Früher als erwartet haben sich SPD und Linkspartei in Brandenburg auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Verhandlungen für eine rot-rote Landesregierung in Potsdam seien abgeschlossen, sagte die Sprecherin der Linkspartei, Maria Strauß, der Deutschen Presse-Agentur. Die ursprünglich für Dienstag geplante letzte sechste Runde sei nicht mehr erforderlich. Am Vertrag seien nur noch redaktionelle Bearbeitungen erforderlich.

Letztes Thema war der Zuschnitt der Ministerien. Nach Medienberichten besetzt die SPD fünf Ministerien, die Linke vier. Die SPD behält Bildung, Jugend und Sport sowie Arbeit, Soziales und Frauen. Sie ist auch für das Ressort Kultur und Wissenschaft zuständig. Außerdem übernimmt sie die Ministerien für Infrastruktur und Inneres. Die Linke erhält die Ministerien für Finanzen und Justiz. Außerdem übernimmt sie die beiden Häuser Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie Wirtschaft und Europa.

Der Vertrag wird nun den Parteigremien übermittelt. Am Mittwoch werden die Landesvorstände beraten. Für den 4. November planen beide Parteien Landesparteitage. Am 6. November könnte der SPD-Landesvorsitzende Matthias Platzeck dann erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die neue rot-rote Regierung in Brandenburg löst nach zehn Jahren im Land die SPD-CDU-Regierung ab.

Platzeck hätte nach den Landtagswahlen vom 27. September zwar die bisherige Koalition mit der CDU weiterführen können. Die Fünf-Stimmen-Mehrheit für ein SPD/CDU-Bündnis war ihm jedoch zu knapp. Die CDU hatte sich enttäuscht über die Entscheidung des Ministerpräsidenten gezeigt. Platzeck verstoße mit seiner Entscheidung "gegen die Interessen Brandenburgs", warf ihm CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla vor.

Aus der Landtagswahl am 27. September war die SPD als Gewinnerin hervorgegangen: Für die SPD hatten 33 Prozent der Wähler votiert, für die Linke 27,2 Prozent, für die CDU 19,8 Prozent, für die FDP 7,2 Prozent und für Bündnis 90/Grüne 5,6 Prozent. Nach den Zweitstimmen entfallen auf die Landeslisten der SPD 31 Sitze, 26 auf die Linke, 19 auf die CDU, 7 auf die FDP und 5 auf Bündnis 90/Grüne.