ein neues Grundsatzprogramm (das aktuelle der FDP stammt aus dem Jahr 1997). All das stand für die Generation Westerwelle eher hinten auf der Agenda.

Insofern ist die Nominierung nicht nur Belohnung. Schließlich hat Rösler sich nicht aufgedrängt. Er hat sich in der Bundespolitik noch keine Sporen verdient – wie zum Beispiel der fast gleichaltrige Daniel Bahr,  der nun Röslers Staatssekretär wird. Er wäre vermutlich wirklich gern noch ein paar Jahre in Niedersachsen geblieben, um in Ruhe seine weitere Karriere vorzubereiten. Sondern die Nominierung lässt sich auch so verstehen: Hier wird ein aufstrebender Jungstar in die Kabinettsdisziplin eingebunden. Entweder er behauptet sich auf dem schwierigen und verminten Feld der Gesundheitspolitik – oder er scheitert daran. Aus beidem könnte Westerwelle Kapital schlagen.

 
Leser-Kommentare
  1. Hoppla, ich hätte die Zeit jetzt für etwas seriöser gehalten und v.a. für ein Medium, das selbst recherchiert und nicht nur abschreibt.

    Rösler ist - wie er selbst auf seiner Homepage (http://www.philipp-roesle...) betont - kein Augenarzt:

    "ACHTUNG, wichtiger Hinweis: Entgegen vielerlei Presseartikeln und Berichten bin ich NICHT Facharzt für Augenheilkunde, sondern von Beruf einfach Arzt."

    Aber die Zeit ist nicht die einzige Zeitung, die einfach kopiert:
    http://www.bildblog.de/13...

  2. Redaktion

    danke für den Hinweis und Link. Ist nun korrigiert.
    Schöne Grüße aus Berlin
    Michael Schlieben

  3. Wenn die Gesundheit des Chefs vom Arbeiter mitfinanziert wird, denn nach dem neuen Modell sieht es so aus: der Chef zahlt nur einen Bruchteil dessen, was er vorher bezahlte, dafür löhnt der Arbeiter mehr. Außerdem opfert er zuweilen dem Chef die eigene Gesundheit.
    Die Pauschale ist im Ansatz Kommunismus: nur daß die Gehälter noch nicht angeglichen sind...
    Das Modell ist eher ein schlechter Witz.

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    Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.

    bevor man falscher Propaganda aufsitzt.

    die Kopfpauschale sieht vor den nötigen Sozialausgleich über Steuern und nicht einer Beitragsprogression zu finanzieren.
    Das ist am Ende viel sozialer als das bestehende Modell, weil schlicht alle Steuerzahler und nicht nur Versicherte dafür aufkommen müssen.

    Ein weiterer Vorteil: Die Lohnnebenkosten könnten im besten Falle sogar sinken, was die Nettolöhne verbessert oder wenigstens nicht so stark unter Druck setzt.
    Das würde auch die Funktionärsbürokratie zurückdrängen, in der wesentliche Teile der Finanzmittel versickern. Klar das alle linken Parteien dagegen sind, leben sie doch von diesen Posten.

    Fairerweise sollte man also nicht dieser Propaganda folgen, sondern aufmerksam die reale Umsetzung im Blick behalten. Denn am Ende entscheidet der Steuerzuschlag und die daraus resultierende Entlastung für Geringverdiener, ob das Modell sozial ist oder nicht.
    Misstrauen ist sicher nicht falsch, doch Gelegenheit zum Handeln muss man schon gewähren.

    H.

    Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.

    bevor man falscher Propaganda aufsitzt.

    die Kopfpauschale sieht vor den nötigen Sozialausgleich über Steuern und nicht einer Beitragsprogression zu finanzieren.
    Das ist am Ende viel sozialer als das bestehende Modell, weil schlicht alle Steuerzahler und nicht nur Versicherte dafür aufkommen müssen.

    Ein weiterer Vorteil: Die Lohnnebenkosten könnten im besten Falle sogar sinken, was die Nettolöhne verbessert oder wenigstens nicht so stark unter Druck setzt.
    Das würde auch die Funktionärsbürokratie zurückdrängen, in der wesentliche Teile der Finanzmittel versickern. Klar das alle linken Parteien dagegen sind, leben sie doch von diesen Posten.

    Fairerweise sollte man also nicht dieser Propaganda folgen, sondern aufmerksam die reale Umsetzung im Blick behalten. Denn am Ende entscheidet der Steuerzuschlag und die daraus resultierende Entlastung für Geringverdiener, ob das Modell sozial ist oder nicht.
    Misstrauen ist sicher nicht falsch, doch Gelegenheit zum Handeln muss man schon gewähren.

    H.

  4. anstelle der dienstwagengeilen Grundschullehrerin, die es bis heute nicht geschafft hat, sich von ihrer maoistisch-verfassungsfeindlichen Vergangenheit eindeutig zu distanzieren!
    Hoffentlich hat der Mann genug Ellenbogen, um in diesem so wichtigen, von Ulla S. aber völlig heruntergewirtschafteten Ressort aufzuräumen!!

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    • gost
    • 25.10.2009 um 7:30 Uhr

    Wodurch ist Rösler "fachlich" qualifiziert als Gesundheitsminister? Weil er Arzt ist? Gesundheit umfasst wohl etwas mehr als die ärztliche Sicht davon, auch wenn Mediziner das nicht gerne sehen. Leider werden sie es wohl auch kaum mehr lernen...

    • gost
    • 25.10.2009 um 7:30 Uhr

    Wodurch ist Rösler "fachlich" qualifiziert als Gesundheitsminister? Weil er Arzt ist? Gesundheit umfasst wohl etwas mehr als die ärztliche Sicht davon, auch wenn Mediziner das nicht gerne sehen. Leider werden sie es wohl auch kaum mehr lernen...

  5. Wer hat das Schlussmuster erfunden, demzufolge ein Arzt sich mit dem Gesundheitssystem oder dem zugehörigen Ministerium auskennt? Es erscheint mir analog zu folgendem Verfahren:

    A) X ist Kfz-Schlosser.
    B) Im Straßenverkehr bewegen sich Kfz.

    Konklusion: X wäre ein guter Verkehrsminister.

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    Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
    Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.

    1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt

    2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr

    • isualK
    • 24.10.2009 um 21:51 Uhr

    Mit dieser seltsamen Logik ist bei uns inzwischen schon verdammt viel Mist angerichtet worden. Da werden gescheiterte Länderministerpräsidenten wie Eichel und Steinbrück Finanzminister und müssen sich, weil sie keine Ahnung von der Materie haben, einen wie Asmussen als Staatssekretär holen, der dann nur Kacke baut. Da werden Fußballvereine von Leuten geleitet, die einzig und allein wissen, dass der Ball rund ist und die Vereine leben in erster Linie von Schulden. Da werden machtgeile Finanzjongleure, die selbst noch nie in einem Kaufhaus waren, weil sie das ablehnen, Oberchefs von Warenhausketten und fahren sie an die Wand.
    Klar, dass nicht jeder KFZ-Schlosser Verkehrsminister werden kann, aber Fachkenntnis ist einfach durch nichts zu ersetzen. Das muss endlich wieder in die Köpfe bei uns rein.

    Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
    Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.

    1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt

    2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr

    • isualK
    • 24.10.2009 um 21:51 Uhr

    Mit dieser seltsamen Logik ist bei uns inzwischen schon verdammt viel Mist angerichtet worden. Da werden gescheiterte Länderministerpräsidenten wie Eichel und Steinbrück Finanzminister und müssen sich, weil sie keine Ahnung von der Materie haben, einen wie Asmussen als Staatssekretär holen, der dann nur Kacke baut. Da werden Fußballvereine von Leuten geleitet, die einzig und allein wissen, dass der Ball rund ist und die Vereine leben in erster Linie von Schulden. Da werden machtgeile Finanzjongleure, die selbst noch nie in einem Kaufhaus waren, weil sie das ablehnen, Oberchefs von Warenhausketten und fahren sie an die Wand.
    Klar, dass nicht jeder KFZ-Schlosser Verkehrsminister werden kann, aber Fachkenntnis ist einfach durch nichts zu ersetzen. Das muss endlich wieder in die Köpfe bei uns rein.

  6. Am Modell der Kopfpauschale ist zweifelsfrei zu erkennen, was der rechte CDU-Flügel und die FDP unter "Gerechtigkeit" verstehen: Gleiche Lastenverteilung unabhängig von Einkommen und Auskommen. Frei nach dem Motto: Wer mehr verdient, verdients eben.

    Antwort auf "Lektion 1"
  7. Man müsste hier dann eher sagen, dass ein LKW-Fahrer, der auch ein Fahrad hat, auch mal Bus- und Bahn gefahren ist, und der auch eine PKW hat vielleichwohl, annehmbar, der bessere Verkehrsminister ist, gegenüber einem, der fast nur zu Fuß geht, sich aber auch mit Verkehrsproblemen beschäftigt hat.
    Die eigene Beruflichkeit im gleichen Bereich, zumal auch an beginnend führender Position, ist sicher keine Garantie dafür, dass man die Politik- und Verwaltungsfunktion in diesem Bereich gut ausführt, sie kann aber sehr wohl von Vorteil sein, wohingegen es durchaus auch sehr stark von Nachteil sein kann, wenn man diesen Bereich nur geistig durchdrungen hat, sich aber niemals in ihm aktiv bewegt hat.

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    Sie noch viel mehr als nur das nicht begreifen.
    Wahrscheinlich aber sind Sie der Meinung, dass ein Physiker (ein ganz bestimmter freilich nur) von ALLEM etwas versteht, sogar von Politik...

    Sie noch viel mehr als nur das nicht begreifen.
    Wahrscheinlich aber sind Sie der Meinung, dass ein Physiker (ein ganz bestimmter freilich nur) von ALLEM etwas versteht, sogar von Politik...

  8. 1. Findet der Verkehr nicht in der Werkstatt statt

    2. gibt es auch ohne KFZ-Mechaniker (Straßen)verkehr

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